RTX 6090: Rubin-Chip könnte Path-Tracing-Leistung der RTX 5090 verdoppeln

Eine Analyse erwartet für die RTX 6090 höhere Rendering-Leistung, doch Speicherknappheit könnte Start und Ausstattung beeinflussen.

•

Einer aktuellen Analyse von GameGPU zufolge könnte die kommende Grafikkartengeneration von NVIDIA auf Basis der Rubin-Architektur erhebliche Performance-Sprünge im Bereich des grafikintensiven Renderings erzielen.

In einem Bericht vom 4. Oktober 2026 wird prognostiziert, dass das künftige Flaggschiff RTX 6090 (GR202-300-A1) beim Path-Tracing in 4K- und 8K-Auflösung unter Verwendung von DLSS 5 die Leistung der aktuellen RTX 5090 (GB202-300-A1) um den Faktor 1,5 bis 2 übertreffen könnte.

Diese Steigerung wird insbesondere für anspruchsvolle Titel wie Cyberpunk 2077, Alan Wake 2 sowie für kommende Veröffentlichungen auf Basis der Unreal Engine 5 erwartet.

Technischer Vergleich der Generationen Rubin und Blackwell

Die technischen Spezifikationen der Rubin-Architektur markieren laut den vorliegenden Daten einen deutlichen Fortschritt gegenüber der Blackwell-basierten RTX 5090. Während das aktuelle Modell RTX 5090 auf dem TSMC 4N-Verfahren basiert und über rund 92,2 Milliarden Transistoren sowie 680 Tensor-Core-Blöcke der 5. Generation verfügt, soll die RTX 6090 im fortschrittlicheren TSMC 3nm-Verfahren (N3P/N3X) gefertigt werden.

Für die RTX 6090 werden mehr als 150 Milliarden Transistoren und etwa 768 aktive Tensor-Core-Blöcke der 6. Generation veranschlagt. Die Rechenleistung für KI-Anwendungen steige demnach von etwa 3352 AI TOPS bei der RTX 5090 auf über 5000 AI TOPS beim Nachfolgemodell.

Beim Speicher setze NVIDIA voraussichtlich auf 32 bis 48 GB GDDR7 mit einer 512-Bit-Anbindung, was eine Bandbreite von bis zu 2,0 TB/s ermögliche. Die Leistungsaufnahme (TGP) bleibe mit 600 W auf dem Niveau des Vorgängers.

Architektonische Neuerungen der sechsten Tensor-Core-Generation

Die Leistungssteigerung der Rubin-Chips resultiere maßgeblich aus technischen Anpassungen an den Tensor-Kernen. Die Analyse führt an, dass NVIDIA den K-Faktor von 96 auf 128 erhöht habe, was zu einer Verdopplung der GEMM-Leistung (General Matrix Multiply) pro Taktzyklus führe.

Zusätzlich werde die Transformer Engine 3.0 eingeführt, die eine bis zu zehnfach geringere Latenz sowie eine um 50 Prozent gesteigerte Rechenleistung bieten soll. Weitere Neuerungen umfassen die Unterstützung von NVFP4 und eine um 12 Prozent erhöhte Speicherbandbreite.

Experten weisen zudem darauf hin, dass bei der neuen Generation die Energieeffizienz stärker im Fokus stehen könnte. Für zukünftige Flaggschiffe werde ein realistischer Leistungsbereich von 380 bis 450 W diskutiert, um die TDP-Werte nicht weiter ansteigen zu lassen.

Herausforderungen durch Speicherknappheit und strategische Priorisierung

Trotz der technischen Fortschritte könnten Marktfaktoren die Einführung der RTX-60-Serie beeinflussen. Ein wesentlicher Faktor sei die aktuelle Knappheit bei GDDR7-Speichermodulen.

Ein 2-GB-Modul koste in bestimmten Chargen rund 15 US-Dollar, womit die Preise für GDDR7 etwa das Drei- bis Vierfache von GDDR6- oder GDDR6X-Speicher erreichen. Der CEO von Micron erklärte hierzu, dass bereits 75 Prozent der Speicherkapazitäten für das Jahr 2027 durch KI-Kunden wie OpenAI, Meta und Amazon reserviert seien.

Aufgrund dieser Knappheit wird spekuliert, dass NVIDIA die Launch-Reihenfolge ändern könnte. Es sei möglich, dass die RTX 6080 mit 20 GB GDDR7 noch vor der RTX 6090 erscheint. Für das Flaggschiff RTX 6090 werde zudem eine Reduzierung des Speicherausbaus von ursprünglich geplanten 48 GB auf 32 GB in Betracht gezogen.

Branchenbeobachter merken zudem an, dass NVIDIAs starker Fokus auf den Server-Markt, der Margen von über 90 Prozent erzielt, den Start der Gaming-Grafikkarten verzögern könnte. Aktuelle Schätzungen gehen von einer Markteinführung in der zweiten Jahreshälfte 2027 oder sogar erst im Jahr 2028 aus. Eine offizielle Bestätigung dieser Daten durch NVIDIA oder die Speicherhersteller Micron, Samsung und SK hynix liegt bislang nicht vor.