RTX Blackwell: Neues Plugin zeigt Temperatur jedes Speicherchips

Ein Afterburner-Plugin ermöglicht die Überwachung jedes einzelnen Speicherchips auf Nvidias Blackwell-Grafikkarten und deckt versteckte Sensoren auf.

Ein Team aus Hardware-Entwicklern hat einen Weg gefunden, die Temperatur jedes einzelnen GDDR7-Speicherchips in Nvidias GeForce RTX 50-Serie „Blackwell“ auszulesen. Das neue Plugin für MSI Afterburner umgeht die bisherige Beschränkung, die nur den heißesten Speicherbaustein anzeigt.

Der am 20. Juli 2026 veröffentlichte Hotspot.dll v1.4/1.5-Plugin ermöglicht es Enthusiasten und Reparaturprofis, detaillierte thermische Daten für jeden Speicherchip auf der Grafikkarte abzurufen. Entwickelt wurde das Tool von einer Gruppe bekannter Hardware-Experten, darunter Paulo Gomes, Unwinder, asder00, Mumak und olealgoritme.

Technischer Durchbruch durch versteckte Sensoren

Das Plugin nutzt Memory Mapped I/O (MMIO), um auf Sensoren zuzugreifen, die NVIDIA in Standard-Monitoring-Tools wie GPU-Z bewusst nicht freigegeben hatte. Während herkömmliche Programme lediglich einen einzelnen „VRAM-Temperatur“- oder „Hotspot“-Wert melden, liefert das neue Tool eine Aufschlüsselung jedes einzelnen Moduls.

Besonders relevant ist dies für die RTX 5090, die satte 16 GDDR7-Module à 2 GB verbaut. In speziellen Anordnungen wie einer Clamshell-Konfiguration kann die Software bis zu acht separate Messpunkte überwachen.

Die Entwicklung folgt auf frühere Untersuchungen eines brasilianischen Reparaturteams unter Paulo Gomes, das bereits bei älteren GDDR6- und GDDR6X-Generationen versteckte Sensorschnittstellen entdeckte. Die Forscher zeigten damals, dass eine GPU zwar eine stabile Gesamttemperatur melden kann, einzelne Kanäle auf Karten wie der RTX 3080 aber deutlich heißer werden – etwa 86°C – was auf Kühlungsprobleme oder Montagefehler hindeutet.

Erste Messergebnisse und Hardware-Unterstützung

Erste Tests mit dem neuen Plugin liefern bereits spannende Einblicke in das thermische Verhalten der Blackwell-Reihe. Daten vom 20. Juli 2026 zeigen eine RTX 5060 Ti 16GB, die im 3DMark Steel Nomad-Benchmark zwischen 68°C und 64°C auf verschiedenen Speichermodulen erreichte.

Die Unterstützung für diese granularen Messwerte weitet sich auch auf andere Diagnosetools aus. Die aktuelle HWiNFO Beta integriert demnach ebenfalls die Clamshell-Speicherkonfigurationen. Technisch versierte Nutzer haben damit mehrere Möglichkeiten, die thermische Gesundheit ihrer Hardware zu überprüfen. Diese Transparenz dürfte besonders bei der Fehlersuche von Überhitzungsproblemen helfen, die langfristig zu Komponentenschäden führen können.

Marktentwicklung und Architektur-Trends

Der Fortschritt bei der Überwachungssoftware kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Nvidias Partner einen komplexen Marktstart der Blackwell-Generation bewältigen müssen. Am 19. Juli 2026 stellten Hersteller wie Yeston und Maxsun Versionen der GeForce RTX 5060 mit dem GB205-200-KA-A1-Die vor. Diese Modelle setzen auf einen 16-Pin-Stromanschluss und ein PCB-Design, das von der leistungsstärkeren RTX 5070 abgeleitet ist – trotz einer TDP von nur 145W und 8 GB GDDR7-Speicher.

Der breite Rollout der RTX-50-Serie stockt jedoch. Branchenberichte vom 20. Juli 2026 deuten auf Verzögerungen bei den „Super“-Varianten der RTX 5080 und RTX 5070 hin. Board-Partner sollen angewiesen worden sein, diese Launch-Termine zu verschieben – Grund sind die hohen Kosten für GDDR7-Speicher.

Enterprise: Blackwell auf dem Vormarsch

Im Unternehmenssektor treibt NVIDIA die Blackwell-Technologie weiter voran. Das Unternehmen hob kürzlich das DGX B200-System hervor, das acht Blackwell-GPUs und 1440 GB GPU-Speicher vereint. Damit soll sich die KI-Trainingsleistung im Vergleich zu Vorgängergenerationen verdreifachen.

Für diese hochverdichteten Umgebungen setzt NVIDIA bei der kommenden Rubin-Generation auf fortschrittliche Flüssigkeitskühlung. Das Kühlmittel wird bei etwa 45°C betrieben, was die Kühlkosten um fast 40 Prozent senken soll – bei einer Austrittstemperatur von rund 55°C an den Chips.