Samsung R95H: Micro RGB fordert OLED-Dominanz heraus

Samsung bringt Micro RGB gegen OLED in Stellung, während LG mit 52,2 Prozent Marktanteil führt und Hisense sowie TCL neue Konzepte zeigen.

Eine aktuelle Marktanalyse vom 20. September 2026 untersucht die zunehmende Konkurrenz im Premium-TV-Sektor. Im Fokus steht dabei die Frage, ob aufkommende Displaytechnologien wie „True RGB“ und „Micro RGB“ die langjährige Marktdominanz etablierter OLED-Modelle gefährden können.

Während Hersteller wie LG Electronics ihre Führungsposition im OLED-Segment ausbauen, drängen Samsung, Sony und chinesische Anbieter mit neuartigen Hardware-Konzepten auf den Markt.

Samsung forciert Micro RGB als OLED-Alternative

Samsung hat im Juli 2026 mit dem R95H sein neues Flaggschiff im Bereich Micro RGB vorgestellt. Das Modell markiert den ersten Einstieg des Unternehmens in den RGB-TV-Markt und wird in den Größen 65, 75 und 85 Zoll angeboten.

Seit dem Verkaufsstart wurden die Preise bereits angepasst; die 65-Zoll-Variante wird laut Berichten vom September 2026 für 2.799 US-Dollar beziehungsweise 2.899 Britische Pfund gehandelt. Damit liegt das Gerät preislich auf Augenhöhe mit Samsungs eigenen OLED-Spitzenmodellen wie dem S95H.

Technisch setzt Samsung beim R95H auf eine Bildwiederholrate von bis zu 165 Hz und den hauseigenen Standard HDR10+ Advanced. Auf Dolby Vision wird aus Kostengründen verzichtet, da die Lizenzgebühren und Zertifizierungstests pro Gerät eingespart werden sollen.

In Messungen erreicht der R95H im HDR-Filmmaker-Modus Helligkeitswerte von 1977 Nits in der Spitze, womit er die Vollbildhelligkeit vieler OLED-Konkurrenten übertrifft, bei den punktuellen Spitzenwerten jedoch hinter Modellen wie dem S95H (2739 Nits) zurückbleibt.

Analysten bewerten das Gerät als starke Option für Filme und Gaming, stellen jedoch fest, dass es die besten OLED-TVs in der Gesamtwertung bisher nicht schlägt.

LG behauptet Marktführerschaft und erweitert Portfolio

Trotz der neuen Konkurrenz konnte LG Electronics seine Position im OLED-Markt weiter festigen. Laut Daten von Omdia erreichte LG im zweiten Quartal 2026 einen Marktanteil von 52,2 Prozent bei OLED-Fernsehern. Dies ist der dritte Anstieg in Folge seit dem dritten Quartal 2025. Die weltweiten Auslieferungen von LG-OLED-Geräten stiegen im Jahresvergleich um 16 Prozent auf etwa 770.000 Einheiten.

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Parallel zum OLED-Geschäft präsentierte LG auf der IFA 2026 in Berlin den „Micro RGB evo“ (Modell MRGB95). Das großformatige Display nutzt den α11 AI Processor Gen3, der laut Unternehmensangaben eine deutlich höhere KI-Leistung als das Vormodell bietet.

Park Hyoung-sei von der LG MS Company erklärte im Rahmen der Messe, dass die Micro-RGB-Technologie Farbreinheit mit einem ultra-großen Seherlebnis kombiniere. Eine Zertifizierung durch den TÜV Rheinland bestätigt dem Gerät zudem ein besonders reines Farbspektrum durch die Vermeidung von Wellenlängen-Vermischungen.

Sony und chinesische Hersteller setzen auf technologische Vielfalt

Sony ist mit den Modellen Bravia 7 II und Bravia 9 II im Wettbewerb vertreten. Der Bravia 7 II wird in der 65-Zoll-Version für 1.899 Britische Pfund angeboten.

Mit 400 Dimming-Zonen kann das Modell technisch nicht mit den Millionen einzeln leuchtenden Dioden eines OLED-Panels mithalten, was in Tests zu sichtbarem „Blooming“ und teils unrealistisch hellen Farben führte. Das 85-Zoll-Flaggschiff Bravia 9 II wird für 3.499 Britische Pfund gelistet.

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Massive Investitionen kommen zudem von chinesischen Anbietern wie Hisense und TCL. Hisense präsentierte im September 2026 eine neue Architektur mit einer vierten Cyan-LED, die den Farbraum auf 110 Prozent des BT.2020-Standards erweitert. Das 116-Zoll-Flaggschiff UX2026 verfügt über mehr als 43.000 Farbsteuerungszonen und erreicht eine Spitzenhelligkeit von 10.000 Nits bei einem Preis von 119.999 Yuan. TCL wiederum setzt auf die „Super-QD Mini LED“-Technik, die laut unabhängigen Tests Bestnoten in Helligkeit und Bewegungsschärfe erzielt.

Die Marktentwicklung zeigt, dass Hersteller zunehmend in neue Displaytechnologien investieren, um die Nachfrage nach immer größeren Bildschirmen und intensiveren Seherlebnissen zu bedienen, anstatt sich auf rein inkrementelle Marken-Updates zu verlassen.