Die Diskussion um den 12V-2×6-Stromanschluss von High-End-Grafikkarten flammt erneut auf: Nutzer der Reddit-Community berichteten über eine Fehlfunktion an einer MSI GeForce RTX 5090 SUPRIM, bei der eine Überlastung die Isolierung des Steckers zum Schmelzen brachte und die Kontaktklemmen verformte. Wie gamegpu.com berichtet, ist dies nicht der einzige aktuell dokumentierte Fall dieser Art.
Zwei Vorfälle, ein Muster
Neben der MSI-Karte meldete die Community auch einen Schaden an einer ZOTAC GeForce RTX 5090 SOLID. In diesem Fall war der 12V-2×6-Stecker ebenfalls geschmolzen, betrieben wurde die Karte in einem System mit einem Ryzen 7 9800X3D und 64 GB DDR5-Arbeitsspeicher. Laut gamegpu.com führte hier ein hoher Kontaktwiderstand zur Überhitzung des Steckverbinders.
Beide Fälle folgen damit einem bekannten Grundmuster: Der 12V-2×6-Anschluss, Nachfolger des ursprünglichen 12VHPWR-Standards, gilt bei unzureichendem Kontakt oder ungleichmäßiger Stromverteilung über die einzelnen Pins als anfällig für lokale Überhitzung, die im schlimmsten Fall die Kabelisolierung zum Schmelzen bringt.
Empfehlungen für Nutzer
Für beide betroffenen Kartenmodelle raten Experten laut gamegpu.com zu denselben grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen: Anwender sollten ausschließlich zertifizierte ATX-3.0- oder ATX-3.1-Netzteile verwenden und auf den Einsatz zusätzlicher Adapter verzichten.
Im Fall der ZOTAC-Karte wird zudem ausdrücklich empfohlen, auf den korrekten und vollständigen Sitz des Steckers zu achten, da bereits ein unvollständiges Einrasten den Kontaktwiderstand erhöhen und damit das Risiko einer Überhitzung steigern kann.
Corsair setzt auf passiven Hitzeschutz
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Als technische Antwort auf derartige Vorfälle hat Corsair mit ThermalProtect eine Sicherheitslösung vorgestellt, die laut ditrowatch.com direkt am Kabelkamm ansetzt. Es handelt sich um einen passiven Bimetall-Temperaturschalter, der etwa 30 Millimeter von der Grafikkarte entfernt verbaut ist.
Steigt die Temperatur am Stecker auf 65 Grad Celsius (plus/minus 5 Grad), unterbricht der Schalter automatisch den Stromkreis, bevor größerer Schaden entstehen kann.
Getestet wurde die Lösung laut ditrowatch.com an einer RTX 5090 bei einer Umgebungstemperatur von 60 Grad Celsius und einem Spalt von 3 Millimetern im Steckkontakt – ein Szenario, das gezielt eine unzureichende Verbindung simuliert. Die Kabeltemperatur stieg dabei auf über 115 Grad Celsius, bevor der Schutzmechanismus in weniger als einer Minute und 20 Sekunden auslöste.
Wichtig für Nutzer: ThermalProtect schützt laut Hersteller ausschließlich den nativen 12V-2×6-Anschluss, nicht jedoch Systeme, die über einen 2×8-Pin-Adapter angebunden sind.
Zusätzlich wurden bei der 12V-2×6-Variante die sogenannten Sense-Pins verkürzt, um sicherzustellen, dass der Stecker vollständig eingesteckt werden muss, damit die Karte überhaupt Strom erhält – eine weitere Maßnahme gegen die Ursache vieler gemeldeter Schmelzschäden, das unvollständige Einrasten des Steckverbinders.
Einordnung für Käufer
Bereits zwei dokumentierte Fälle: MSI und ZOTAC RTX 5090 mit geschmolzenen 12V-2×6-Steckern. Bevor auch Ihre Karte betroffen ist, sollten Sie die Warnsignale kennen und vorbeugen. Unser Report liefert die wichtigsten Präventionsmaßnahmen – kompakt und sofort umsetzbar. Präventions-Report jetzt sichern
Die aktuellen Fälle bei MSI und ZOTAC zeigen, dass das Problem schmelzender Stromstecker bei der RTX-5090-Generation trotz überarbeiteter Steckerstandards weiterhin auftritt.
Für Besitzer entsprechender Karten bleibt die sorgfältige Kontrolle des Steckersitzes sowie die Verwendung zertifizierter Netzteile ohne zusätzliche Adapter die wichtigste präventive Maßnahme, während herstellerseitige Lösungen wie Corsairs ThermalProtect zusätzliche Sicherheitsebenen bieten sollen.

