Nvidias neuer Superchip RTX Spark hat kurz nach seiner Vorstellung auf der Computex in Taipeh für erhebliche Nachfrage gesorgt: Die erste Charge des Chips ist bereits ausverkauft, noch bevor die Geräte flächendeckend in den Handel gelangen. Laptop-Hersteller wie ASUS und MSI fordern nun von Nvidia zusätzliche Lieferungen, um die Nachfrage bedienen zu können.
Technische Ausstattung des RTX Spark
Der auch als N1x bezeichnete Chip basiert auf einer Arm-Architektur und kombiniert eine 20-Core Grace-CPU mit einer Blackwell-Grafikeinheit, die über 6.144 CUDA-Kerne verfügt. Nvidia gibt eine Rechenleistung von 1 Petaflop im FP4-Format an.
Ausgestattet ist der Chip mit bis zu 128 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher, der über eine NVLink-C2C-Verbindung mit rund 600 Gigabyte pro Sekunde angebunden ist. Der Preis für Geräte mit dem RTX Spark liegt bei etwa 3.400 US-Dollar, wobei Berichte auch eine Preisspanne von 3.000 bis 4.000 US-Dollar für High-End-Laptops mit dem Chip nennen.
Laut Nvidia ist der RTX Spark in der Lage, große Sprachmodelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern lokal auf dem Gerät auszuführen, bei einem Kontextfenster von bis zu einer Million Tokens. Damit richtet sich der Chip vor allem an Entwickler und Forscher, die rechenintensive KI-Anwendungen ohne Cloud-Anbindung nutzen wollen.
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Betroffene Hersteller und Lieferengpässe
Zu den Partnern, die Geräte mit dem RTX Spark anbieten, zählen ASUS mit den Modellen ProArt P16 und P14, MSI, Dell, HP, Lenovo und Microsoft. Nachdem die erste Charge des Chips vollständig vergriffen war, verlangten ASUS und MSI von Nvidia zusätzliche Lieferungen, um weitere Bestellungen bedienen zu können. Details zum Umfang der geforderten Nachlieferungen wurden nicht genannt.
Ein möglicher Marktstart im Herbst 2026 wurde in einem Social-Media-Beitrag angedeutet, der den RTX Spark als 1-Petaflop-Windows-System beschreibt und Partnerschaften mit den Spielestudios EA, Ubisoft und Embark Studios für AAA-Titel erwähnt. Diese Angabe stammt aus einem Mastodon-Post und ist bislang nicht offiziell von Nvidia bestätigt.
Konkurrenz zu Apple Silicon
Branchenanalysten werten den RTX Spark als direkten Vorstoß gegen Apples eigene Chip-Serie. Insbesondere die M5-Generation von Apple, die in Konfigurationen mit bis zu 192 GB unified memory beziehungsweise laut einer weiteren Quelle bis zu 128 GB beim M5 Max erhältlich ist, gilt als unmittelbarer Vergleichsmaßstab. Als Vorteil von Nvidias Angebot gilt vor allem das etablierte CUDA-Ökosystem, das Entwicklern eine breite Softwarebasis für KI-Anwendungen bietet.
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Gegenläufiger Trend bei OpenAI
Während Nvidias RTX Spark vor dem eigentlichen Marktstart bereits ausverkauft ist, geht ein anderer KI-Anbieter einen abweichenden Weg bei der Hardwarebeschaffung: OpenAI kaufte laut einem Bericht von The Information zehntausende Apple Mac mini und Mac Studio Geräte, um sie für Reinforcement-Learning-Prozesse einzusetzen.
Anthropic wiederum setzt bei seiner Recheninfrastruktur auf Mietkapazitäten über Amazon Web Services. Diese unterschiedlichen Strategien der großen KI-Anbieter verdeutlichen, dass es neben Nvidias Ansatz für lokale KI-Hardware weiterhin verschiedene Wege zur Beschaffung von Rechenleistung für KI-Training und -Anwendung gibt.

