Der Hardware-Wallet-Hersteller SafePal sieht sich mit den Folgen eines erheblichen Sicherheitsvorfalls konfrontiert. Durch eine Schwachstelle in einem Plugin zur Bestellverfolgung wurden die persönlichen Daten von insgesamt 39.798 Kunden offengelegt. Betroffen sind Personen, die in der Zeitspanne zwischen dem 2. März 2025 und dem 11. April 2026 Bestellungen bei dem Unternehmen getätigt haben.
Wie am 16. August 2026 bekannt wurde, umfassen die kompromittierten Informationen sensible personenbezogene Daten wie Namen, E-Mail-Adressen, Lieferanschriften sowie Telefonnummern und spezifische Bestelldetails. Das Unternehmen betonte im Zuge der Aufarbeitung jedoch, dass keine unmittelbare Kompromittierung von Krypto-Werten stattgefunden habe.
Weder Seed-Phrasen noch private Schlüssel, Passwörter oder Krypto-Guthaben seien durch das Leck gefährdet worden. Auch Bankdaten, Kreditkartennummern, allgemeine Zahlungsdetails oder Kopien von Regierungsausweisen befanden sich laut Firmenangaben nicht unter den abgeflossenen Informationen.
Erhöhte Risiken für Phishing und Identitätsbetrug
Trotz der Sicherheit der digitalen Vermögenswerte auf den Geräten selbst warnen Fachleute vor den indirekten Folgen für die betroffenen Nutzer. Diese seien nun einem deutlich erhöhten Risiko für Phishing-Angriffe und Identitätsbetrug ausgesetzt.
Wer sich mit der Gefahr von Datenlecks befasst, sollte den Schutz seiner digitalen Konten priorisieren, da gestohlene Informationen oft für gezielte Hackerangriffe genutzt werden. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie sich mit modernen Sicherheitsmethoden effektiv vor Datenklau schützen. Sicherheits-Alternative gegen Hacker jetzt gratis nachlesen
Angreifer könnten die erbeuteten Adress- und Kontaktdaten nutzen, um gezielte Betrugsversuche per E-Mail oder Post zu unternehmen. SafePal hat nach eigenen Angaben bereits reagiert und mehr als 30 Phishing-Websites entfernen lassen, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall standen.
Das Unternehmen hat die zugrundeliegende Schwachstelle im Bestell-Plugin inzwischen durch einen Patch geschlossen. Betroffene Kunden seien über den Vorfall benachrichtigt worden; zudem wurde eine spezielle Überprüfungsseite eingerichtet, auf der Nutzer ihren individuellen Status kontrollieren können.
Datenlecks bei Dienstleistern führen oft dazu, dass Kriminelle versuchen, über die erbeuteten Kontaktdaten in die private digitale Sphäre einzudringen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Ihre meistgenutzten Anwendungen und Konten ohne Passwort-Stress maximal absichern. Kostenlosen Report für maximale Konten-Sicherheit anfordern
Zur weiteren unabhängigen Aufarbeitung hat SafePal zudem ein spezialisiertes Sicherheitsunternehmen mit einer umfassenden Prüfung der Systeme beauftragt.
Konsequenzen für den Datenschutz
Als direkte Konsequenz aus dem Vorfall kündigte der Wallet-Hersteller eine grundlegende Änderung seiner Datenaufbewahrungsstrategie an. Die Frist zur Speicherung von Kundendaten wurde massiv reduziert: Während SafePal Kaufdatensätze zuvor in einem Zyklus von zwölf Monaten löschte, werden diese Informationen nun bereits nach 90 Tagen aus den Systemen entfernt. Damit soll das potenzielle Ausmaß künftiger Datenabflüsse minimiert werden.
Erste Hinweise auf den Sicherheitsvorfall waren bereits im Mai 2026 auf der Plattform Reddit aufgetaucht. Während die offizielle Offenlegung des genauen Umfangs erst jetzt erfolgte, stammt die Zahl von 39.798 betroffenen Kunden aus externen Schätzungen.
In der Branche werden bereits Parallelen zum massiven Datenleck beim Wettbewerber Ledger aus dem Jahr 2020 gezogen, das damals ähnliche Debatten über die Sicherheit von Kundendaten bei Hardware-Anbietern auslöste.
SafePal, ein von Binance Labs unterstütztes Unternehmen, ist bekannt für sein Modell SafePal S1. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Air-Gapped-Wallet, die ohne direkte Internetverbindung arbeitet. Ein besonderes Merkmal des Anbieters ist zudem, dass für den Erwerb und die Nutzung keine Identitätsprüfung (KYC) erforderlich ist.

