Samsung, Apple und Google kämpfen mit Software-Pannen

Samsung und Google kämpfen mit Akku-Problemen, Apple schließt Sicherheitslücke. EU-Zwang zu wechselbaren Akkus ab 2027 steht bevor.

Während Apple, Samsung und Google mit kritischen Sicherheitslücken und Stromfressern kämpfen, rüstet sich die Branche für die strengen neuen EU-Regeln zur Akku-Reparatur. Das sorgt für Spannung – und für jede Menge Updates.

Samsung und Google: Wenn der Akku plötzlich leergefressen wird

Seit Mitte April 2026 klagen Besitzer von Samsung Galaxy S24 und S25 über dramatische Akku-Probleme. Besonders in Südkorea, wo die ersten Berichte am 6. April auftauchten, berichten Nutzer von einem Absturz des Ladezustands von 90 auf null Prozent innerhalb weniger Stunden. Hinzu kommen starke Überhitzung und extrem langsames Laden. Manche Nutzer kommen auf weniger als drei Stunden Bildschirmzeit.

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Die Ursache? Branchenexperten vermuten, dass das Knox-Matrix-Sicherheitsframework den Stromverbrauch in die Höhe treibt. Auch die Modelle Galaxy A37 und A56 in Europa sind betroffen. Samsung selbst schweigt offiziell. Dennoch rollt der Konzern die Beta von One UI 8.5 für die S25-Serie weiter aus – der stabile Release ist für den 30. April 2026 in Deutschland geplant.

Google hat parallel ein ähnliches Problem eingeräumt. Seit Mitte März 2025 melden Besitzer von Pixel 7A bis Pixel 10 Pro XL übermäßige CPU-Aufwachvorgänge, die mehrere tägliche Ladezyklen erzwingen. Am 22. April 2026 veröffentlichte Google die Android 17 QPR1 Beta 1, die unter anderem Audio-Störungen bei VoIP-Diensten und Systemabstürze beheben soll. Die finale Version von Android 17 wird für Juni oder Juli 2026 erwartet.

Apple schließt Sicherheitslücke – FBI konnte gelöschte Nachrichten wiederherstellen

Am 25. April 2026 veröffentlichte Apple ein Notfall-Update, iOS 26.4.2, um eine Sicherheitslücke zu schließen, die unter der Kennung CVE-2026-28950 bekannt wurde. Der Fehler: Die iOS-Benachrichtigungsdatenbank löschte Daten nicht vollständig, sodass Fragmente gelöschter Nachrichten im System-Cache verblieben.

Bekannt wurde die Lücke durch den „Prairieland“-Fall vom Juli 2025. Damals konnte das FBI gelöschte Signal-Nachrichten von einem iPhone eines Tatverdächtigen wiederherstellen. Die Schwachstelle lag nicht in der Signal-App selbst, sondern in den iOS-Benachrichtigungsdiensten. Das Update führt nun ein aggressiveres Löschprotokoll ein.

Signal-Begründer begrüßten den Schritt öffentlich. Apple fordert alle Nutzer ab iPhone 11 auf, das Update sofort zu installieren. Für ältere Geräte wie das iPhone XS und XR gibt es ein separates Legacy-Update, iOS 18.7.8.

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Bereits Anfang April hatte Apple mit iOS 26.4.1 den Stolen-Device-Schutz automatisch aktiviert. Der Modus verlangt biometrische Authentifizierung für sensible Systemänderungen, wenn das Gerät sich an unbekannten Orten befindet.

EU-Zwang: Ab 2027 müssen Akkus austauschbar sein

Während die Software-Probleme die Schlagzeilen dominieren, zeichnet sich ein noch größerer Umbruch ab: Die EU hat den 18. Februar 2027 als Stichtag festgelegt, ab dem alle in der EU verkauften Smartphones und Tablets benutzerwechselbare Akkus haben müssen. Laut Verordnung 2023/1542 müssen Hersteller Geräte so konstruieren, dass Akkus mit handelsüblichen Werkzeugen entfernt werden können.

Das Ziel: weniger Elektroschrott und längere Lebensdauer. Rund 150 Millionen Smartphones werden jährlich in der EU verkauft. Die neuen Regeln sollen bis 2030 Milliarden einsparen. Ausnahmen gibt es für Geräte mit Hochleistungsakkus, die nach 1.000 Ladezyklen noch 80 Prozent ihrer Kapazität halten. Einige Flaggschiffe von Samsung und Apple erfüllen diesen Wert bereits. Dennoch wird die Verordnung die Entwicklung des Samsung Galaxy S28 und des iPhone 19 massiv beeinflussen.

Hersteller müssen zudem Ersatzakkus für mindestens fünf Jahre nach Produktionsende bereitstellen. In einigen Versionen der Verordnung ist sogar von bis zu zehn Jahren die Rede. Der Schritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft ist eine der tiefgreifendsten regulatorischen Veränderungen seit der Standardisierung der Ladeanschlüsse.

Nokia meldet Gewinnwachstum – Infrastruktur brummt

Trotz aller Verbraucherprobleme wächst die zugrunde liegende Telekommunikationsinfrastruktur. Nokia meldete für das erste Quartal 2026 einen Nettogewinn von 86 Millionen Euro – eine deutliche Erholung vom Verlust von 59 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtumsatz stieg um zwei Prozent auf 4,497 Milliarden Euro.

Der Treiber: ein 20-prozentiges Plus im optischen Netzsegment auf 821 Millionen Euro. Nokias KI- und Cloud-Umsätze wuchsen um fast 50 Prozent auf 350 Millionen Euro – ein klares Zeichen für den sogenannten „KI-Superzyklus“. Das Mobilfunk-RAN-Segment blieb mit 1,58 Milliarden Euro dagegen stabil. Nokia hat zudem neue Partnerschaften mit Orange und RUCKUS geschlossen, um KI-gesteuerte Netzwerklösungen und Wi-Fi-7-Faser-LAN zu testen.

Auch spezialisierte Plattformen drängen auf den Markt. Auf dem Mobile World Congress im Frühjahr präsentierte HIROH eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Plattform mit Post-Quanten-Resilienz durch Kyber-Verschlüsselung. Das System von CEO Victor Cocchia richtet sich an professionelle Nutzer – der Preis für die Spezialhardware: 999 Dollar.

Ausblick: Faltbare iPhones und 5G fürs Wohnzimmer

Der Rest des Jahres 2026 dürfte im Zeichen der Hardware-Innovation stehen. Apple wird voraussichtlich im September 2026 in den Faltmarkt einsteigen – mit einem Gerät, das möglicherweise iPhone Ultra oder iPhone Fold heißt. Gerüchten zufolge soll es ein 5,5-Zoll-Außendisplay und ein 7,8-Zoll-Innendisplay bieten. Mit einer gefalteten Dicke von 9,23 Millimetern wäre es dünner als Konkurrenten wie das Galaxy Z Fold 8 Wide.

In Großbritannien starten Infrastrukturfirmen wie Freshwave in Partnerschaft mit Ericsson den Ausbau von Innenraum-5G-Lösungen, um Funklöcher zu beseitigen. Die größte Herausforderung für die Hersteller bleibt der Spagat zwischen leistungsstarken KI-Funktionen und der nötigen Energieeffizienz für stabile Systeme. Der Branchentrend zu mehr Datentransparenz und reparierbarer Hardware deutet auf einen Wandel hin zu nachhaltigeren, nutzerzentrierten Produktlebenszyklen hin – pünktlich zu den regulatorischen Deadlines 2027.