Samsung SDI hat einen Smartphone-Akku mit riesigen 20.000 mAh entwickelt – doch das Projekt steht wegen gefährlicher Schwellprobleme vor dem Aus. Die Leaks der vergangenen Woche offenbaren einen technologischen Kraftakt, der den Markt revolutionieren könnte, aber auch die Grenzen aktueller Materialien zeigt.
Ein Quantensprung mit Schattenseiten
Die Kapazität des Prototyps ist schwindelerregend: Sie übertrifft die typischen 5.000-mAh-Akkus heutiger Top-Smartphones wie dem Galaxy S25 Ultra um das Vierfache. Möglich macht dies eine Dual-Zellen-Architektur mit einer 12.000-mAh-Hauptzelle und einer 8.000-mAh-Sekundärzelle. Das Herzstück ist die fortschrittliche Silizium-Kohlenstoff-Anodentechnologie (Si/C), die eine deutlich höhere Energiedichte als klassische Graphitanoden verspricht.
Die Leistungsdaten klangen zunächst beeindruckend. In internen Tests soll der Prototyp eine Bildschirm-Laufzeit von etwa 27 Stunden erreicht haben. Für Nutzer hieße das: drei bis vier Tage intensiver oder eine Woche moderater Gebrauch ohne Steckdose. Auch die Haltbarkeit von 960 Ladezyklen entsprach den Erwartungen.
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Das fatale Schwellproblem
Doch die spektakulären Daten werden von einem kritischen Sicherheitsproblem überschattet. Wie aus Kreisen der vergangenen 48 Stunden verlautet, zeigten die Prototypen-Akkus ein gefährliches Aufquellen. Besonders die dünnere 8.000-mAh-Zelle schwellte von ursprünglich 4 mm auf 7,2 mm an – eine Zunahme um fast 80 Prozent.
In einem Smartphone-Gehäuse ist solch eine Volumenausdehnung brandgefährlich. Sie kann zu strukturellen Schäden am Gerät und im schlimmsten Fall zu Brand führen. Berichten vom Samstag zufolge hat Samsung das Projekt für die 20.000-mAh-Konfiguration daher vorerst gestoppt. Das Problem unterstreicht die Instabilität von Hochdichte-Silizium-Kohlenstoff-Materialien in der ersten Generation.
Wettlauf um die beste Batterie
Der Vorstoß Samsungs ist keine isolierte Entwicklung. Er findet in einem harten globalen Wettbewerb um Akkutechnologie statt. Chinesische Hersteller wie Honor und Vivo haben Silizium-Kohlenstoff-Technik bereits in Serienmodellen mit 6.000 bis 7.000 mAh etabliert. Einige Wettbewerber liebäugeln sogar mit 10.000-mAh-Zellen.
Samsungs 20.000-mAh-Experiment wirkt wie ein Versuch, diesen „Batterie-Wettlauf“ mit einem gewaltigen Sprung zu gewinnen. Es zeigt, dass der Konzern trotz seiner konservativen Sicherheitsphilosophie nach dem Galaxy-Note-7-Desaster die Grenzen der Materialwissenschaft auslotet, um die Führungsposition bei der Energiedichte zurückzuerobern.
Was bedeutet das für künftige Galaxy-Smartphones?
Ein Serien-Smartphone mit 20.000 mAh wird es angesichts der Stabilitätsprobleme sicher nicht früh 2026 geben. Die Bedeutung des Prototyps liegt woanders: Er bestätigt, dass Silizium-Kohlenstoff die Schlüsseltechnologie für die nächste Galaxy-Generation ist.
Marktbeobachter erwarten, dass Samsung die Kapazität für kommerzielle Modelle auf ein beherrschbares Maß von 6.000 bis 8.000 mAh zurückschrauben wird. Die gleiche Hochdichte-Technologie soll dann mit sichereren thermischen und physikalischen Spielräumen zum Einsatz kommen. Eines ist klar: Die Ära der 5.000-mAh-Obergrenze ist gezählt. Eine mehrtägige Akkulaufzeit wird vom Nischenfeature robuster Telefone zum neuen Standard für alle werden.





