Auf der Dreamforce-Konferenz in San Francisco hat Salesforce am 15. September 2026 mit Koa das erste CRM-Reasoning-Modell für die unternehmenseigene Plattform Agentforce vorgestellt. Das System baut auf der Architektur Nemotron 3 Super von NVIDIA auf und ist darauf ausgelegt, autonome Arbeitsabläufe sowie komplexe Entscheidungsfindungen in Unternehmensanwendungen zu unterstützen.
Architektur und Training ohne Rückgriff auf Kundendaten
Koa basiert auf einer Mixture-of-Experts-Struktur (MoE) mit 120 Milliarden Parametern und verfügt über ein Kontextfenster von einer Million Token. Das Post-Training erfolgte über überwachte Feinabstimmung (SFT) sowie bestärkendes Lernen (RL) mittels GRPO. Dafür nutzte Salesforce die NVIDIA-Lösungen NeMo, NeMo RL, NeMo Gym und NeMo AutoModel.
Als Trainingsgrundlage diente ein synthetischer Datensatz, der auf Erfahrungen aus 27 Jahren CRM-Einführungen über mehr als 14 Branchen hinweg aufbaut. Rohan Kumar von Salesforce betonte, dass beim Modelltraining kein einziges Byte an Kundendaten verwendet worden sei. Begleitend zu der Partnerschaft verwies NVIDIA-Chef Jensen Huang darauf, dass der Marktanteil offener Modelle branchenweit von rund 30 Prozent auf rund 70 Prozent gestiegen sei.
Ergebnisse in CRM-Benchmarks und interne Messwerte
In standardisierten Leistungsvergleichen positioniert sich Koa im oberen Feld. Im CRM Bench erreichte das Modell einen Wert von 0,86 und platzierte sich damit hinter GPT-5.5 mit 0,90 sowie Opus-4.8 mit 0,87, jedoch vor GPT-4.1 mit 0,81. Bei der Genauigkeit von Funktionsaufrufen (Function-Call-Accuracy) verzeichnete Koa einen Wert von 0,77 gegenüber einem Basiswert von 0,71. Im BFCL-Test lag das Ergebnis bei 66,63 Prozent (Basis: 64,73 Prozent; GPT-4.1: 53,96 Prozent), während im Tau2Bench ein Wert von 69,41 erzielt wurde (Basis: 68,64; GPT-4.1: 54,51).
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Salesforce meldete auf Basis interner Tests zudem dreimal weniger Fehler bei CRM-Aktionen, eine um 11 Prozent verbesserte Aktionsauswahl, einen 2,1-mal verlässlicheren Abruf sowie 15 Prozent bessere Ergebnisse in längeren Konversationen. Die Aussage über dreimal weniger Aktionsfehler geht allerdings auf einen Salesforce-eigenen Benchmark zurück und wurde bislang nicht unabhängig geprüft.
Pilotprogramm, Rollout-Zeitplan und Ökosystem-Ausbau
Koa startet im Oktober in eine Pilotphase, an der unter anderem Formula 1, UChicago Medicine, Baxter Credit Union, 1-800Accountant, Engine und Xero teilnehmen. Die allgemeine Verfügbarkeit in den USA wird für den Winter 2026 erwartet. Für Behörden und regulierte Umgebungen stellt der Softwarekonzern die Variante Missionforce bereit; entsprechend vortrainierte NVIDIA-Modelle für Missionforce Operations sind für Oktober 2026 angekündigt.
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Der Basispreis für Agentforce liegt bei 2 US-Dollar pro Konversation. Einem Bericht von Bloomberg zufolge verfehlten die bisherigen Ergebnisse von Agentforce allerdings die im Vorfeld geschürten Marketing-Erwartungen. Salesforce kündigte im Rahmen der Veranstaltung weitere Angebote wie AIforce, Claudeforce mit 37 Vertriebs-Skills, Slackforce und Headless 360 an.
Für die Lösung Agentforce Coworker meldete das Unternehmen 100.000 Nutzer innerhalb von 35 Tagen. Plattformweit beziffert Salesforce das bisherige Volumen auf 7 Milliarden sogenannte Agentic Work Units, von denen 3,2 Milliarden im zweiten Quartal verarbeitet wurden.

