Salesforce AIforce: Neues Reasoning-Modell Koa mit 120 Mrd. Parametern

Salesforce bündelt neue KI-Werkzeuge, stellt das CRM-Modell Koa vor und vertieft Kooperationen mit Google Cloud sowie Anthropic.

Der Softwarekonzern Salesforce hat eine tiefgreifende Erweiterung seines KI-Portfolios angekündigt, um CRM-Daten effizienter in externe und interne KI-Umgebungen zu integrieren.

Im Zentrum der am 15. September 2026 vorgestellten Initiative steht der Start von „AIforce“ sowie die Präsentation des ersten spezialisierten Enterprise-Reasoning-Modells namens „Koa“. Die Maßnahmen zielen darauf ab, autonome Agenten-Systeme für Unternehmen skalierbar und produktiver zu gestalten.

AIforce-Architektur und Agentforce-Wachstum

Mit dem Start von AIforce ermöglicht Salesforce das Routing von CRM-Daten in externe KI-Umgebungen. Teil dieser Infrastruktur ist „Claudeforce“, das mit 37 spezifischen Vertriebs-Skills ausgestattet ist, sowie ein „Claude Code Plug-in“, das über 40 Entwickler-Skills in einer öffentlichen Beta-Phase bereitstellt. Zudem umfasst das Angebot „Slackforce“ mit integrierten Oberflächen für das Slack-CRM.

Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist „Agentforce Coworker“. Laut Unternehmensangaben erreichte dieses Tool innerhalb der ersten 35 Tage nach der Einführung eine Nutzerbasis von 100.000 Anwendern. Als Anwendungsbeispiel nennt Salesforce die Fulton Bank, die bereits mehr als 20 Einsatzszenarien für rund 3.000 Nutzer implementiert hat. Ergänzend bietet „Headless 360“ Zugriff auf über 60 Tools im Rahmen des Model Context Protocol (MCP).

Koa: Ein Reasoning-Modell für CRM-Aufgaben

Auf der Fachkonferenz Dreamforce 2026 stellte Salesforce mit „Koa“ das nach eigenen Angaben erste Enterprise-Reasoning-Modell vor, das speziell für CRM-Aufgaben entwickelt wurde. Das Modell entstand in Kooperation mit NVIDIA auf Basis von „Nemotron 3 Super“ und verfügt über 120 Milliarden Parameter. Das Training erfolgte mittels Reinforcement Learning in simulierten Workflows für mehr als 14 Branchen.

Besonderes Augenmerk legte Salesforce auf den Datenschutz: Das Training basierte auf synthetischen Daten aus 27 Jahren CRM-Historie, ohne dabei auf tatsächliche Kundendaten zurückzugreifen. In internen CRM-Benchmarks wies Koa eine Fehlerquote auf, die dreimal niedriger liegen soll als bei führenden Konkurrenzmodellen.

Das Modell erreichte im CRM-Benchmark einen Wert von 0,86 (im Vergleich zu 0,87 bei Claude Opus 4.8 und 0,90 bei GPT-5.5). Erste Kundenpiloten laufen bereits bei Organisationen wie der Formula 1, UChicago Medicine, Xero und der Baxter Credit Union. Die allgemeine Verfügbarkeit in US-Regionen ist für den Winter 2026 geplant.

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Erweiterte Partnerschaften mit Google Cloud und Anthropic

Parallel zur technologischen Entwicklung hat Salesforce seine Kooperationen mit Google Cloud und Anthropic intensiviert. Die Infrastruktur „Hyperforce“ auf Google Cloud befindet sich bereits im produktiven Einsatz; Migrationen in den USA sollen ab dem vierten Quartal 2026 folgen.

Für Deutschland ist der Start im Jahr 2027 vorgesehen. Durch die Partnerschaft wird Gemini Enterprise mit der Headless-Architektur von Salesforce verknüpft, wobei Gemini-Modelle direkt in Agentforce integriert werden.

Im Rahmen der Kooperation mit Anthropic wurde Claude als bevorzugtes KI-Modell für Salesforce-Anwendungen deklariert, während Anthropic Salesforce als bevorzugtes CRM nutzt. Claude wird zudem als Standardmodell für Slack AI und den Slackbot eingesetzt. Laut Salesforce führt der Einsatz des Slackbots bereits zu jährlichen Produktivitätsgewinnen von 8,1 Millionen Stunden, wobei sich diese Zahlen quartalsweise verdoppeln würden.

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Marktumfeld für KI-Agenten und Infrastruktur

Die Entwicklungen bei Salesforce stehen im Kontext eines breiteren Branchentrends hin zu autonomen Agenten-Systemen. So erweiterte GitLab seine „Duo Agent Platform“ am 17. September 2026 um drei Open-Weight-Modelle (Kimi K3, GLM 5.3 und MiniMax M3), die über Fireworks AI bereitgestellt werden.

Anthropic wiederum gestaltete seine „Claude Projects“ zu einer konversationsbasierten Umgebung um, in der mehrere Agenten mit geteiltem Speicher und Dateibibliotheken an gemeinsamen Zielen arbeiten können.

Auch auf der Infrastrukturseite gibt es neue Angebote: Huawei Cloud startete am 18. September 2026 global den „AI Cluster Service“ (AICS), der stabileres Cloud-Training und einen höheren Token-Durchsatz verspricht. Die zugehörige „AgentArts-Plattform“ bedient laut Huawei bereits über 100 Unternehmen. Diese Entwicklungen unterstreichen den zunehmenden Wettbewerb um performante und spezialisierte KI-Lösungen für den Unternehmenseinsatz.