Vier US-Bürger haben am 18. September 2026 beim U.S. District Court Northern District of California eine Sammelklage gegen Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google eingereicht.
Die Kläger Charles Buist, Nick Spetsas, Cheyenne Hunt und Christine Bullock werfen den führenden Technologiekonzernen vor, sich illegal abgesprochen zu haben, um das Tempo bei der Entwicklung fortschrittlicher künstlicher Intelligenz zu drosseln. Dies stelle einen Verstoß gegen Section 1 des Sherman Act dar.
Die Kläger nutzen nach eigenen Angaben kostenpflichtige Abonnements der Dienste ChatGPT, Claude, Grok sowie Gemini. Sie streben eine landesweite Sammelklage an, die US-Käufer von Einzelabonnements bei den vier Anbietern ab dem 12. September 2026 vertreten soll, aufgeteilt in jeweils eine Untergruppe pro beklagtem Unternehmen. Eine gerichtliche Zertifizierung der Sammelklage steht derzeit noch aus.
Vorwurf der Absprache zur Entwicklungsbremse
Die 29 Seiten umfassende Klageschrift argumentiert, dass die Absprachen der Unternehmen den tatsächlichen Wert der kostenpflichtigen Abonnements minderten, während Nutzer weiterhin die vollen Gebühren zahlten. Die Sicherheitsvorkehrungen seien die Angelegenheit jedes einzelnen Unternehmens und dürften nicht als Vorwand für kartellrechtswidrige Absprachen dienen.
Zwar räumt die Klage ein, dass die vollständigen Auswirkungen auf die Produkte noch nicht sichtbar seien und entsprechende Schäden erst durch das Beweisaufnahmeverfahren sowie Expertenanalysen nachgewiesen werden müssten, dennoch sieht die Klägerseite bereits jetzt einen rechtlichen Eingriff.
Anwalt Nick Rowley, der die Klägerseite vertritt, warnte vor den Gefahren unkontrollierter künstlicher Intelligenz und bezeichnete die Vorgehensweise der Unternehmensführungen als unzulässige Abkürzung.
Als zentralen Koordinationsakt nennt die Klage einen am 12. September 2026 veröffentlichten Text von Anthropic-Chef Dario Amodei mit dem Titel „We Must Pace the Frontier“. Darin schlug Amodei einen dreistufigen Plan vor, der unabhängige Prüfer, gemeinsame Sicherheitsstandards und internationale Kooperation umfasst.
Die am 18. September 2026 eingereichte Sammelklage wirft Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google vor, sich auf eine Verlangsamung der KI-Entwicklung verständigt zu haben. Für Anleger stellt sich die Frage, welche Rechtsrisiken daraus für KI-Positionen entstehen. Unser kostenloses Dossier ordnet die Klage und die betroffenen Titel ein. Kostenloses Dossier zur Kartellklage anfordern
Gleichzeitig warnte er vor einem Szenario, in dem unkontrollierte Systeme binnen sechs bis zwölf Monaten das Internet übernehmen und Schäden von Hunderten Milliarden US-Dollar anrichten könnten. Am selben Tag signalisierten Sam Altman, Elon Musk und Demis Hassabis öffentlich ihre Zustimmung zu Amodeis Initiative.
Zudem verweist die Klageschrift auf eine gemeinsame Erklärung von Mitarbeitern führender Forschungslabore aus dem Juli 2026 bezüglich des intensiven Wettbewerbsdrucks sowie auf eine Bestätigung von OpenAI vom 15. September 2026 über wochenlange Abstimmungen zu Sicherheitsprotokollen.
Reaktionen und politische Debatte
Anthropic, OpenAI, SpaceXAI und Google reagierten bis zum 19. September 2026 nicht auf Anfragen zu dem Verfahren. OpenAI-Chef Sam Altman erklärte auf der Plattform X, er befürworte zwar einen föderalen Sicherheitsrahmen, wolle aber nicht auf eine kartellrechtliche Ausnahmegenehmigung warten.
In Washington sorgt das Thema für anhaltende Auseinandersetzungen. Die US-Senatoren Josh Hawley und Ted Cruz blockierten jüngst eine Ausnahme von den Antitrust-Regeln im Rahmen des Verteidigungshaushalts. Während Senator Richard Blumenthal umgehende gesetzliche Regulierungen fordert, plädiert der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, für Selbstregulierung statt überstürzter Schritte.
Neben der Kartellklage prägt auch die politische Debatte in Washington das Umfeld: Senatoren blockierten eine Antitrust-Ausnahme, während das Weiße Haus eine KI-Arbeitsgruppe ankündigte. Wer regulatorische Unsicherheit früh einpreisen will, findet in unserer Checkliste die zentralen Prüfpunkte. Checkliste regulatorische Risiken jetzt sichern
US-Präsident Donald Trump bezeichnete Rufe nach staatlichen Eingriffen als Verschwörung und die angebliche Bedrohung durch KI als Schwindel, kündigte jedoch zugleich eine Arbeitsgruppe und einen Sonderbeauftragten für künstliche Intelligenz an.
Internationale Kritik formulierte unterdessen die chinesische Staatszeitung China Daily, die das Vorgehen der US-Konzerne als Versuch zur Bildung eines exklusiven Zirkels bewertete.

