Die aktuellen Ryzen-Chips der zweiten Jahreshälfte 2026 zeigen einen klaren Trend: AMD fährt seine KI-Strategie massiv hoch. Während die integrierte Grafik für anspruchsvolle Spiele weiterhin eine Schwachstelle bleibt, definieren die neuen Neural Processing Units (NPUs) die Leistungserwartungen für Produktivität und kreative Arbeit neu.
Premium-Segment: KI als Trumpfkarte
Im Fokus der aktuellen Tests steht das ASUS Zenbook S16 mit dem Ryzen AI 9 465. Der Chip packt eine XDNA-NPU mit 50 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) aus, kombiniert mit Radeon 880M Grafik und 32 Gigabyte LPDDR5X-RAM. Die kreative Schlagkraft demonstrierte das Gerät in einem aktuellen Test: Ein fünfminütiges 4K60-Video rendert es in Adobe Premiere Pro in rund acht Minuten.
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Auch im Business-Segment setzt AMD auf KI-Beschleunigung. Die HP EliteBook X G2a Serie kommt mit dem Ryzen AI 9 HX Pro 470 daher, der bis zu 55 TOPS liefert. Die im Januar 2026 angekündigten Notebooks sind seit dem Frühjahr verfügbar und richten sich mit Windows 11 Pro und Copilot Plus an anspruchsvolle Geschäftskunden. Die Intel-Varianten der Serie folgten erst im Februar.
Gaming und Produktivität: Die Mittelklasse im Check
Im Gaming-Bereich sorgt der Acer Nitro V 16 AI für Gesprächsstoff. Ausgestattet mit dem Ryzen 7 260 – einem Achtkern-Prozessor auf Zen-4-Basis – und einer NVIDIA GeForce RTX 5050, positioniert sich das Notebook als ausgewogener Mittelklasse-Kandidat für flüssiges 1080p-Gaming. Die kombinierte KI-Leistung des Systems erreicht beeindruckende 421 TOPS. Einziger Wermutstropfen: Unter Volllast werden die Lüfter hörbar, und das Gehäuse erwärmt sich spürbar.
Die Stärken der neuen Architektur zeigen sich besonders bei Mehrkern-Anwendungen. Der Ryzen 5 220 punktet mit modularer Bauweise und Energieeffizienz – besonders bei nativer Software-Integration mit Plattformen wie Steam und dem Epic Games Store. Die integrierte Radeon-Grafik stößt allerdings bei aktuellen High-End-Titeln ohne dedizierte Grafikkarte schnell an ihre Grenzen.
Einstiegsklasse: Neue Chips für dünne Leichtgewichte
AMD hat sein Angebot auch nach unten erweitert. Im zweiten Quartal 2026 kamen die Ryzen 3 3100U und Ryzen 5 3501U auf den Markt. Beide basieren auf der 12-Nanometer-Zen+-Architektur und begnügen sich mit einer thermischen Verlustleistung (TDP) von gerade einmal 15 Watt – ideal für schlanke und leichte Gehäuse. Der Ryzen 3 3100U bietet zwei Kerne und zwei Threads mit bis zu 3,2 Gigahertz, der Ryzen 5 3501U kommt auf vier Kerne und acht Threads mit bis zu 3,7 GHz.
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Für Esport-Fans und den Büroalltag bleibt der Ryzen 7 5700U eine solide Budget-Option. Benchmarks zeigen, dass er Titel wie Valorant, League of Legends und CS2 mit optimierten Einstellungen flüssig bewegt.
Vergleich und Ausblick: Wo die Reise hingeht
Zum Vergleich: Der ältere Ryzen 5 5600H (Zen 3, sechs Kerne, zwölf Threads) erreicht im Cinebench R23 einen Multi-Core-Score von 9466 Punkten und einen Single-Core-Wert von 1363. Im aktuelleren Cinebench 2024 sind es 439 beziehungsweise 80 Punkte. Die aktuellen Tests bestätigen: Die modulare Zen-Architektur bleibt ein Effizienzmeister. Doch die Zukunft der Ryzen-Mobilprozessoren wird zunehmend von fortschrittlicheren Fertigungsverfahren und vor allem von spezialisierter KI-Hardware bestimmt.

