Samsung: Neuer Patch rückt Diebstahl-Schutz in den Fokus

Samsungs Sicherheitsfunktion Identity Check blockiert mit biometrischer Prüfung den Zugriff auf sensible Daten, selbst wenn die PIN bekannt ist. Das aktuelle Update erweitert den Schutz auf weitere Bereiche wie den Secure Folder.

Samsung schließt mit dem aktuellen Sicherheitsupdate Dutzende Schwachstellen. Im Zentrum steht aber eine etablierte Funktion: „Identity Check“. Diese mehrschichtige Verteidigungslinie macht selbst eine gestohlene PIN für die kritischsten Daten nutzlos. Angesichts der anhaltenden Bedrohung durch physische Diebstähle ist das Verständnis dieser Schutzmaßnahme für jeden Galaxy-Nutzer entscheidend.

Die simple Gefahr: „Shoulder-Surfing“

Die Methode ist einfach und effektiv. Kriminelle spähen in Cafés oder öffentlichen Verkehrsmitteln die PIN ihres Opfers ab – das sogenannte „Shoulder-Surfing“. Kombiniert mit einem anschließenden Diebstahl erhalten sie so vollen Zugriff. Mit der PIN können Diebe das Gerät entsperren, Passwörter ändern, auf Banking-Apps zugreifen und es für den Weiterverkauf zurücksetzen. Herkömmliche Sperrbildschirme bieten dagegen kaum Schutz.

So funktioniert die biometrische Barriere

Hier setzt Samsungs „Identity Check“ an. Die mit Google entwickelte Funktion schafft eine zweite, unverzichtbare Sicherheitsebene. Für den Zugriff auf kritische Einstellungen verlangt sie eine zusätzliche biometrische Authentifizierung per Fingerabdruck oder Gesichtsscan. Das gilt besonders außerhalb vordefinierter „sicherer Orte“ wie dem heimischen WLAN.

Ein Dieb mit der richtigen PIN wird so blockiert, wenn er:
* Das Google- oder Samsung-Konto ändern will.
* Die „Find My Mobile“-Funktion deaktiviert.
* Das Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzt.

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Immer mehr Bereiche werden geschützt

Seit der Einführung mit One UI 7 hat Samsung den Schutzumfang stetig erweitert. Mit dem Update auf One UI 8.5 Ende 2025 kamen weitere sensible Bereiche hinzu. Nun ist auch für diese Aktionen eine biometrische Prüfung nötig:
* Zugriff auf den „Secure Folder“ oder „Private Alben“ in der Galerie.
* Änderung der USB-Verbindungseinstellungen.
* Deaktivierung des „Auto Blockers“.
* Übertragung eines Samsung-Kontos auf ein neues Gerät via Smart Switch.

Ein neuer Standard für die Branche

Die konsequente Weiterentwicklung von „Identity Check“ hat den Industriestandard für Diebstahlschutz beeinflusst. Die Funktion macht gestohlene Geräte für Kriminelle unattraktiv, da ein Zurücksetzen und Weiterverkaufen praktisch unmöglich wird. Sicherheitsexperten bewerten den Ansatz positiv als direkte Antwort auf reale Diebstahlszenarien. Die kontextbezogene Aktivierung sorgt gleichzeitig für hohe Nutzerfreundlichkeit im Alltag.

Was kommt als Nächstes?

Das aktuelle Update stabilisiert die bestehenden Mechanismen. Doch das digitale Wettrüsten geht weiter. Branchenbeobachter erwarten in Zukunft eine tiefere Integration von künstlicher Intelligenz. Algorithmen könnten untypische Bewegungen oder verdächtige Aktionen erkennen – wie den schnellen Wechsel in den Flugmodus an einem ungewöhnlichen Ort – und das Gerät automatisch sperren. Softwarebasierte, intelligente Schutzfunktionen wie „Identity Check“ bleiben die entscheidende Verteidigungslinie für persönliche Daten.