Nvidias neuer ARM-Prozessor RTX Spark rückt Apples M4 Max gefährlich nahe – und setzt x86-Rivalen unter Druck.
Die ersten geleakten Benchmark-Ergebnisse versprechen Spannung im High-End-PC-Markt: Nvidias kommender RTX-Spark-Prozessor schließt im Mehrkern-Bereich deutlich zu Apples M4 Max auf. Bei Geekbench-6-Tests vom 7. und 8. August erzielte die 20-Kern-Version des N1X-Chips 23.126 Punkte im Multi-Core-Test und 2.570 Punkte im Single-Core-Ranking. Eine 18-Kern-Variante folgte mit 21.776 beziehungsweise 2.541 Punkten. Beide Engineering-Samples liefen mit 64 Gigabyte Arbeitsspeicher.
Deutlicher Rückstand, aber klarer Trend
Gegenüber dem 14-Kern-M4 Max von Apple – der auf 25.957 Multi-Core- und 3.404 Single-Core-Punkte kommt – bleibt der 20-Kern-RTX-Spark zwar rund elf Prozent im Mehrkern- und 24,5 Prozent im Einkern-Bereich zurück. Branchenbeobachter werten die Entwicklung jedoch als klares Signal: Die Leistungslücke schrumpft spürbar.
Gegen die etablierte x86-Konkurrenz sieht das Bild gleich deutlich besser aus. Der RTX Spark N1X ist im Multi-Core-Test zwölf Prozent schneller als AMDs Ryzen AI Max+ 395 und beeindruckende 20 Prozent schneller als Intels Core Ultra X9 388H. Nur gegen Apples aktuelles Top-Modell M5 Max bleibt der Rückstand groß: Hier liegt der Vorsprung des Apple-Chips bei 35 Prozent.
Architektur mit KI-Fokus
Nvidia hatte den RTX-Spark-Superchip bereits Anfang Juni auf der Computex 2026 offiziell vorgestellt. Gemeinsam mit MediaTek entwickelt, zielt der Prozessor gezielt auf Windows-on-Arm-Geräte und lokale KI-Agenten. Die Spitzenkonfiguration kombiniert eine 20-Kern-Grace-CPU mit einer Blackwell-basierten RTX-GPU, die bis zu 6.144 CUDA-Kerne bietet.
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Die KI-Leistung des Chips beziffert Nvidia mit einem Petaflop. Unterstützt werden bis zu 128 Gigabyte einheitlicher Speicher. Nvidia-Manager betonten bei der Vorstellung, dass die Vera-CPU-Komponente bereits in Produktion sei und eine 1,8-mal höhere Leistung als herkömmliche x86-Prozessoren biete.
Zur Unterstützung der neuen Hardware hat Nvidia kürzlich sein RTX Neural Texture Compression SDK auf Version 0.10.0 BETA aktualisiert. Die neue Version bietet native Unterstützung für RTX Spark und Windows on Arm – und ermöglicht eine Reduzierung der Texturdaten um bis zu 90 Prozent bei Nutzung der DirectX-12- und Vulkan-APIs.
Marktstart im Herbst – mit klarer Preisstrategie
Der Marktstart des RTX Spark ist für Herbst 2026 geplant. Namhafte Partner wie Dell, HP, Lenovo, ASUS, MSI und Microsoft haben sich bereits verpflichtet, den Chip in kommende Laptops und Desktops zu integrieren. Die Preisstrategie folgt einem gestaffelten Ansatz: Einstiegs-Laptops mit dem N1-Tier sollen bei rund 1.800 Euro starten, High-End-Konfigurationen mit N1X-Chip werden voraussichtlich ab etwa 2.900 Euro angeboten.
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Die Ankündigung des Superchips hatte bereits im Juni für Bewegung an den Finanzmärkten gesorgt. Nvidia-Aktien legten nach der Präsentation um vier Prozent zu, während die Kurse der CPU-Wettbewerber um 4,9 bis 8,5 Prozent nachgaben.
Versorgungskrise bleibt Herausforderung
Trotz der Vorfreude auf die neue Hardware kämpft die Branche weiterhin mit Lieferengpässen. Besonders pikant: Ehemalige Mitarbeiter eines Technologieunternehmens berichten von der Vernichtung von über 100 High-End-M4-MacBook-Pro-Geräten mit 48 Gigabyte RAM. Als Gründe wurden Büroschließungen und steuerliche Abschreibungsverfahren genannt – und das ausgerechnet während die globale DRAM-Krise und Hardware-Knappheit weiter anhalten.

