Über die Anwendung Samsung Display Assistant, die kostenlos im Galaxy Store bereitsteht, lässt sich die Bildwiederholrate auf Galaxy-Smartphones nun gezielt pro Applikation steuern. Die Software bietet unter dem Menüpunkt für Standard-Bildwiederholraten die Möglichkeit, einzelne Anwendungen fest auf 60 Hertz zu begrenzen. Auf diese Weise sollen unnötige Frequenzsprünge des Bildschirms auf 90, 120 oder 144 Hertz verhindert werden.
Manuelle Kontrolle über den adaptiven Modus
Der reguläre adaptive Modus der One-UI-Benutzeroberfläche schaltet die Bildwiederholrate je nach Situation automatisch hoch. So springt das System beispielsweise bei der Wiedergabe auf YouTube trotz eines 60-Hertz-Videos regelmäßig auf 120 Hertz.
Eine manuelle Deckelung auf 60 Hertz erweist sich daher vor allem bei weniger fordernden Programmen wie Video- und Nachrichten-Apps als vorteilhaft, während dynamischere Inhalte wie Spiele und soziale Feeds weiterhin die adaptive Bildrate nutzen können.
Der Einspareffekt einer solchen Begrenzung zeigt sich dabei kumulativ über mehrere Stunden hinweg und führt nicht zu einem sofortigen, sprunghaften Laufzeitgewinn.
Die Frequenzregulierung besitzt bei Samsung-Geräten bereits eine längere Historie. Bei Modellen wie dem Samsung Galaxy S20, S20 Plus und S20 Ultra war die 120-Hertz-Darstellung ab Werk deaktiviert. Nutzer konnten in den Display-Einstellungen zwischen 60 Hertz und 120 Hertz wählen.
Eine Bildrate von 120 Hertz verdoppelt zwar die Bildfolge gegenüber 60 Hertz, treibt jedoch auch den Strombedarf spürbar in die Höhe. Aus Gründen der Akkuschonung verhinderte Samsung bei diesen Modellen bei 120 Hertz eine Quad-HD-Auflösung von 1440p und begrenzte die Darstellung auf Full HD mit 1080p.
Zusätzliche Stellschrauben im System
Neben der Bildwiederholrate beeinflussen weitere Systemeinstellungen die Ausdauer des Geräts. Samsung stattet aktuelle Modelle standardmäßig mit dem Leistungsprofil „Standard“ aus, welches den Prozessor voll ausreizt. Über die Gerätewartung lässt sich das Profil auf „Leicht“ umstellen.
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Diese Option deckelt die maximalen Taktraten des Prozessors, belässt die Bildwiederholrate jedoch auf 120 Hertz und schränkt herkömmliche Apps nicht ein. Bei grafikintensiven Spielen schaltet das System automatisch wieder die volle Leistung frei. Das Ergebnis sind ein kühleres Gehäuse und eine längere Akkulaufzeit ohne spürbare Einbußen im gewöhnlichen Alltag.
Zudem belasten mehrere passive Hintergrunddienste den Akku. Das Always On Display zeichnet sich für einen täglichen Energiebedarf von 10 bis 15 Prozent verantwortlich; als Alternative bietet sich das Aufwecken des Bildschirms per doppeltem Tippen an.
Der Datenzugriff von Digital Wellbeing erfasst kontinuierlich App-Nutzung, Bildschirmzeit sowie Benachrichtigungen im Hintergrund und lässt sich in den Einstellungen abschalten. Ähnliches gilt für das Scannen nach Geräten in der Nähe, das das Bluetooth-Modul dauerhaft aktiv hält, sowie für die Funktion zum Wecken des Displays beim Anheben, welche Beschleunigungs- und Gyrosensoren beansprucht.
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Nachteile eines pauschalen Energiesparmodus
Der permanente Wechsel in den allgemeinen Energiesparmodus birgt dagegen deutliche Kompromisse. In Untersuchungen des Experten Adnan Ahmed mit Geräten wie dem Samsung Galaxy S25, dem OnePlus 15 sowie zwei iPhones führte der dauerhaft aktivierte Stromsparmodus zu einer Begrenzung der Bildwiederholrate auf 60 Hertz oder weniger – beim iPhone teils auf gefühlte 30 Hertz.
Begleiterscheinungen waren ruckelnde Animationen, eine reduzierte Displayhelligkeit, kurze Bildschirmabschaltzeiten sowie verspätete Benachrichtigungen, etwa bei Mail-Diensten oder WhatsApp unter OxygenOS.
Gleichzeitig bringt der Modus nicht immer den erhofften Nutzen. Der Videoblogger PhoneBuff stellte bei Tests mit zwei Modellen des iPhone 12 mit 60-Hertz-Display kaum Unterschiede bei der Laufzeit fest; auch auf einem iPhone 13 Pro zeigte sich keine spürbare Verlängerung.
Ein schneller Energieverlust deutet Branchenberichten zufolge nicht zwingend auf einen Gerätedefekt hin. Oft genügen gezielte Eingriffe wie das Deaktivieren ungenutzter Hintergrundaktivitäten, das Abschalten von Bluetooth bei Nichtgebrauch sowie eine angepasste Displayhelligkeit, um die Leistungsaufnahme nachhaltig zu dämpfen.

