Samsung: KI-OLED-Kassette und Plattenspieler als Retro-Vision

Samsung Display zeigt auf der CES 2026 zwei Retro-Konzepte, die Alltagsgegenstände mit KI und flexibler OLED-Technologie zu interaktiven Erlebnissen machen. Die Geräte sind Machbarkeitsstudien.

Samsung Display mischt mit zwei ungewöhnlichen Konzepten die Tech-Welt auf. Auf der CES 2026 in Las Vegas präsentierte der südkoreanische Konzern eine KI-OLED-Kassette und einen KI-OLED-Plattenspieler. Die Geräte kombinieren Retro-Design mit modernster Display-Technologie und künstlicher Intelligenz. Ihr Ziel: Alltagsgegenstände in interaktive Erlebnisse zu verwandeln.

Unter dem Motto „Eine neue Ära des Erlebens, angetrieben durch KI & Display“ zeigt Samsung, wie sich seine flexible OLED-Technologie in neue Formen gießen lässt. Starrer Rechteck-Bildschirme sind passé. Stattdessen sollen vertraute, nostalgische Objekte die Interaktion mit KI intuitiver und persönlicher machen. Die Botschaft ist klar: OLED soll zur Grundlagentechnologie für die nächste Generation smarter Geräte werden.

Die KI-OLED-„Kassette“: Mixtape 2.0

Das Konzept belebt das klassische Kompaktkassettendesign wieder. Anstelle der beiden Bandspulen finden sich hier zwei interaktive, 1,5 Zoll große runde OLED-Displays. Aus dem veralteten Speichermedium wird so ein smarter Lautsprecher. Ein Display dient als Touch-Control, ähnlich einer Smartwatch-Oberfläche. Das andere zeigt dynamische Visualisierungen wie Wellenformen, Equalizer oder Albumcover.

Der Clou: Die Kassette arbeitet autark. Eine integrierte KI gibt Musikempfehlungen und ermöglicht die direkte Auswahl von Inhalten – ganz ohne gekoppeltes Smartphone. Über den beiden Kreisen sitzt ein weiterer, länglicher Bildschirm, der als virtueller Stimmknopf fungiert. Die OLED-Technologie garantiert satte Farben und tiefes Schwarz, was die kleinen Displays besonders lebendig wirken lässt.

Der KI-OLED-„Plattenspieler“: Visuelle Klangwelten

Dieses Konzept greift die Ästhetik des Plattenspielers auf. Das Herzstück ist eine 13,4 Zoll große runde OLED-Anzeige, die den Platz des Plattentellers einnimmt. Die gesamte Fläche ist ein hochauflösender Touchscreen. Nutzer können durch ihre Musikbibliothek wischen, tippen oder drehen – als würden sie eine echte Schallplatte handhaben.

Das Gerät soll ein immersives audiovisuelles Zentrum sein. Während die Musik läuft, zeigt der Bildschirm passende Inhalte: synchronisierte Musikvideos, Albumart oder atmosphärische Visuals, die zur Stimmung im Raum passen. Zusammen mit KI-gesteuerten Empfehlungen wird aus dem einfachen Musikabspieler so ein komplettes Sinneserlebnis.

Die Strategie: Vertrautheit durch Nostalgie

Samsung setzt mit den Retro-Konzepten auf einen klaren Trend: „Nostalgia-Tech-Fusion“. Alte, emotional aufgeladene Designs werden mit Hightech gefüllt. Der Zeitpunkt ist klug gewählt, erlebt doch die Schallplatte ein großes Comeback und selbst die Kassette eine Nischen-Renaissance. Verbraucher sehnen sich nach haptischen und erlebbaren Interaktionen.

Technisch demonstriert Samsung damit die Leistungsfähigkeit seiner runden OLED-Panels. In einem Markt voller rechteckiger Bildschirme schafft das Differenzierung. Analysten sehen darin den Versuch, die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wärmer und zugänglicher zu gestalten. Die Grenze zwischen Unterhaltungselektronik und Wohnaccessoire verschwimmt.

Vom Konzept zur Wirklichkeit?

Wichtig ist: Beide Geräte sind reine Vorführmodelle und nicht für einen Verkauf geplant. Sie dienen als Machbarkeitsstudie, um Partner und die gesamte Branche zu inspirieren. Die Vision dahinter ist jedoch weitreichend: Jede Oberfläche könnte zu einem interaktiven, intelligenten Display werden.

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI wächst auch der Bedarf an natürlichen, visuell ansprechenden Steuerungen. Samsungs nostalgische Konzepte geben einen Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der Technik nicht nur funktional, sondern auch verspielt, vertraut und nahtlos in unser Leben integriert ist.