Seit Anfang des Jahres baut AMD seine Ryzen-AI-Max+-Reihe auf Basis der Strix-Halo-Architektur konsequent aus. Was im Januar 2026 mit einer Erweiterung des Portfolios um zwei zusätzliche Modelle begann, hat sich seither zur Grundlage einer ganzen Gerätekategorie entwickelt: leistungsfähige Mini-Workstations und Notebooks, die große Sprachmodelle lokal statt in der Cloud ausführen.
Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt, wie sich die Plattform von einer reinen Prozessorfamilie zu einem eigenständigen Ökosystem gewandelt hat.
Die Portfolio-Erweiterung vom Jahresanfang
Im Januar 2026 stellte AMD mit dem Ryzen AI Max+ 392 und dem Ryzen AI Max+ 388 zwei neue Modelle vor, die beide auf dem Strix-Halo-Package basieren. Beide Chips verfügen über eine RDNA-3.5-integrierte GPU mit 40 Compute Units beziehungsweise 2.560 Stream-Prozessoren, eine Copilot+-fähige NPU mit 50 TOPS sowie einen 256-Bit-LPDDR5X-Speichercontroller.
Der 392er bietet 12 Kerne und 24 Threads auf zwei CCDs mit einer Basisfrequenz von 3,20 GHz und einem Boost bis 5,00 GHz, während der 388er mit 8 Kernen und 16 Threads auf einem CCD arbeitet, aber mit 3,60 GHz Basistakt startet. Beide Varianten teilen sich einen konfigurierbaren TDP-Bereich von 45 bis 120 Watt und die volle GPU-Ausstattung mit 40 Compute Units.
AMD positionierte die beiden Chips als günstigere Alternativen zu den höherkernigen Strix-Halo-Varianten, insbesondere für Gaming und grafiklastige Anwendungen. Die Erweiterung folgte auf eine zuvor vorgestellte kompakte Developer Box auf derselben Architekturbasis.
Die Ryzen AI Halo Box als Entwicklerplattform
Zur CES 2026 präsentierte AMD zusätzlich die Ryzen AI Halo Box, einen kompakten Desktop-Rechner auf Basis der Ryzen-AI-Max+-Strix-Halo-Prozessoren. Das Gerät wurde explizit als AI-Entwicklungsplattform positioniert und mit Nvidias DGX Spark verglichen, wobei AMD selbst einräumte, in der reinen Rechenleistung nicht gleichwertig zu sein.
Herzstück ist der Ryzen AI Max 395+ mit 16 Kernen und 32 Threads auf Zen-5-Basis, kombiniert mit der bekannten RDNA-3.5-GPU mit 40 Compute Units und einer NPU mit 50 TOPS. Bis zu 128 GB unified LPDDR5X-Speicher stehen zur Verfügung, das System unterstützt Windows 11 und Linux und liefert vorinstallierte AI-Modelle mit.
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Für die Kühlung setzt AMD auf eine Baseplate mit Direct-Touch-Heatpipes, einen Aluminium-Kanalkühler und zwei seitliche Lüfter. Die Verfügbarkeit war für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, konkrete Preise sollten erst näher am Marktstart folgen.
Partnerhersteller bauen auf derselben Basis auf
Die Strix-Halo-Plattform hat inzwischen mehrere Gerätehersteller angezogen, die eigene Produkte auf dieser Grundlage entwickeln. Thunderobot brachte den AI Master M7000 auf den Markt, eine mobile Workstation, die auf dem Ryzen AI Max+ 395 basiert und laut Hersteller in Kombination mit der Phison-aiDAPTIV+-Technologie das Ausführen von 120-Milliarden-Parameter-Modellen wie GPT-OSS-120B lokal ermöglichen soll.
Das Gerät kombiniert bis zu 128 GB RAM mit einer zusätzlichen AI-SSD und wurde laut einem Bericht vom 20. September 2026 mit einem 16-Zoll-Display, 2560×1600 Pixeln und 165 Hz Bildwiederholrate sowie einem 99-Wh-Akku ausgestattet.
Auch GPD nutzt die Plattform: Laut einem Bericht vom 20. September 2026 bringt der Hersteller eine neue Version seines Handheld-PCs WIN 5 mit dem Ryzen AI Max+ 388 auf den Markt, mit ersten Auslieferungen gegen Ende September.
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GMKtec wiederum stellte zur IFA 2026 in Berlin den EVO-X5 Pro vor, den laut Hersteller weltweit ersten Desktop-Rechner, der ein Sprachmodell mit 300 Milliarden Parametern vollständig offline ausführen können soll.
Das Gerät basiert auf dem Ryzen AI Max+ PRO 495 mit bis zu 192 GB LPDDR5X-Speicher und richtet sich mit Enterprise-Funktionen wie dem AMD-DASH-Framework gezielt an Entwickler und Forschungseinrichtungen. Auch ACEMAGIC zeigte zur IFA 2026 mit dem F9A-PRO 495 ein vergleichbares Konzept in einem 2-Liter-Gehäuse.
Software-Ökosystem wächst parallel
Neben der Hardware treibt AMD auch die Softwareseite voran: In Zusammenarbeit mit Stability AI wurde eine für XDNA-2-NPUs optimierte Version von Stable Diffusion 3.0 Medium entwickelt, die auf Notebooks mit 24 GB RAM läuft und im Betrieb rund 9 GB Speicher benötigt.
Über eine zweistufige Pipeline lässt sich die Bildausgabe von 2 auf 4 Megapixel skalieren. Diese Entwicklung baut auf der SDXL-Turbo-Vorstellung von der Computex 2024 auf und zeigt, wie AMD Hardware und Software der Strix-Halo-Plattform enger verzahnt.
Insgesamt zeichnet sich ab, dass die im Januar 2026 begonnene Erweiterung der Ryzen-AI-Max+-Reihe zu einem zentralen Baustein für eine neue Geräteklasse geworden ist: Kompaktrechner und mobile Workstations, die große KI-Modelle ohne Cloud-Anbindung lokal betreiben können.

