Der Elektronikkonzern Samsung hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung erhalten, seine Galaxy Buds als frei verkäufliche Hörgeräte (OTC) zu vermarkten. Mit diesem Schritt tritt das Unternehmen in einen direkten Hardware-Wettbewerb gegen Apple, dessen AirPods bereits über ähnliche Funktionen verfügen. Die Neuerung zielt auf einen Markt mit erheblichem Potenzial ab, da Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge weltweit etwa 1,5 Milliarden Menschen von Hörverlust betroffen sind.
Rollout der Hörgerätefunktion für das vierte Quartal geplant
Die nun erteilte FDA-Zulassung bezieht sich auf das „Galaxy Buds Hearing Aid Feature“. Laut Unternehmensangaben ist der Rollout dieser Funktion für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Unterstützt werden die Modelle Galaxy Buds3 Pro sowie die Galaxy Buds4 Pro. Technisch basiert das System auf dem NAL-NL2-Algorithmus. Nutzer können mithilfe eines etwa fünfminütigen Hörtests ein klinisches Audiogramm erstellen, um die Audioausgabe individuell anzupassen.
Das Feature ist speziell für Anwender mit einer milden bis mittleren Hörminderung konzipiert. Voraussetzung für die Nutzung ist ein Endgerät mit der Benutzeroberfläche One UI 8 oder einer neueren Version. Bei der Entwicklung arbeitete Samsung mit den National Acoustic Laboratories sowie dem Samsung Medical Center zusammen.
Erhebliche Preisvorteile gegenüber medizinischen Spezialgeräten
Ein wesentlicher Aspekt der neuen Zulassung ist die preisliche Positionierung im Vergleich zu traditionellen Hörhilfen. Während professionelle, verschreibungspflichtige Geräte Kosten von bis zu $4.600 verursachen können, liegen die Galaxy Buds preislich in einem Bereich von circa $135 bis $250. Samsung nutzt damit die regulatorische Öffnung für OTC-Hörgeräte, um medizinische Basisfunktionen in kostengünstigere Consumer-Hardware zu integrieren.
Apple hatte in diesem Segment einen zeitlichen Vorsprung und führte eine entsprechende Hörgerätefunktion bereits im Jahr 2024 ein. Diese ist mittlerweile in über 150 Ländern verfügbar.
Preiskampf im Premium-Kopfhörer-Segment verschärft sich
Parallel zur technologischen Erweiterung durch Samsung intensiviert sich der Preiswettbewerb im gesamten Kopfhörermarkt. Am 12. August 2026 wurde bekannt, dass Apple den Preis für die AirPods Max bei ausgewählten Händlern wie Amazon und El Corte Inglés auf €399 gesenkt hat, nachdem der Preis zuvor bei €454 gelegen hatte.
Branchenbeobachter werten dies als Reaktion auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck. Auch Sony passte seine Preise an und reduzierte das Modell WH-1000XM4 von €209 auf €170.57.
Weitere Wettbewerber bringen KI-Funktionen und neue Modelle
Zusätzlich zum Duell zwischen Samsung und Apple bereiten weitere Hersteller neue Produkte vor. Sonos steht laut einer FCC-Einreichung vom August 2026 vor der Einführung des Modells „Sonos Ace Ultra“. Der Launch wird für September 2026 erwartet. CEO Tom Conrad kündigte an, dass das Gerät verstärkt auf künstliche Intelligenz für Sprachbefehle und vorausschauende Intelligenz setzen werde. Der Startpreis soll bei $449 liegen. Das Vorgängermodell „Ace“ blieb mit rund 200.000 verkauften Einheiten hinter dem ursprünglichen Ziel von einer Million Stück zurück.
Auch der Hersteller Nothing positioniert sich mit den Modellen Headphone (1) für $299 und Headphone (a) für $199 gegen die AirPods Max 2, die für $549 gehandelt werden. Dabei setzt Nothing auf technische Vergleichswerte: Während die AirPods Max 2 eine Geräuschreduzierung (ANC) von 88 % erreichen, kommt das Modell von Nothing auf 85 %.
Bose-CEO Lila Snyder gab zudem bekannt, dass das Unternehmen durch Lizenzdeals mit Partnern wie Motorola, Xreal und Sena seine Marktpräsenz erweitern wolle. Zuvor hatte Bose bereits McIntosh Labs und Sonus faber übernommen und den Bereich Bose Professional veräußert, um sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

