Das Saarland trennt Polizei und Katastrophenschutz. Die Reform soll den Schutz kritischer Infrastrukturen stärken.
Ab heute, dem 9. Februar 2026, gibt es im Saarland eine neue Sicherheitsarchitektur. Innenminister Reinhold Jost (SPD) hat eine eigenständige Abteilung für Bevölkerungsschutz geschaffen. Sie löst sich aus der bisherigen gemeinsamen Verwaltung mit der Polizei. Ziel ist eine schlagkräftigere Antwort auf komplexe Krisen wie Cyberangriffe oder Extremwetter.
Antwort auf neue Bedrohungslage
Bisher waren Polizei und Zivilschutz in einer Abteilung gebündelt. Diese „Abteilung D“ gehört der Vergangenheit an. Die neue Struktur soll schnelleres Handeln in Notlagen ermöglichen. Ein eigenes Departement kann sich nun voll auf Katastrophenhilfe, Krisenmanagement und den Schutz von KRITIS konzentrieren.
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Hintergrund ist eine zunehmend komplexe Gefahrenlage. Die Aufgaben im Bevölkerungsschutz sind umfangreicher und dringlicher geworden. Das neue Amt soll Strategien zur Krisenvorsorge entwickeln und die Widerstandsfähigkeit lebenswichtiger Dienstleistungen im Land sicherstellen.
Umsetzung des neuen KRITIS-Dachgesetzes
Der Schritt des Landes folgt auf ein wichtiges Bundesgesetz. Erst letzte Woche verabschiedete der Bundestag das KRITIS-Dachgesetz. Es verschärft die physischen Schutzvorgaben für Betreiber kritischer Infrastrukturen.
Bisher lag der Fokus stark auf Cybersicherheit. Jetzt müssen Energieversorger, Wasserwerke oder Verkehrsbetriebe auch ihre Gebäude und Anlagen besser schützen. Die nuova saarländische Abteilung wird die Einhaltung dieser Vorgaben überwachen. Sie wird Risikoanalysen der Betreiber prüfen und die Landeskoordination bei physischen Bedrohungen leiten.
Experten sehen darin eine konsequente Umsetzung der sicherheitspolitischen „Zeitenwende“. Die Bündelung der Kompetenzen soll auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) erleichtern.
Personalrochade sorgt für politischen Zündstoff
Mit der Strukturreform geht ein personeller Wechsel an der Spitze der Landespolizei einher. Judith Lobmeier wird neue Landespolizeipräsidentin – als erste Frau in dieser Position. Natalie Grandjean übernimmt als Polizeidirektorin.
Die oppositionelle CDU kritisiert die Besetzungen und stellt die Qualifikation infrage. Die regierende SPD wehrt sich scharf. Réka Klein, Vorsitzende der SPD-Frauen im Saarland, wies die Vorwürfe am Sonntag zurück. Die Kritik entwerte Frauen in Führungspositionen und ignoriere Lobmeiers Erfahrung als Volljuristin und ehemalige Vizepräsidentin.
Aus Sicht der SPD folgen die Personalien der Logik der Reform. Durch die Trennung der Bereiche waren neue Führungsstrukturen nötig. Die Doppelbesetzung mit Frauen soll ein Modernisierungssignal in einer männerdominierten Branche senden.
Erster großer Praxistest steht bevor
In den kommenden Wochen wird die neue Abteilung aufgebaut. Für Kommunen und KRITIS-Betreiber soll sie dann der zentrale Ansprechpartner werden.
Der erste große Praxistest wird die Umsetzung des KRITIS-Dachgesetzes sein. Betreiber müssen sich auf neue Meldepflichten und Sicherheitsüberprüfungen einstellen. Mit der Reform positioniert sich das Saarland als Vorreiter im Kampf gegen hybride Bedrohungen und Klimafolgen.
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