Samsung plant eigenen Grafikchip bis 2027

Samsung entwickelt bis 2027 eine komplett eigenständige Grafikarchitektur für Smartphones, um KI-Anwendungen zu optimieren und sich von AMD-Lizenzen zu lösen. Der Exynos 2800 soll der Game-Changer werden.

Samsung will bis 2027 einen komplett eigenentwickelten Grafikprozessor für seine Smartphones auf den Markt bringen. Damit beendet der südkoreanische Konzern seine langjährige Architektur-Partnerschaft mit AMD und stellt die Weichen für die KI-Ära.

Der strategische Schwenk zielt darauf ab, die Leistung von KI-Anwendungen direkt auf dem Gerät massiv zu optimieren und hohe Lizenzkosten an Drittanbieter einzusparen. Vor allem aber will Samsung so den Branchenführern Apple und Qualcomm in allen Bereichen des Edge-Computings Paroli bieten. Die Pläne unterstreichen den Ehrgeiz des Tech-Giganten, die gesamte Hardware-Wertschöpfungskette für Künstliche Intelligenz zu beherrschen – vom Rechenzentrum bis zum Endgerät.

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Exynos 2600: Der Testlauf für die Unabhängigkeit

Bevor es 2027 ernst wird, absolviert Samsung mit dem aktuellen Exynos 2600 einen entscheidenden Probelauf. Der Prozessor, der in Teilen der Galaxy-S26-Serie steckt, zeigt bereits den Weg zur Eigenständigkeit. Sein Xclipse-960-GPU basiert zwar noch auf AMDs RDNA4-Architektur, doch Layout und Entwicklung lagen erstmals vollständig in den Händen von Samsungs eigener Halbleitersparte System LSI.

Erste Benchmarks aus dem Frühjahr 2026 deuten auf einen Erfolg hin: Die Raytracing-Leistung soll mit aktuellen Top-Chips von Qualcomm mithalten können. Möglich macht das auch eine neue 2-Nanometer-Fertigungstechnologie und eine verbesserte Kühlung, die das frühere Thermo-Problem der Exynos-Chips in den Griff bekommen soll. Für Samsung ist der 2600 das ideale Versuchslabor, um interne Abläufe und Software-Integration zu perfektionieren.

Exynos 2800: Der große Wurf mit eigenen Wurzeln

Der eigentliche Game-Changer soll 2027 der Exynos 2800 werden. Medienberichten aus Südkorea zufolge wird er als erster Samsung-Chip eine komplett hauseigene GPU-Architektur nutzen – ganz ohne AMD-Lizenzen. Ein solcher Vorstoß ist für Samsung nicht neu, aber bisher nicht immer von Glück gekrönt: Das Projekt „Mongoose“ für eigene CPU-Kerne wurde zwischen 2016 und 2020 wegen Überhitzungsproblemen und mangelnder Effizienz eingestellt.

Doch diesmal ist die Zuversicht groß. Die gereifte 2-Nanometer-Fertigung soll die nötige Energieeffizienz liefern. Zudem hat Samsung massiv in Spitzentalent investiert und Ende 2025 unter anderem John Rayfield, einen ehemaligen AMD-Vizepräsidenten für GPU-Architektur, an Bord geholt. Der finanzielle Anreiz ist klar: Eigene Grafik-Cores sparen nicht nur Lizenzgebühren, sie katapultieren Samsung auch in den exklusiven Kreis von Unternehmen, die ihren kompletten Hardware-Stack selbst kontrollieren.

Die KI-Strategie: Mehr als nur bessere Smartphone-Grafik

Hinter dem milliardenschweren Entwicklungsprojekt steckt eine weit größere Vision als nur höhere Bildraten im Mobile-Gaming. Die Kontrolle über die Grafikarchitektur ist heute der Schlüssel zur Optimierung von On-Device-KI. Standard-GPUs von Drittanbietern lassen oft die spezifischen Anpassungen vermissen, die für komplexe Machine-Learning-Algorithmen bei maximaler Akkulaufzeit nötig sind.

Eine maßgeschneiderte GPU ermöglicht es Samsung, den Chip perfekt auf seine eigene Software und KI-Workloads abzustimmen. Diese Hardware-Software-Symbiose soll lokal ausgeführte KI-Anwendungen beschleunigen – von computergestützter Fotografie über Echtzeit-Übersetzung bis hin zu generativer KI. Die Pläne gehen weit über Smartphones hinaus: Die proprietäre Architektur soll künftig auch KI-Produkte für den „Edge“ antreiben, wie Smart Glasses, VR-Brillen, Infotainmentsysteme für autonome Fahrzeuge oder humanoide Roboter.

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Die Herausforderungen: Software ist der Schlüssel zum Erfolg

Der Weg zur GPU-Unabhängigkeit ist jedoch mit Risiken gepflastert. Die Hardware-Entwicklung ist nur die halbe Miete. Halbleiterexperten warnen, dass die Entwicklung stabiler Grafiktreiber und eine nahtlose Integration in das Android-Ökosystem mindestens genauso kritisch sind. Frühere Exynos-Generationen litten gelegentlich unter Software-Problemen und mangelnder Unterstützung durch App-Entwickler.

Gelingt der Wurf mit dem Exynos 2800, könnte das die Machtverhältnisse auf dem Mobilfunkmarkt neu ordnen. Eine GPU, die mit Apples integrierten Chips und Qualcomms Snapdragon effizienzmäßig mithalten kann, würde die Marktposition der Galaxy-Geräte deutlich stärken. Langfristig könnte Samsungs Halbleitersparte mit der gewonnenen Expertise sogar eigene Chips für externe Kunden entwickeln. Die Countdown bis 2027 läuft – und die Branche beobachtet gespannt, ob Samsung ein neues Zeitalter proprietärer KI-Hardware einläuten kann.