Samsung stellt seine Unterhaltungselektronik auf intelligente, kontextbewusste Assistenten um. Der Tech-Konzern präsentiert auf der CES 2026 eine neue TV-Generation mit integrierten Kameras und Sensoren.
LAS VEGAS — Der südkoreanische Elektronikriese Samsung hat seine Strategie für das Smart Home neu justiert. Statt passiver Bildschirme setzt das Unternehmen ab 2026 auf aktive, sehende Assistenten. Kern der heute vorgestellten Produktpalette ist die KI-Vision-Begleiter-Technologie. Sie soll Fernseher in einen zentralen Hub für die intelligente Wohnung verwandeln.
Der sehende Fernseher: KI als persönlicher Assistent
Die neue KI-Vision-Begleiter-Funktionalität ist mehr als ein Sprachassistent. Ein integriertes Kamera- und Sensorsystem erkennt Anwesenheit, Lichtverhältnisse und sogar Gesten. Der Bildschirm passt Bild und Ton automatisch an die Situation an. „Universelle Gesten“ ermöglichen die Steuerung ohne Fernbedienung – eine simple Handbewegung genügt.
Viele Hersteller unterschätzen die rechtlichen Vorgaben für KI‑Systeme mit Kameras und biometrischen Daten. Die EU‑KI‑Verordnung verlangt Kennzeichnung, Risikoklassifizierung, umfangreiche Dokumentation und technische Nachweise — sonst drohen empfindliche Sanktionen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten für „sehende“ Fernseher, Smart‑Home‑Hubs und ähnliche Produkte gelten und wie Sie Compliance systematisch prüfen und nachweisen. Ideal für Entwickler, Produktmanager und Datenschutzverantwortliche. KI-Verordnung-Umsetzungsleitfaden jetzt kostenlos herunterladen
Diese Entwicklung markiert einen deutlichen Sprung gegenüber früheren KI-Prozessoren. Der Fokus liegt nun auf „vereinter Intelligenz“. Der Fernseher verwaltet Termine, schlägt personalisierte Inhalte vor und unterstützt bei Alltagsroutinen durch visuelle Einblendungen. Aus dem Unterhaltungsgerät wird ein aktiver Mitbewohner.
Micro RGB: Premium-Technologie für jedes Wohnzimmer
Parallel dazu bringt Samsung seine hochwertigste Display-Technologie in handliche Formate. Die neue Micro-RGB-Serie ersetzt das bisherige „Micro LED“-Branding. Jeder Bildpunkt besteht aus einzeln ansteuerbaren roten, grünen und blauen LEDs, die kleiner als 100 Mikrometer sind.
Der Clou: Die Technologie, bisher nur in wandfüllenden Großformaten erhältlich, kommt nun in gängigen Größen von 55 bis 85 Zoll auf den Markt. Auch 100- und 115-Zoll-Modelle wird es geben. Perfekter Kontrast und extreme Helligkeit sollen damit erstmals für ein breites Publikum erschwinglich werden.
Samsung Display gab zudem bekannt, dass die QD-OLED-Panels für 2026 eine Spitzenhelligkeit von 4.500 Nits erreichen. Neue organische Materialien und KI-gesteuertes Strommanagement machen dies möglich. Das verspricht lebendige Farben selbst bei hellem Umgebungslicht.
Sicherheit first: Knox als Schutzschild für die Privatsphäre
Doch was bedeutet es, wenn der Fernseher plötzlich zusieht? Samsung adressiert die naheliegenden Datenschutzbedenken mit Nachdruck. Die gesamte 2026er Serie wird durch die hauseigene Sicherheitsplattform Samsung Knox abgesichert.
Konkret kommen die Architekturen Knox Matrix und Knox Enhanced Encrypted Protection (KEEP) zum Einsatz. Sie isolieren biometrische Daten und Nutzungsmuster in einer abgeschotteten Hardware-Umgebung. Die KI-Verarbeitung findet größtenteils lokal auf dem Gerät statt, nicht in der Cloud. So will Samsung verhindern, dass sensible Daten bei einer möglichen Cloud-Panne abfließen können.
Audio- und Kühlschrank-Upgrades runden das Ökosystem ab
Das Ökosystem wird durch neue Audiogeräte und Haushaltsapparate vervollständigt. Die WiFi-Lautsprecher Music Studio 5 und 7 mit „Timeless Dot“-Design liefern 3.1.1-Kanal-Spatial Audio und harmonieren via Q-Symphony mit den TVs.
Im Bereich der Hausgeräte erhält die Bespoke AI-Serie ein Major-Update. Das Flaggschiff, der Bespoke AI Kühlschrank mit Family Hub, integriert nun Google Gemini. Die KI erkennt so mehr Lebensmittel – von Obst bis zu verpackten Waren. Das System trackt den Vorrat, schlägt Rezepte vor und soll so Lebensmittelverschwendung reduzieren.
Kampfansage an die Konkurrenz zur CES
Die Vorstellung ist der Auftakt für Samsungs „The First Look“-Event am morgigen 4. Januar in Las Vegas. Beobachter deuten die Offensive als klare Antwort auf den harten Wettbewerb im Premium-TV-Markt. Mit „Micro RGB“ greift Samsung OLED-Hersteller wie LG direkt an. Die Investition in „Vision AI“ zielt darauf ab, Kunden durch einzigartige Software-Erlebnisse enger an das Samsung-Ökosystem zu binden.
Ob die ambitionierten Spezifikationen in der Praxis überzeugen und zu welchem Preis, wird sich auf der CES 2026 zeigen. Die Messe startet diese Woche.
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