Drei Jahrzehnte nach dem ersten gemeinsamen Projekt gehen Nvidia und Sega einen neuen Schritt. Im Zentrum steht die RTX Spark-Plattform – und ein legendärer Prügler kehrt zurück.
Tokio. Am Dienstag gaben Nvidia-CEO Jensen Huang und Segas Führungsspitze um CEO Haruki Satomi und COO Shuji Utsumi im Sega Akihabara Arcade in Tokio eine neue Phase ihrer Zusammenarbeit bekannt. Die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum der ersten Kooperation nutzten die Unternehmen, um konkrete Pläne für die Zukunft vorzustellen. Mit dabei: Virtua Fighter-Schöpfer Yu Suzuki und Ex-Sega-Präsident Shoichiro Irimajiri.
RTX Spark: Ein Superchip für schlanke Rechner
Herzstück der neuen Partnerschaft ist die Unterstützung für RTX Spark – eine Superchip-Architektur, die für schlanke Laptops und kompakte Desktop-Computer entwickelt wurde. Erstmals auf der Computex 2026 vorgestellt, kombiniert der Chip eine 20-Kern-Grace-CPU mit einer GPU auf Blackwell-Basis.
Die technischen Daten können sich sehen lassen: Eine Petaflop Rechenleistung ermöglicht Aufgaben wie die Bearbeitung von 12K-Video oder den lokalen Betrieb großer Sprachmodelle mit 120 Milliarden Parametern. Für Gamer bedeutet das vor allem eines: High-End-Grafik auch in kompakten Formaten.
Virtua Fighter Crossroads: Der Prügler wird zum Aushängeschild
Das Vorzeigespiel für die neue Plattform heißt Virtua Fighter Crossroads. Entwickelt vom Studio Ryu Ga Gotoku, soll der Titel nächstes Jahr auf RTX-Spark-Systemen erscheinen – mit nativer Unterstützung für Deep Learning Super Sampling (DLSS). Auch Besitzer klassischer GeForce-RTX-PCs kommen in den Genuss des Spiels.
Das Entwicklerteam setzt auf eine erweiterte Spielwelt und tiefere Story-Elemente. Synchronsprecher-Legende David Hayter (bekannt als Stimme von Solid Snake) schreibt am Drehbuch mit. Producer Riichiro Yamada bestätigte zudem eine neue koreanische Kämpferin, die zum etablierten Roster um Akira, Pai Chan und Wolf Hawkfield stößt.
Bereits in den Tagen vor der offiziellen Enthüllung tauchten auf der chinesischen Plattform Bilibili unbestätigte Spielszenen auf. Das Material zeigte cineastische Zeitlupeneffekte und dynamische Kamerafahrten – ob es sich um echtes Gameplay handelt, blieb zunächst offen.
Hardware-Markt unter Druck: DRAM-Preise explodieren
Die Einführung von RTX Spark fällt in eine schwierige Phase für die PC-Branche. Aktuelle Marktberichte vom 14. Juli zeigen einen drastischen Anstieg der DRAM-Vertragspreise um 58 bis 63 Prozent. Hochleistungs-DDR5-6000-Kits mit 32 Gigabyte kosten inzwischen zwischen 350 und 400 Euro, Spitzenmodelle sogar bis zu 600 Euro. Das verteuert den Bau neuer High-End-Systeme erheblich.
Trotz dieser Gegenwinde sichert sich Nvidia eine breite Palette an Partnern für das Spark-Ökosystem. Zu den Herstellern der neuen Systeme zählen Asus, Dell, HP, Lenovo, MSI, Acer und Gigabyte – sowie Microsofts Surface-Reihe.
Weitere Partner und Ausblick
Auch auf der Softwareseite wächst Nvidias Einfluss. Erst am Montag ernannten Xbox und The Coalition Nvidia zum exklusiven PC-Partner für Gears of War: E-Day. Der Titel setzt auf DLSS 4.5 und Raytracing, eine offene Beta ist für den 6. August angesetzt, der vollständige Release folgt am 6. Oktober 2026.
Weitere Publisher, die Inhalte für die RTX-Spark-Plattform zusagen, sind Capcom, CD Projekt, Konami und Wargaming. Die Weichen für die nächste Generation kompakter Gaming-Hardware sind damit gestellt – die Frage ist nur, ob die Preisentwicklung am Speichermarkt die Euphorie bremsen wird.

