Im Segment der Mittelklasse-OLED-Fernseher stehen sich mit dem LG C6 und dem Samsung S90H zwei populäre Modellreihen gegenüber. Fachberichte und Labormessungen verdeutlichen, dass sich die Konkurrenten bei Helligkeit, Farbdarstellung und Bildverarbeitung teils spürbar unterscheiden. Ein detaillierter Blick auf Testreihen in der gängigen 55-Zoll-Diagonale sowie auf größere Modellvarianten zeigt, wie die Hersteller ihre Schwerpunkte setzen.
Messwerte der 55-Zoll-Modelle bei HDR-Helligkeit und Farbraum
Ein von Fachredakteur James Davidson veröffentlichter Vergleichstest bei TechRadar beleuchtet die Leistungsdaten der 55-Zoll-Ausführungen beider Hersteller. Bei der Messung der HDR-Spitzenhelligkeit im Filmmaker-Modus erreichte der Samsung S90H einen Wert von 1.689 Nits, während der LG C6 auf 1.427 Nits kam. Das entspricht einem Helligkeitsvorsprung von 18 Prozent zugunsten des Samsung-Modells.
Auch bei großflächigen hellen Bildinhalten setzte sich das Gerät von Samsung durch: Bei voller Bildfläche (Vollbild-HDR) erzielte der S90H 310 Nits, während der LG C6 bei 247 Nits lag.
Bei der Farbraumabdeckung fielen die Unterschiede geringer aus. Der LG C6 deckte laut den TechRadar-Messungen 99,7 Prozent des Farbraums UHDA-P3 sowie 75,9 Prozent von BT.2020 ab.
Der Samsung S90H erreichte 99,3 Prozent bei UHDA-P3 und 76,5 Prozent bei BT.2020. TechRadar wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der getestete Samsung S90H in der 55-Zoll-Größe mit einem W-OLED-Panel und nicht mit einem QD-OLED-Panel bestückt ist.
Bildcharakteristik und Ausstattung im Praxiseinsatz
Aus den Testberichten gehen unterschiedliche Stärken im Alltagsbetrieb hervor. Der Samsung S90H konnte dank seiner Beschichtung „OLED Glare Free“ vor allem in helleren Wohnräumen punkten, da Reflexionen wirksam minimiert werden.
Im Gegenzug wies das Samsung-Gerät jedoch Einschränkungen bei extrem dunklen Bildinhalten auf, wo Details im Schwarzbereich verloren gingen („Black Crush“). Der LG C6 zeigte hier Vorteile bei der Schwarzdarstellung und Differenzierung dunkler Bildbereiche.
Hinsichtlich der Schnittstellen und Gaming-Features bieten beide Modelle moderne Standards. Beide Fernseher sind mit vier Eingängen nach dem Standard HDMI 2.1 ausgestattet, unterstützen Bildwiederholraten von bis zu 165 Hertz und verfügen über VRR, ALLM sowie G-Sync-Kompatibilität.
Differenzen zeigen sich bei Software und HDR-Standards: LG setzt auf das eigene Betriebssystem webOS und integriert Dolby Vision, das auch für Videospiele genutzt werden kann. Samsung liefert den S90H mit dem System Tizen sowie Unterstützung für HDR10+ aus.
Größere Formate und Marktentwicklung
Die Ergebnisse der 55-Zoll-Klasse lassen sich nicht uneingeschränkt auf größere Bilddiagonalen übertragen. Wie Choose.tv anmerkte, verfügt beispielsweise der LG C6H in 77 Zoll über ein Tandem-OLED-Panel, während der S90H in dieser Dimension als QD-OLED ausgeführt ist.
Zu den größeren Diagonalen liegen gesonderte Analysen vor. Al Griffin untersuchte für das Fachportal ecoustics die Modellvarianten LG C6H und Samsung S90H in den Größen 77 und 83 Zoll. In diesem Test erreichte der LG C6H mit RGB-Tandem-OLED und Gen-3-α11-Prozessor eine HDR-Spitzenhelligkeit von 2.059 Nits sowie eine BT.2020-Farbabdeckung von 83,4 Prozent.
Der Samsung S90H kam mit NQ4-AI-Gen3-Prozessor auf 1.553 Nits und 75,8 Prozent bei BT.2020, während die DCI-P3-Abdeckung bei beiden Großmodellen bei rund 99,5 Prozent lag. Im Bereich der Latenz verzeichnete ecoustics beim Samsung S90H einen Input Lag von 9,1 Millisekunden gegenüber 12,8 Millisekunden beim LG C6H.
Im Handel ist der Samsung S90H in einem breiten Größenspektrum von 42 bis 83 Zoll vertreten, während der C6H auf 77 und 83 Zoll beschränkt ist. Business Insider bewertete den Samsung S90H im Rahmen einer Kaufberatung als Modell mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis des Jahres 2026.

