RTX Spark: NVIDIA bringt 1-Petaflop-KI-Chip im Herbst auf den Markt

NVIDIA präsentiert den RTX Spark Superchip für lokale KI-Berechnungen und kündigt Partnerschaften mit Adobe und Microsoft an.

Das Ziel: Große KI-Modelle lokal auf Laptops und Workstations laufen lassen – ohne Cloud-Anbindung.

Auf der Computex in Taipeh und der GTC-Konferenz präsentierte NVIDIA in den ersten zehn Junitagen den RTX Spark Superchip sowie die neue Software-Suite DLSS 4.5. Der Vorstoß ist strategisch: Während der PC-Markt laut IDC 2026 um 11,3 Prozent schrumpfen dürfte, setzt NVIDIA auf eine neue Gerätekategorie zwischen klassischer Workstation und KI-Server.

Technische Daten: Was der Chip kann

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Der RTX Spark vereint eine 20-Kern-Grace-CPU (ARM-Architektur, entwickelt mit MediaTek) und eine Blackwell-GPU mit 6.144 CUDA-Kernen sowie Tensor-Cores der fünften Generation. Die Komponenten kommunizieren über NVLink-C2C. Bis zu 128 Gigabyte LPDDR5X Unified Memory mit 300 GB/s Bandbreite stehen zur Verfügung.

Die Rechenleistung: 1 Petaflop für KI-Aufgaben. Das ermöglicht den lokalen Betrieb von Large Language Models (LLMs) mit bis zu 120 Milliarden Parametern und einem Kontextfenster von einer Million Tokens. Hersteller wie ASUS, Dell, HP, Lenovo, Microsoft Surface und MSI wollen die ersten Geräte mit dem Chip im Herbst 2026 auf den Markt bringen.

Adobe baut Kern-Apps um

Ein wichtiger Partner für die kreative Anwendung: Adobe kündigte am 8. Juni an, seine zentralen Programme auf die RTX-Spark-Architektur umzustellen. Premiere Pro, Photoshop und Substance 3D erhalten eine neue Videopipeline und GPU-beschleunigtes Compositing. Die KI-Funktionen Generative Fill und Generative Extend sollen sich damit verdoppeln.

Gemeinsam mit Microsoft arbeitet NVIDIA an lokalen Sicherheits- und Produktivitätsfunktionen. Dazu gehört OpenShell, ein sicherer Windows-Agent, sowie neue Sicherheitsprimitive für die lokale KI-Verarbeitung. Für Profis verspricht der Chip 12K-Videobearbeitung und das Rendern von 3D-Szenen jenseits von 90 Gigabyte.

DLSS 4.5: Mehr Leistung für Gamer

Die neue DLSS-Version bringt Super Resolution und Dynamic Multi Frame Generation. Besonders spannend: Die Transformer-basierte Ray Reconstruction der zweiten Generation soll ab August 2026 eine um 35 Prozent höhere Rechenleistung bieten.

Mehrere Spieletitel setzen bereits auf die Technik:

  • Dune: Awakening – erscheint am 22. September 2026
  • CONTROL Resonant – 24. September 2026, mit Path Tracing und RTX Mega Geometry
  • Weitere bestätigte Titel: Gothic 1 Remake, Onimusha: Way of the Sword, NBA THE RUN und Marathon Season 2

NVIDIA-CEO Jensen Huang war Anfang Juni in Seoul, um die Chip-Fähigkeiten im E-Sport zu demonstrieren. Mit Riot Games arbeitet das Unternehmen an Optimierungen für League of Legends und VALORANT. Zudem zeigte NVIDIA einen KI-Begleiter für PUBG: Battlegrounds, entwickelt mit KRAFTON.

Lieferkette und Marktstrategie

Analysten sehen im RTX Spark den Versuch, eine neue Kategorie zu schaffen. Kevin Hein von Tirias Research warnt jedoch: Der Erfolg hänge von der Nachfrage jenseits von Nischen ab – hohe Kosten und Speicherengpässe könnten bremsen. Der Chip gilt als direkte Herausforderung für Apple, das bislang bei Speicherbandbreite die Nase vorn hat.

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NVIDIA sicherte sich in den ersten Junitagen mehrere Partnerschaften:

  • Eine mehrjährige Kooperation mit SK Hynix zur gemeinsamen Entwicklung von Speicher für „KI-Fabriken“ und den RTX Spark
  • Eine Zusammenarbeit mit der LG Group in den Bereichen Robotik, autonomes Fahren und souveräne KI
  • Die Implementierung von cuLitho mit TSMC, die die Lithografie-Kosten um 20 bis 50 Prozent senken soll

ASUS hat bereits konkrete Produkte angekündigt: Die ProArt P16 und P14 Laptops sowie einen ProArt Mini PC – alle mit RTX-Spark-Chip, gezielt für Kreativprofis.