SafePal-Datenleck: 39.798 Kunden betroffen – Phishing-Risiko hoch

Bei SafePal wurden persönliche Daten von fast 40.000 Kunden offengelegt. Krypto-Bestände bleiben laut Unternehmen sicher, doch Phishing-Risiken steigen.

Der Anbieter von Hardware-Wallets SafePal ist von einem erheblichen Sicherheitsvorfall betroffen, bei dem die persönlichen Daten von insgesamt 39.798 Kunden offengelegt wurden.

Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, betrifft das Datenleck Nutzer, die im Zeitraum vom 02.03.2025 bis zum 11.04.2026 Bestellungen bei dem Unternehmen getätigt haben. Die kompromittierten Informationen umfassen sensible personenbezogene Daten wie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie vollständige Lieferadressen und Details zu den jeweiligen Bestellungen.

Ursachen und technischer Hintergrund

Die Ursache für den Vorfall liegt nach Unternehmensangaben in einem Autorisierungsfehler innerhalb eines Plugins, das für die Nachverfolgung von Bestellungen zuständig ist. Erschwerend kam ein Fehler bei der Datenaufbewahrung hinzu, der den Zeitraum von September 2025 bis April 2026 umspannte.

Dieser Umstand führte dazu, dass der Umfang der abgreifbaren Daten deutlich größer ausfiel, als es bei einer strikten Einhaltung der internen Richtlinien der Fall gewesen wäre.

Erste Hinweise auf die Unregelmäßigkeiten waren bereits im Mai 2026 durch Berichte auf der Plattform Reddit aufgetaucht. SafePal, ein Unternehmen, das unter anderem von Binance Labs unterstützt wird, hat den zugrunde liegenden Fehler nach eigenen Angaben inzwischen behoben.

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Im Zuge der Aufarbeitung des Vorfalls wurde eine unabhängige Sicherheitsfirma mit einer umfassenden Untersuchung beauftragt. Zudem hat der Anbieter seine Datenspeicherfrist auf 90 Tage verkürzt, obwohl zuvor eine Löschungsrichtlinie von 12 Monaten bestand.

Sicherheit der Krypto-Werte und verbleibende Risiken

Trotz der Schwere des Lecks betont das Unternehmen, dass die Sicherheit der digitalen Vermögenswerte nicht unmittelbar gefährdet sei. Es wurden keine privaten Schlüssel, Seed-Phrasen oder Wallet-Passwörter kompromittiert.

Auch Bankdaten, Kreditkartennummern oder Ausweisdokumente seien nicht Teil des Abflusses gewesen. Da das Hardware-Wallet-Modell SafePal S1 zudem als „air-gapped“ konzipiert ist, also keine direkte Verbindung zum Internet benötigt, bleiben die Krypto-Fonds der Nutzer von diesem Vorfall unberührt.

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Dennoch stufen Branchenexperten das Risiko für die betroffenen Kunden als hoch ein. Die Offenlegung der Kontaktdaten macht die Nutzer zu einem primären Ziel für gezielte Phishing-Angriffe und Identitätsdiebstahl.

Besonders besorgniserregend ist die Preisgabe der physischen Adressen, da diese theoretisch für physische Angriffe auf Krypto-Besitzer genutzt werden könnten. In der Branche werden bereits Vergleiche zum folgenschweren Ledger-Breach aus dem Jahr 2020 gezogen.

Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

SafePal hat bereits erste Schritte unternommen, um die Auswirkungen für die betroffenen Kunden zu minimieren. Dazu gehörte die Identifizierung und Entfernung von mehr als 30 betrügerischen Websites, die im Zusammenhang mit dem Datenleck erstellt wurden.

Während externe Analysen die Zahl der betroffenen Nutzer konkret auf 39.798 beziffern, steht eine formelle Bestätigung der exakten Anzahl durch SafePal selbst noch aus. Kunden werden dringend dazu angehalten, bei eingehenden Nachrichten, die sich auf ihre Wallet oder ihre Bestellungen beziehen, äußerste Vorsicht walten zu lassen, um nicht Opfer von Betrugsversuchen zu werden.