RTX Spark: Nvidias Superchip hinkt Apple M4 Max um 35,6% hinterher

Nvidias neuer Superchip zeigt Schwächen bei der Mehrkern-Leistung, punktet aber bei KI und Spielen. Die Nachfrage ist trotzdem hoch.

Erste geleakte Benchmark-Ergebnisse vom heutigen Samstag zeigen: Während die Einzelkern-Leistung des RTX Spark durchaus konkurrenzfähig ist, hinkt der 20-Kern-Prozessor bei der Mehrkern-Leistung der Konkurrenz hinterher – insbesondere im Vergleich zu aktuellen Apple-Chips.

Cinebench-Tests offenbaren Leistungslücke

Die durchgesickerten Daten stammen aus tests mit Cinebench 2026. Der RTX Spark, der auf einer Kombination aus Cortex-X925 und Cortex-A725 Kernen setzt, erzielte einen Einzelkern-Wert von 540 Punkten und einen Mehrkern-Score von 5.771 Punkten. Getestet wurde das System offenbar in einem Surface Laptop Ultra im versteckten High-Performance-Modus bei einer Leistungsaufnahme von 50 Watt und einer Taktfrequenz von 2,80 GHz.

Während die Einzelkern-Ergebnisse auf dem Niveau des M3 Max liegen, zeigt sich bei der Mehrkern-Leistung ein deutlicher Abstand. Branchenvergleiche zufolge ist der M4 Max bei rechenintensiven Aufgaben rund 35,6 Prozent schneller als der RTX Spark.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Blackwell-basierte GPU und die einheitliche Speicherarchitektur des Chips erhalten Lob für ihr Potenzial bei großen Sprachmodellen (LLMs) und anspruchsvollen Spielen.

Technische Details und Spiele-Demos

Der RTX Spark – auch als GB10 Superchip bekannt – vereint einen 20-Kern-Arm-Prozessor mit zehn Cortex-X925- und zehn Cortex-A725-Kernen. Auf der Grafikseite kommt eine Blackwell-GPU mit bis zu 6.144 CUDA-Kernen zum Einsatz, deren Leistung in etwa einer Laptop-RTX-5070 entspricht. Das System unterstützt bis zu 128 GB LPDDR5X Unified Memory mit einer Bandbreite von 273 GB/s.

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Chips wie dem RTX Spark bringt nicht nur Leistungssprünge, sondern auch komplexe neue Regularien mit sich. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über den EU AI Act, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Bereits Anfang der Woche wurden technische Demonstrationen durchgeführt, bei denen das System mehrere aktuelle Titel zeigte. So lief Capcoms „Pragmata“ in einer Auflösung von 2560×1600 Pixeln mit aktiviertem Raytracing, DLSS Balance und 2-facher Frame-Generierung. Auch Alan Wake 2, Indiana Jones und Fortnite wurden auf der Hardware präsentiert. Die Unterstützung nativer Arm64-Treiber für die GPU bleibt dabei offenbar ein Thema – in den Demos kamen jedoch Arm-native Grafiktreiber zum Einsatz.

Hohe Nachfrage trotz durchwachsener Benchmarks

Die geleakten Benchmark-Zahlen scheinen die Kauflust der Verbraucher nicht zu trüben. MSI meldete bereits am Donnerstag, dass die hochpreisigen Modelle seiner RTK-Spark-Notebooks für rund 2.900 Euro nahezu ausverkauft seien. Die Nachfrage habe die Erwartungen übertroffen – Kunden suchen demnach gezielt nach einer Möglichkeit, Kosten für KI-Token-Nutzung zu senken, indem sie Inferenz lokal durchführen.

Ein breiterer Marktstart der RTX-Spark-Systeme ist für Herbst 2026 geplant. Hersteller wie Asus, Dell, HP, Lenovo und Microsoft werden dann ihre Modelle auf den Markt bringen. Während die 128-GB-Varianten derzeit im Fokus stehen, sollen günstigere Versionen mit 32 GB oder 64 GB Speicher und weniger Kernen im ersten Quartal 2027 folgen.

Anzeige

Während neue Hardware die lokale Ausführung von KI ermöglicht, stellen neue Gesetze Unternehmen vor große Herausforderungen bei der Compliance. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen durch die EU-KI-Verordnung jetzt für Unternehmer relevant werden. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act anfordern

Historische Partnerschaft mit Sega wiederbelebt

Der Launch des RTX Spark markiert auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Sega. Am Donnerstag gaben die Unternehmen eine Partnerschaft bekannt, um klassische Spiele-Franchises auf die neue Hardware zu bringen – eine Zusammenarbeit, die vor 30 Jahren begann. Mitte der 1990er Jahre investierte Sega fünf Millionen Dollar in Nvidia, und das originale Virtua Fighter lief auf dem Nvidia-NV1-Chip.

Im Rahmen der erneuerten Kooperation bestätigte Sega, dass „Virtua Fighter Crossroads“ für 2027 auf dem RTX Spark erscheinen soll. Dies passt zur Strategie, den RTX Spark sowohl als Hochleistungs-Spieleplattform als auch als lokale KI-Infrastruktur zu positionieren. In einem verwandten Entwicklungsstrang befindet sich Nvidias Rubin-Plattform Berichten zufolge seit Juni 2026 in der Serienproduktion – entsprechende Produkte werden für die zweite Jahreshälfte erwartet.