RTX PRO 5500: Händler verlangt 17.999 Dollar – mehr als für die stärkere 6000

Lieferengpässe und hohe China-Nachfrage treffen auf einen Händlerpreis, der den Marketplace-Preis der RTX PRO 6000 übersteigt.

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Ein ungewöhnliches Preisgefüge sorgt im Markt für professionelle Grafikkarten für Aufsehen: Der US-Händler SHI Government Solutions listet die PNY RTX PRO 5500 Blackwell Workstation Edition (Modellnummer VCNRTXPRO5500B-PB) mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 17.999 US-Dollar.

Zwar bietet der Anbieter die Karte aktuell reduziert für 17.408,63 US-Dollar an, dennoch liegt der Preis damit deutlich über dem leistungsstärkeren Spitzenmodell. Die RTX PRO 6000 wird im offiziellen NVIDIA-Marketplace für 16.000 US-Dollar geführt und ist damit trotz ihrer höheren Ausstattung rund 1.400 US-Dollar günstiger.

Technische Spezifikationen und Preisgefüge im Vergleich

Die Preisgestaltung steht im Kontrast zu den technischen Eckdaten der beiden Beschleuniger. Die im September 2026 vorgestellte RTX PRO 5500 Blackwell verfügt über 21.760 CUDA-Cores, 84 GB GDDR7-ECC-Speicher an einem 416-bit-Interface sowie eine Speicherbandbreite von 1.398 GB/s bei einer Leistungsaufnahme von 600 W. Der Speicher verteilt sich auf 28 GDDR7-Module zu je 3 GB, von denen jeweils 14 auf der Vorder- und 14 auf der Rückseite platziert sind.

Zu den weiteren Merkmalen zählen ein Basistakt von 1.992 MHz, ein Boost-Takt von 2.430 MHz, ein Speichertakt von 1.685 MHz, 170 Raytracing-Kerne der vierten Generation, 680 Tensor-Kerne der fünften Generation und 176 ROPs sowie eine Anbindung über PCIe Gen 5 x16. Über Multi-Instance-GPU (MIG) lässt sich die Karte in zwei isolierte Instanzen mit jeweils bis zu 42 GB aufteilen.

Demgegenüber steht die RTX PRO 6000 Workstation Edition, die mit 24.064 CUDA-Cores, 96 GB Speicher und einer Bandbreite von 1.792 GB/s das nominell stärkere Produkt darstellt.

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Umgerechnet auf die Speicherkapazität kostet die RTX PRO 5500 rund 214 US-Dollar pro Gigabyte, während für die RTX PRO 6000 rund 167 US-Dollar pro Gigabyte anfallen. Auch nach Abzug des Händlerrabatts verbleibt die RTX PRO 5500 rund 1.409 US-Dollar über dem Listenpreis des größeren Modells.

Der genannte Betrag von 17.999 US-Dollar geht ausschließlich aus dem Händlereintrag hervor und ist kein von NVIDIA festgelegter Preis. NVIDIA ha seit September 2026 keine offizielle Preisangabe für die 5500 veröffentlicht, führt die Karte auf der eigenen Website als demnächst verfügbar und verweist für den Bezug auf OEM- sowie Distributionspartner.

Unklar bleibt daher, ob die Preisansetzung von NVIDIA oder vom Board-Partner PNY ausgeht. Beim Marketplace-Preis der RTX PRO 6000 gab es 2026 bereits Anpassungen: Dieser stieg im Juni zunächst von 13.250 US-Dollar und wurde im August ohne begleitende Ankündigung auf 16.000 US-Dollar angehoben. In dieser Woche war das Modell im Marketplace zudem vergriffen.

Exportregeln und Nachfragedruck treiben die Marktsituation

Als wesentliche Treiber für das hohe Preisniveau gelten akute Lieferengpässe sowie eine massive Nachfrage aus China. Die RTX PRO 5500 gilt dort als exportkontrollkonforme Option für KI-Inferenzaufgaben, da sie weniger strengen US-Exportauflagen unterliegt als reine Rechenzentrums-Beschleuniger.

Während das Modell B300 für Lieferungen nach China gesperrt ist und Ausfuhren des H200 nur fallweise geprüft werden, greifen chinesische Technologiekonzerne verstärkt auf die Workstation-Variante zurück.

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Laut einem Bericht von Reuters vom 20. Oktober haben Unternehmen wie ByteDance, Alibaba und Tencent zusammen mehr als 3 Millionen RTX PRO 5500 zu einem Stückpreis von rund 11.400 US-Dollar bestellt. Das gesamte Bestellvolumen aus China könnte demnach bei über 6 Millionen Einheiten liegen. Ein Bericht von Bloomberg bezifferte das Auftragsvolumen chinesischer KI- und Cloud-Konzerne auf geschätzt 70 Milliarden US-Dollar an potenziellem Umsatz.

Gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit auf absehbare Zeit eng limitiert: Käufer rechnen damit, in den kommenden vier Monaten lediglich rund ein Prozent ihrer georderten Mengen zu erhalten.

Erste Lieferungen einiger Tausend Einheiten werden vor dem Jahresende 2026 erwartet, gefolgt von Zehntausenden Beschleunigern um Februar 2027. Bis Ende 2027 könnten die kumulierten Lieferungen schätzungsweise 700.000 Einheiten erreichen.

Branchenangaben zufolge liegt die maximale Fertigungskapazität NVIDIAs für das Modell im Jahr 2027 bei 3 Millionen Karten, wobei der breite kommerzielle Lieferstart ab dem ersten Quartal 2027 erwartet wird. Eine Knappheit bei GDDR7-Speicherbausteinen und steigende Komponentenkosten könnten die Verfügbarkeit und die Preisentwicklung zusätzlich belasten.