Samsung Messages wird Anfang Juli abgeschaltet – Nutzer müssen zu Google Messages wechseln.
Der südkoreanische Elektronikkonzern setzt seinen bereits im April angekündigten Plan um und stellt den Betrieb der eigenen Messaging-App Samsung Messages zum 6. Juli 2026 ein. Betroffen sind vor allem Nutzer in den USA, wo Samsung auf seinen aktuellen Geräten wie dem Galaxy S26 bereits Google Messages vorinstalliert. Nach dem Stichtag funktioniert die alte App nur noch für Notrufe.
Manuelle Migration erforderlich
Der Umzug ist nicht automatisch. Nutzer wurden aufgefordert, ihre Daten manuell zu übertragen, um den Verlust ihrer Nachrichtenhistorie zu vermeiden. Während sich normale SMS über die Samsung Cloud wiederherstellen lassen, gestaltet sich die Übernahme von RCS-Konversationen (Rich Communication Services) schwieriger – sie übertragen sich nicht immer reibungslos zwischen den Plattformen.
Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Gerät und Softwareversion:
- Aktuelle und künftige Modelle: Besitzer des Galaxy S26 und neuerer Geräte können Samsung Messages gar nicht mehr installieren.
- Ältere Systeme: Geräte mit Android 11 oder älter sind von der Abschaltung nicht betroffen.
- Smartwatches: Nutzer älterer Galaxy Watches mit Tizen-Betriebssystem verlieren voraussichtlich den Zugriff auf ihre Nachrichten.
- Manueller Eingriff: Wer Android 12 oder 13 nutzt, muss Google Messages als Standard-App festlegen und eventuell das App-Layout anpassen.
Technischer Hintergrund und Sicherheit
Die Einstellung von Samsung Messages ist Teil einer größeren Umstellung: Samsung lagert seine RCS-Infrastruktur auf Google Jibe aus. Ziel ist es, die Messaging-Protokolle im Android-Ökosystem zu vereinheitlichen.
Google Messages setzt auf das Signal-Protokoll für eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) – ein Sicherheitsstandard, den Samsung bei der Migration besonders hervorhebt. Technisch löst der Wechsel eine API-Abfrage aus, die vorhandene Nachrichten in ein SQLite-Format für die Google-Umgebung umindiziert.
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Sicherheitsexperten warnen jedoch vor der Übergangsphase: Bereits jetzt sind Phishing-Kampagnen beobachtet worden, die die Verunsicherung der Nutzer ausnutzen und mit gefälschten App-Updates oder Datenübertragungsaufforderungen operieren.
RCS-Update und neue Funktionen
Parallel zur Abschaltung von Samsung Messages hat Google im Juni 2026 „Chat Themes“ eingeführt – individuelle Farben und Hintergründe für die Messaging-App. Eine Studie des Pew Research Centers aus dem Jahr 2025 hatte ergeben, dass 68 Prozent der Nutzer anpassbare Oberflächen bevorzugen. Die neuen Designs sollen ab Mitte Juli 2026 auch für iOS-Nutzer verfügbar sein.
Gleichzeitig wächst die Interoperabilität zwischen den Systemen: Apple hat mit iOS 26.5 die Unterstützung für Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Nachrichten zwischen iPhone und Android eingeführt. Allerdings bleibt die Funktion von den einzelnen Mobilfunkanbietern abhängig – das Protokoll muss auf Netzebene unterstützt werden.
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Während Samsung seine Messaging-Software umstellt, arbeitet der Konzern weiter am eigenen Ökosystem. Derzeit läuft die Testphase für One UI 9 auf Basis von Android 17 auf verschiedenen Galaxy-Modellen. Eine stabile Version wird für die kommenden Faltgeräte erwartet, die im Juli auf den Markt kommen sollen.

