AMD erweitert sein Notebook-Sortiment um zwei Prozessoren, die bewusst auf den integrierten KI-Beschleuniger verzichten. Die Ryzen-5-439- und Ryzen-7-449-Modelle zielen auf Nutzer, die keine lokalen KI-Funktionen benötigen.
Während die Konkurrenz auf KI-Funktionen setzt, geht AMD mit den neuen Chips einen anderen Weg. Die beiden Prozessoren für Laptops kommen ohne Neural Processing Unit (NPU) und ohne die „Ryzen AI“-Kennzeichnung aus, die viele aktuelle Modelle des Herstellers prägt.
Technische Details der neuen Chips
Beide Prozessoren werden im 4-Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigt und nutzen den FP8-Sockel. Mit einer Thermal Design Power (TDP) von 28 Watt sind sie für klassische Mainstream-Notebooks ausgelegt.
Der Ryzen 5 439 kombiniert drei Performance- und drei Effizienzkerne (3+3). Die Taktfrequenz erreicht bis zu 4,6 Gigahertz, der L3-Cache umfasst 8 Megabyte. Der größere Ryzen 7 449 bietet vier Performance- und vier Effizienzkerne (4+4) und taktet mit bis zu 5,0 Gigahertz deutlich höher.
Anders als andere aktuelle Modelle der Ryzen-400-Serie enthalten beide Chips keine spezielle Hardware für lokale KI-Beschleunigung. Das unterscheidet sie von vielen Neuerscheinungen der letzten Monate.
Strategie gegen den KI-Trend
Die Markteinführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Hersteller in die entgegengesetzte Richtung steuern. Acer Japan kündigte erst am 7. August seine Nitro-V-16-AI-Gaming-Laptops an – mit dem Ryzen AI 7 450, dessen NPU 50 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) schafft.
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Auch Asus setzt verstärkt auf KI-Chips. Das Vivobook Pro 16 (2026), das ab 11. August in China erhältlich sein soll, kommt mit dem Ryzen AI 9 H 465. In Malaysia brachte Asus zudem das ExpertBook PM5 G2 mit dem Ryzen AI 9 HX 470 und einer 55-TOPS-NPU auf den Markt.
Mit den neuen Modellen verfolgt AMD offenbar eine gestaffelte Produktstrategie. Sie bietet Herstellern und Verbrauchern eine Alternative für alle, die keine speziellen KI-Fähigkeiten benötigen und lieber auf klassische Rechenleistung setzen.
Weitere Entwicklungen im Ryzen-Portfolio
Die Einführung folgt auf mehrere andere Ankündigungen im mobilen Segment. In den Philippinen brachte TECNO am 8. August seine MEGABOOK-Serie mit den bestehenden Ryzen-5-7430U- und Ryzen-7-7735HS-Prozessoren heraus.
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Im High-End-Bereich wirbt AMD weiterhin für seine Ryzen-AI-Max+-Serie, etwa den 16-Kern-Prozessor Ryzen AI Max+ 395. Dieser leistungsstarke APU kommt in kommenden Enthusiasten-Geräten wie dem GPD Win Max 3 zum Einsatz, dessen Vorbestellungen Ende August starten sollen.
Während AMD für seine High-End-KI-Chips kürzlich deutlich schnellere Verarbeitungszeiten bei bestimmten Arbeitslasten beanspruchte, zeigen die neuen Modelle: Der Hersteller hält weiterhin an einem Segment fest, das auf klassische CPU- und GPU-Leistung ohne dedizierte NPU setzt.

