Samsung hat seinen KI-Diebstahlschutz für zahlreiche ältere Galaxy-Modelle freigeschaltet. Die Funktionen, ursprünglich mit der Galaxy S25-Serie gestartet, sollen jetzt auch Besitzer von Geräten aus den Vorjahren schützen. Das intelligente System erkennt verdächtige Aktivitäten und reagiert automatisch, um persönliche Daten zu sichern.
So wehrt sich Ihr Smartphone selbst
Das Herzstück der Strategie ist eine Suite von Funktionen, die über einfache Sperrbildschirme hinausgehen. Die „Theft Detection Lock“ nutzt maschinelles Lernen, um diebstahltypische Bewegungen zu erkennen – etwa wenn das Handy entrissen wird. In diesem Moment sperrt es sich sofort selbst.
Ergänzt wird dies durch den „Offline Device Lock“. Er aktiviert sich, wenn das Gerät längere Zeit vom Netz getrennt ist – ein Trick von Dieben, um Ortungsdienste zu umgehen. Die „Identity Check“-Funktion fordert in Risikoszenarien zusätzliche biometrische Prüfungen, selbst wenn der PIN bekannt sein sollte.
Diese automatisierten Reaktionen sollen verhindern, dass Unbefugte an persönliche Informationen gelangen.
Welche alten Modelle jetzt profitieren
Samsung rollt die Updates über One UI 7 für eine breite Palette älterer Geräte aus. Dazu gehören frühere Flaggschiffe wie die Galaxy S24- und S23-Serie, aber auch beliebte Modelle der Mittelklasse-A-Reihe.
Die breite Verfügbarkeit ist ein klares Statement: Millionen Nutzer erhalten ein Sicherheitsniveau, das zuvor Top-Geräten vorbehalten war. In einem Markt mit wachsenden Bedrohungen wird langfristige Software-Unterstützung zum entscheidenden Kaufargument.
Die Grenzen der intelligenten Abwehr
Die KI-Erkennung ist nicht fehlerfrei. Tests zeigen: Die „Theft Detection Lock“ löst bei schnellen Raubüberfällen oft zuverlässig aus. Doch stabile WLAN- oder Bluetooth-Verbindungen können die Erkennung beeinflussen – das System vermutet dann eine vertraute Umgebung.
Einige Nutzer berichten von Fehlauslösungen bei Sport. In subtilen Diebstahlszenarien aktiviert sich die Sperre nicht immer. Wichtig ist: Die Funktion verhindert nicht den Diebstahl, sondern blockiert den Datenzugriff danach. Das macht den Weiterverkauf für Diebe unattraktiv.
Das Wettrüsten der Tech-Giganten
Samsung ist nicht allein. Apple setzt mit seiner Aktivierungssperre seit langem Maßstäbe, die gestohlene iPhones unbrauchbar machen. Google hat den Diebstahlschutz in Android massiv verbessert.
Samsungs Ansatz ist tief in die eigene Knox-Sicherheitsplattform integriert. Diese Kombination aus Hardware- und Software-Schutz ermöglicht es dem Konzern, schnell auf neue Bedrohungen zu reagieren und über Standard-Android-Funktionen hinauszugehen.
Wohin die Reise geht
Die Entwicklung schreitet schnell voran. Samsung arbeitet bereits an One UI 8, das weitere Sicherheitsverbesserungen bringen soll. Ein Fokus liegt auf dem Schutz vor KI-Bedrohungen wie Deepfake-Stimmen.
Kürzlich kündigte das Unternehmen eine neue hardwarebasierte Display-Technologie an. Sie soll „Shoulder Surfing“ verhindern – also das Ausspähen des Bildschirms von der Seite. Der Trend geht zu einem immer stärker integrierten Schutz, bei dem Hardware und Software nahtlos zusammenarbeiten.





