Ein langjähriger Firmware-Defekt in bestimmten PC-Modellen von Herstellern wie Asus, Dell und Gigabyte führt dazu, dass intakte Installationsmedien während des Setups fälschlicherweise als beschädigt eingestuft werden. Wie unter anderem computerbase.de am 1. November 2026 berichtete, liegt der Fehler nicht an defekten USB-Sticks oder beschädigten ISO-Abbildern, sondern an einer fehlerhaften UEFI-Implementierung auf den betroffenen Hauptplatinen.
Proprietärer NTFS-Treiber verursacht Lesefehler im UEFI
Die genaue Ursache des Problems analysierte der Entwickler des weitverbreiteten Werkzeugs Rufus, Pete Batard. Laut einem Bericht von phonandroid.com vom 2. November 2026 ist ein proprietärer NTFS-Treiber innerhalb der weitverbreiteten AMI-UEFI-Firmware für das Fehlverhalten verantwortlich.
Werden Daten in Blöcken von zwei oder vier Kilobyte geschrieben, springt der Treiber beim blockweisen Auslesen im UEFI unter bestimmten Umständen an den Dateianfang zurück.
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Infolgedessen liest das System Daten unbemerkt falsch ein. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Diagnosewerkzeuge: Die optionale UEFI-Medienprüfung von Rufus meldet vollkommen intakte Windows-Installationsdateien als korrupt, wie taketonews.com am 1. November 2026 unter Berufung auf Batard berichtete. Unter regulär laufenden Windows- und Linux-Systemen stimmen die kryptografischen Prüfsummen derselben Dateien hingegen fehlerfrei überein.
Millionen Systeme potenziell betroffen – Updates bleiben aus
Pete Batard hatte das Fehlverhalten bereits im Jahr 2024 dokumentiert. Nach seinen Angaben seien potenziell Millionen PCs von diesem Firmware-Fehler betroffen, wobei unabhängige Bestätigungen für diese Gesamtzahl fehlen. Da offizielle Firmware-Updates seitens der Mainboard- und Systemhersteller für viele betroffene Modelle ausbleiben, bestand für Anwender bislang das Risiko unerkannter Installationsabbrüche.
Software-Workaround in Rufus 4.16 Beta umgeht den Fehler
Da herstellerseitige Fehlerbehebungen auf breiter Front fehlen, setzt nun das Open-Source-Tool Rufus an der Beseitigung der Symptome an. Mit der Veröffentlichung von Rufus 4.16 Beta am 30. Oktober 2026 integrierte der Entwickler einen Software-Workaround, der den fehlerhaften Treiber der Hauptplatine umgeht, ohne dass Nutzer auf ein BIOS-Update angewiesen sind.
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Der fehlerhafte Treiber selbst bleibt dabei unberührt. Stattdessen legt das Programm die Dateien auf den Installationsmedien nun zusammenhängend an einem Stück ab, womit der problematische blockweise Lesezugriff des AMI-Treibers gar nicht erst ausgelöst wird.
Neben dem Workaround führt die Betaversion vom 30. Oktober 2026 eine überarbeitete Erkennung für schnelle USB-Verbindungen ein. Das Programm zeigt nun Schnittstellen mit 20, 40 und 80 Gigabit pro Sekunde an, wobei Letzteres ausschließlich an USB4-Anschlüssen greift und keine Aussage über die tatsächliche Kopiergeschwindigkeit darstellt.
Darüber hinaus umfasst die Vorabversion Korrekturen für unbeaufsichtigte Windows-Installationen, Optimierungen der EFI-Partitionsgröße, Fehlerbehebungen bei der Übernahme von Zeitzonen sowie die Rückkehr des klassischen Windows-Kontextmenüs.
Zudem wurden die Softwarekomponente GRUB 2.16 integriert und diverse Sicherheitspatches eingespielt. Die Version 4.16 steht derzeit als öffentliche Betaversion für Windows bereit, während Version 4.15 weiterhin als letzte stabile Veröffentlichung geführt wird.

