Ryzen AI Halo: AMD fordert Nvidia mit 3.700-Euro-Plattform heraus

AMD erreicht mit lokaler KI-Plattform und Rekordaktienkurs die 900-Milliarden-Marke und fordert Nvidia heraus.

AMD katapultiert sich mit neuer Entwicklerplattform in die Milliardenliga – und fordert Nvidia heraus.

Der Chipkonzern AMD hat am Montag eine Entwicklerplattform vorgestellt, die künstliche Intelligenz lokal und ohne Cloud-Anbindung berechnen kann. Zeitgleich übersprang die Marktkapitalisierung des Unternehmens erstmals die Marke von 900 Milliarden Euro. Ein Paukenschlag, der die Konkurrenz unter Druck setzt.

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Lokale Rechenpower für gigantische KI-Modelle

Die Ryzen AI Halo Developer Platform ist als Einmalkauf für 3.700 Euro erhältlich. Das System kann KI-Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern lokal ausführen – ein massiver Vorteil für Entwickler, die sensible Daten nicht in die Cloud schicken wollen oder können.

Herzstück ist der Ryzen AI Max+ 395 Prozessor mit 16 Zen-5-Kernen und einer Taktfrequenz von 5,1 Gigahertz. Besonders beeindruckend: Die 128 Gigabyte schnellen LPDDR5X-8000-Arbeitsspeicher. Branchentests zufolge schafft das System damit das Modell Qwen3-235B mit rund elf Tokens pro Sekunde – und das bei optimierter Quantisierung.

Die hauseigenen Benchmarks zeigen sogar: In spezifischen Tests wie AIME 2024 und CodeForces übertraf die AMD-Plattform das Konkurrenzmodell o1 von OpenAI.

Technische Ausstattung auf höchstem Niveau

Die Plattform ist für das ROCm-Ökosystem optimiert und unterstützt gängige KI-Frameworks wie PyTorch, llama.cpp, vLLM und Ollama. Zur Hardware gehören:

  • Eine Radeon 8060S Grafikeinheit mit 40 Compute Units
  • Eine XDNA 2 NPU mit über 50 TOPS
  • Eine Gesamtsystemleistung von 126 TOPS

Damit ist das System nicht nur für Entwickler interessant, sondern auch für Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die rechenintensive KI-Modelle lokal betreiben müssen.

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Preiskampf mit Nvidia

Mit einem Preis von 3.700 Euro unterbietet AMD das direkte Konkurrenzprodukt Nvidia DGX Spark um rund 650 Euro. Nvidias System kostet knapp 4.350 Euro. AMD verspricht zudem einen Vorteil von 14 Prozent bei der Tokens-pro-Sekunde-Leistung.

Die Ankündigung ließ die AMD-Aktie am Montag um acht Prozent auf ein Rekordhoch von 558,37 Euro steigen. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs damit mehr als verdoppelt – ein Plus von rund 156 Prozent. Analysten von Citi und Bank of America bleiben optimistisch und sehen Kurspotenzial bis zu 575 Euro.

Verfügbarkeit und Ausblick

Der Entwickler-Rechner ist ab sofort im Handel. Die US-Kette Micro Center führt das System in über 30 Filialen. Zur Ausstattung gehören eine 2-Terabyte-SSD, 10-Gigabit-Ethernet und WLAN 7.

Doch AMD denkt bereits weiter: Für das dritte Quartal 2026 ist eine leistungsstärkere Variante namens Max+ PRO 495 mit 192 Gigabyte Speicher angekündigt.

Auch andere Hersteller steigen ein: GMKtec bietet den Mini-PC EVO-X2 ab 1.400 Euro an. MINIX und TOPC haben eigene Systeme angekündigt, die Preise stehen aber noch nicht fest. Und der Crowdfunding-Kampagne für das OneXPlayer X2 Mini Pro startete ebenfalls am Montag – allerdings mit dem schwächeren Achtkern-Prozessor Ryzen AI Max+ 388.

Die Botschaft ist klar: AMD will nicht länger nur im Schatten von Nvidia stehen. Mit der neuen Plattform bringt der Konzern die KI-Revolution direkt auf den Schreibtisch – und das zu einem Preis, der die Konkurrenz ins Schwitzen bringen dürfte.