Salesforce-KI: Agentforce wächst 240%, annualisiert 1,5 Mrd. Dollar

Salesforce steigert Umsatz und bereinigten Gewinn deutlich, hebt die Jahresziele an und meldet kräftiges Wachstum bei KI-Plattformen.

Salesforce hat mit seinen Quartalszahlen die Marktprognosen weit übertroffen und damit die stärkste Kursbewegung seit Jahren ausgelöst. Der Softwarekonzern meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 31. Juli 2026 endete, einen Umsatz von 11,35 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 5,90 US-Dollar und damit weit über dem Analystenkonsens von 3,27 US-Dollar. Das Nettoeinkommen verdoppelte sich nahezu auf 3,5 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,9 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.

Ein Teil des Gewinnsprungs geht auf einen Sondereffekt zurück: Im Non-GAAP-Ergebnis sind 2,53 US-Dollar je Aktie beziehungsweise 2,6 Milliarden US-Dollar aus der Investition in Anthropic enthalten. Ohne diesen Effekt hätte der bereinigte Gewinn je Aktie bei 3,37 US-Dollar gelegen, was einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche.

Aktie legt zweistellig zu

Die Salesforce-Aktie sprang am Tag der Bekanntgabe um 20 bis 23 Prozent nach oben – der größte Tagesgewinn seit Juli 2020. Nachbörslich zog der Kurs um weitere 12 Prozent an. Auch das Sentiment unter Privatanlegern schlug stark ins Positive um, das Nachrichtenvolumen in entsprechenden Foren stieg um rund 1000 Prozent.

Mehrere Analysehäuser reagierten mit angehobenen Kurszielen: Raymond James setzte das Ziel auf 310 US-Dollar, Truist, BTIG und Jefferies auf jeweils 300 US-Dollar. Morgan Stanley (Equal Weight) und Citi (Neutral) blieben mit 235 beziehungsweise 233 US-Dollar zurückhaltender.

Der Analystenkonsens liegt bei Strong Buy, mit Kurszielen von bis zu 475 US-Dollar. Der bekannte US-Marktkommentator Jim Cramer wertete die Zahlen zusammen mit denen von Nvidia als Widerlegung pessimistischer Markterzählungen und verwies auf das laut ihm stärkste Umsatzwachstum von Salesforce seit vier Jahren sowie auf eine niedrige Kundenabwanderung.

KI-Geschäft treibt Wachstum

Im Zentrum der Berichterstattung stand die Beschleunigung des KI-Geschäfts. Der Netto-Neu-Auftragswert (Net New ACV) verzeichnete laut Unternehmensangaben das stärkste Wachstum seit vier Jahren, wobei Slack mit starkem zweistelligem Wachstum beitrug.

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Der annualisierte Umsatz im Bereich KI und Daten erreichte rund 4 Milliarden US-Dollar. Agentforce, die KI-Agentenplattform von Salesforce, kam auf einen annualisierten Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 240 Prozent.

Zusammen mit Data 360 lag der annualisierte Umsatz bei 3,9 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 210 Prozent. Rund die Hälfte der Agentforce-Buchungen stammt von Kunden, die zusätzliche „Flex Credits“ nachkaufen; mehr als 95 Prozent des Umsatzes gelten als ratable, also über Vertragslaufzeiten verteilt abgerechnet.

Als konkrete Kunden nannte Salesforce unter anderem die US-Armee mit 55 Millionen Agentforce-Konversationen pro Monat, die Deutsche Telekom, die FIFA, NTT Data und Cisco.

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Zudem stellte Salesforce eine Partnerschaft mit Anthropic vor, unter der Bezeichnung Claudeforce: Salesforce-Funktionen sollen als Plugin in Claude integriert werden, mit 37 vorgefertigten Skills. Eine offene Betaphase ist für September vorgesehen, die Nutzung soll verbrauchsabhängig abgerechnet werden.

Ausblick angehoben

Für das dritte Quartal rechnet Salesforce mit einem Umsatz von rund 11,5 Milliarden US-Dollar. Der aktuelle Auftragsbestand (cRPO) wuchs währungsbereinigt um rund 14 Prozent auf 33,5 Milliarden US-Dollar.

Die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2027 wurde auf 46,1 bis 46,4 Milliarden US-Dollar angehoben, ein Plus von rund 300 Millionen US-Dollar währungsbereinigt beziehungsweise 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der freie Cashflow stieg um 81 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar, die Dividendenrendite liegt bei 0,7 Prozent.

Konzernchef Marc Benioff wies Sorgen vor einer „SaaSpocalypse“ zurück. Stellvertretender Finanzchef Mike Spencer erklärte, die Buchungen im zweiten Quartal hätten die Erwartungen übertroffen und stützten eine Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr. Als langfristiges Ziel nannte Salesforce die sogenannte „Rule of 50“ für das Geschäftsjahr 2030.