RTX 5090: VBIOS-Tool hebt das Limit auf 700 Watt, Tests erreichen 800

Drei Programme erlauben Anpassungen an Leistungs- und Spannungsgrenzen, ohne die Grafikkarten-Firmware direkt zu verändern.

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Der Entwickler Panchovix hat drei Werkzeuge für Grafikkarten der Serien GeForce RTX 50, RTX 40 und RTX 30 veröffentlicht, die tiefgreifende Anpassungen des Video-BIOS ermöglichen.

Wie Medien wie Techpowerup und GameGPU am 18. Oktober 2026 berichteten, erlaubt die auf Reddit vorgestellte Software das Bearbeiten und Laden modifizierter VBIOS-Dateien, ohne dass die eigentliche Firmware auf dem Grafikchip geflasht werden muss. Die ursprüngliche Firmware auf der Hardware bleibt dadurch unangetastet.

Funktionsweise des VBIOS-Editors und der Lader

Das Programmpaket besteht aus einem VBIOS-Editor sowie separaten Laderoutinen für Windows und Linux. Der für beide Betriebssysteme konzipierte Editor steht als geschlossene Binärdatei zur Verfügung. Mit ihm lassen sich Leistungsgrenzen, Spannungsobergrenzen, OCP-Grenzwerte, Lüfterkanäle sowie die Einstellbereiche für Taktoffsets von Rechenkern und Grafikspeicher anpassen. Dagegen sind die Speicher-Timings mit den Werkzeugen nicht modifizierbar.

Die dazugehörigen Loader wurden als Open-Source-Software freigegeben und arbeiten auf Betriebssystemebene. Unter Windows legt der Loader das modifizierte Abbild in einem Registrierungsschlüssel des Grafikkartentreibers ab.

Nach der Anpassung ist lediglich ein Neustart des Grafiktreibers erforderlich, um die neuen Parameter anzuwenden. Die Linux-Variante patcht die quelloffenen Kernel-Module von Nvidia für die GSP-Firmware. Der Entwickler hat diese Funktion bislang ausschließlich auf echter Hardware unter Fedora 43 getestet.

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Deutlich erhöhte Grenzwerte in Testszenarien

In Tests demonstrierte der Entwickler deutliche Steigerungen der Leistungslimits bei verschiedenen Desktop-Grafikkarten. Bei einer GeForce RTX 5090 Founders Edition wurde die Leistungsaufnahme über das VBIOS-Abbild von 600 Watt auf 700 Watt angehoben, während die Spannungen NVVDD und MSVDD von 1.110 Millivolt auf 1.150 Millivolt stiegen.

In Messungen erreichte die RTX 5090 bis zu 800 Watt. Bei einer GeForce RTX 5080 stieg der Wert von 360 Watt auf 500 Watt, und bei einer GeForce RTX 5060 Ti von 185 Watt auf 300 Watt. Weitere Tests zeigten Anhebungen bei der GeForce RTX 5070 von 250 Watt auf 350 Watt sowie eine Konfiguration der GeForce RTX 5070 Ti auf 450 Watt.

Auch bei der Vorgängergeneration wurden deutliche Anpassungen demonstriert. Bei einer GeForce RTX 4090 wurde das Limit im ROM von 666 Watt auf 750 Watt gesetzt und der Einstellbereich für den Kerntaktoffset auf bis zu plus 2.000 Megahertz verdoppelt. Über das Überwachungswerkzeug nvidia-smi wurde dabei ein Anstieg von 550 Watt auf 671 Watt bestätigt; in Tests wurden bis zu 700 Watt erreicht.

Der Offset für den Speicher lässt sich bei bestimmten Modellen auf bis zu plus 6.000 beziehungsweise plus 7.000 Megahertz erweitern. Diese Bereiche definieren lediglich erweiterte Reglergrenzen in Übertaktungswerkzeugen und stellen keine Garantie für einen stabilen Betrieb dar.

Zusätzlich umfassen die Tests mehrere professionelle Grafikkarten. Für die RTX 6000 PRO MaxQ stiegen die Werte von 0,9 Volt auf 1,1 Volt sowie von 325 Watt auf 600 Watt.

Bei der RTX 4000 PRO SFF erfolgte eine Erhöhung von 70 Watt auf 105 Watt bei einer Spannungserhöhung von 0,85 Volt auf 1,1 Volt. Ein Limit von 105 Watt wurde zudem auf der RTX 2000 Ada und der RTX A2000 erprobt.

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Systemanforderungen und Einschränkungen

Für den Einsatz unter Windows 10 oder Windows 11 (jeweils in der 64-Bit-Version) setzt die Software mindestens den Grafiktreiber Version 616.56 voraus. Unter Linux wird ein Nvidia-Treiber ab Version 615.x mit offenen Kernel-Modulen benötigt. Zusätzliche Voraussetzungen unter Linux sind Python ab Version 3.11, der Bootloader GRUB sowie bei aktiviertem Secure Boot ein eigener Signaturschlüssel.

Einschränkungen bestehen bei Mobilgeräten. Notebook-Varianten der GeForce RTX 40 sind im Editor nicht implementiert und können nicht bearbeitet werden. Für mobile Ableger der RTX 50 besteht lediglich eine eingeschränkte Unterstützung, während mobile GPUs der RTX-30-Serie breiter unterstützt werden.