Der US-Chipriese Nvidia hat auf der Computex in Taipeh die Plattform RTX Spark vorgestellt – einen Arm-basierten Prozessor für Windows-Laptops und Desktops. Erste Geräte sollen noch dieses Jahr auf den Markt kommen.
Der neue Chip, der intern auch unter dem Namen N1X geführt wird, entstand in Zusammenarbeit mit dem taiwanesischen Partner MediaTek und wird im 3-Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigt. Die High-End-Version des RTX Spark bietet 20 CPU-Kerne und 6.144 GPU-Kerne auf Basis von Nvidias Blackwell-Architektur.
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Effizienz und Leistung auf neuem Niveau
Nvidia bezeichnet den Prozessor als den effizientesten PC-Chip, der je gebaut wurde. Die Grafikleistung soll der einer RTX 5070 Mobile entsprechen – genug für flüssiges Gaming in 1440p mit über 100 Bildern pro Sekunde, inklusive Raytracing und DLSS. Das System unterstützt bis zu 128 GB LPDDR5X Unified Memory und liefert eine Rechenleistung von einer Petaflop für KI-Anwendungen.
„Dies ist die Neuerfindung des Personal Computers“, sagte Nvidia-CEO Jensen Huang auf der Messe. Er zog einen Vergleich zum Einfluss des Smartphones auf die mobile Kommunikation.
Zahlreiche Partner und erste Modelle
Die großen Hardwarehersteller sind mit an Bord: Dell, HP, Asus, Lenovo und MSI entwickeln derzeit mehr als 30 Laptop-Modelle und rund zehn Desktop-Konfigurationen auf Basis der Spark-Architektur. Für den Herbst 2026 angekündigt sind unter anderem das Dell XPS 16, die Asus ProArt P14 und P16 sowie das HP OmniBook X14.
Microsoft stellte parallel das Surface Laptop Ultra vor, das den RTX-Spark-Superchip nutzt. Das 15-Zoll-Gerät sei das leistungsstärkste Surface, das je produziert wurde, so Microsoft. Es bietet ein Mini-LED-Display mit 2.000 Nits Helligkeit, ein großes haptisches Trackpad und mehrere Anschlüsse inklusive USB-C und HDMI – bei einem Gewicht von unter zwei Kilogramm.
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KI im Fokus
Ein zentrales Element der neuen Plattform ist die Ausführung lokaler KI-Agenten. Nvidia und Microsoft arbeiten dazu an der OpenShell Runtime, die sichere Umgebungen für KI-Operationen bereitstellen soll. Mehrere Softwareentwickler optimieren bereits ihre Anwendungen: Adobe hat Premiere und Photoshop aktualisiert, sodass KI-gestützte Aufgaben auf RTX Spark deutlich schneller laufen. Auch Blender integriert jetzt DLSS 4.5.
Wettbewerb mit Intel, AMD und Apple
Mit dem Einstieg in den Arm-basierten PC-Markt tritt Nvidia in direkte Konkurrenz zu Intel, AMD und Apple. Analysten erwarten, dass die ersten RTX-Spark-Geräte im Premiumsegment positioniert sein werden. Der Schritt folgt auf Nvidias Erfolge im Rechenzentrumsgeschäft: Der Vera-CPU für Server werden bereits von Kunden wie OpenAI, Anthropic und SpaceX eingesetzt.
Einen Ausblick auf die langfristige Technologie-Roadmap gab es ebenfalls: Die nächste Rubin-GPU-Architektur ist für 2028 geplant, die Feynman-Architektur für 2030. Die Ankündigung des verbraucherorientierten RTX Spark kommt nur wenige Tage, nachdem die US-Regierung Ende Mai die Exportbestimmungen für hochmoderne Halbleitertechnologie verschärft hat.

