RTX PRO 5500: Mittelklasse-Grafikkarte kostet mehr als NVIDIAs Flaggschiff

Händlerpreise für die RTX PRO 5500 übersteigen den Preis der RTX PRO 6000; hohe China-Nachfrage und begrenzte Kapazitäten belasten das Angebot.

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Eine ungewöhnliche Preisgestaltung sorgt im Markt für professionelle Grafikkarten für Aufsehen: Der US-Händler SHI Government Solutions führt die von PNY gefertigte NVIDIA RTX PRO 5500 Blackwell unter der Modellbezeichnung VCNRTXPRO5500B-PB mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 17.999 US-Dollar.

Selbst zu dem dort reduzierten Verkaufspreis von 17.408,63 US-Dollar ist das Mittelklasse-Modell für Workstations damit teurer als das eigentliche Flaggschiff RTX PRO 6000, das auf NVIDIAs eigenem Marktplatz für 16.000 US-Dollar angeboten wird. Dies geht aus einem Bericht von techpowerup.com vom 6. November 2026 hervor.

Paradoxe Preisabstände trotz schwächerer Ausstattung

Der Preisabstand zum Spitzenmodell widerspricht der technischen Hierarchie der Produktreihe. Während die RTX PRO 6000 mit 24.064 CUDA-Kernen und 96 GB Arbeitsspeicher ausgestattet ist, bietet die RTX PRO 5500 insgesamt 21.760 CUDA-Kerne sowie 84 GB Speicher, verteilt auf 28 GDDR7-Module.

Trotz dieser geringeren Ausstattung liegt selbst der reduzierte Preis der RTX PRO 5500 noch um rund 1.400 US-Dollar über dem des Flaggschiffs, wie hardwarecooking.fr am 7. November 2026 berichtete.

Die RTX PRO 6000 hatte zuvor bereits Preissteigerungen erfahren. Laut Berichten stieg deren Preis auf Basis von Angaben von VideoCardz von 13.250 US-Dollar im Juni auf 16.000 US-Dollar im August.

NVIDIA selbst hat seit der Aufnahme der RTX PRO 5500 in das Portfolio im September keinen offiziellen Preis für die Karte genannt, womit der Ursprung der beim Händler ausgewiesenen unverbindlichen Preisempfehlung unklar bleibt. Das Vorgängermodell RTX PRO 5000 mit 48 GB Speicher wird zu 9.200 US-Dollar gelistet; die RTX PRO 5500 bietet gegenüber diesem Vorgänger 36 GB mehr Speicher.

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Technische Spezifikationen und Silizium-Basis

Hinter der RTX PRO 5500 steht das GB202-Silizium, das auch in der RTX PRO 6000 sowie der GeForce RTX 5090 zum Einsatz kommt. Nach Angaben von traictory.com vom 7. November 2026 verfügt die Karte über eine Bandbreite von 1.398 GB/s, eine Leistungsaufnahme von 600 Watt und wird über PCIe Gen 5 x16 angebunden. Zum Vergleich erreicht die RTX PRO 6000 eine Bandbreite von 1.792 GB/s.

Über eine Multi-Instance-GPU-Funktion (MIG) lässt sich die RTX PRO 5500 in zwei separate Instanzen mit jeweils 42 GB Speicher aufteilen, was den parallelen Einsatz in virtualisierten Workstation-Umgebungen ermöglicht.

Hohe Nachfrage aus China treibt die Preise

Als wesentlicher Treiber für das hohe Preisniveau gilt der asiatische Markt. Wie techpowerup.com unter Berufung auf Reuters meldete, bestellten die chinesischen Technologiekonzerne ByteDance, Alibaba und Tencent zusammen über 3 Millionen Einheiten der RTX PRO 5500 zu einem Stückpreis von jeweils rund 11.400 US-Dollar. Die gesamten Bestellungen aus China belaufen sich Berichten zufolge auf über 6 Millionen Karten.

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Der Grund für das massive Interesse liegt in geltenden Handelsbeschränkungen: Die stärkere B300 ist für den chinesischen Markt gesperrt, während Lieferungen der H200 nur im Einzelfall geprüft werden. Damit verbleibt die RTX PRO 5500 als eine der leistungsfähigsten NVIDIA-Grafikkarten, die für chinesische Unternehmen regulär verfügbar sind.

Gleichzeitig trifft die enorme Nachfrage auf begrenzte Kapazitäten. Laut einem Bericht von techolam.com gibt eine Quelle an, dass NVIDIA im Jahr 2027 maximal 3 Millionen dieser Karten produzieren könne. Neben den allgemeinen Lieferengpässen und der Nachfrage aus China gelten auch steigende Speicherpreise im Zusammenhang mit den 28 GDDR7-Modulen pro Karte als Ursache für die angespannte Preislage.