Während Samsung die finale Phase seiner One-UI-8.5-Auslieferung einläutet, bereitet sich Apple auf einen historischen Führungswechsel vor. Beide Konzerne setzen dabei auf künstliche Intelligenz und ein neues Designkonzept – das sogenannte „Liquid Glass“.
Samsung startet stabile One-UI-8.5-Auslieferung
Samsung hat die letzten Hürden seines Update-Fahrplans genommen. Nach einer kurzen Verzögerung, die auf einen südkoreanischen Feiertag Ende April zurückging, begann das Unternehmen am heutigen Montag mit der stabilen Auslieferung von One UI 8.5 für die Galaxy-S25-Serie. Südkoreanische Mobilfunkanbieter signalisierten, dass die stabile Version für Flaggschiff-Nutzer sofort verfügbar ist. Eine globale Ausrollung soll im Laufe des Mai folgen.
Während Samsung mit neuen Updates die Funktionen seiner Geräte erweitert, ist die Sicherheit der persönlichen Daten oft gefährdet. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Ihr Android-Smartphone sofort sicherer vor Hackern und Viren wird. 5 Schutzmaßnahmen jetzt entdecken
Für Besitzer älterer Geräte und Mittelklasse-Modelle hat Samsung parallel die zweite Beta-Version veröffentlicht. Diese Testphase umfasst unter anderem das Galaxy S23, das Galaxy Z Fold 5 und das Galaxy Z Flip 5 sowie die Mittelklasse-Modelle Galaxy A35, A36, A54 und A55. Eine dritte Beta-Version wurde bereits für das Galaxy S24 FE und die Tab-S11-Serie identifiziert.
Die Neuerungen von One UI 8.5 sind weitreichend. Im Zentrum steht die Liquid-Glass-Designsprache mit halbtransparenten Navigationselementen, schwebenden Balken und Unschärfeeffekten. Funktionale Highlights sind ein KI-gestützter Bixby-Assistent mit Integration von Perplexity, eine neue Creative-Studio-App für KI-generierte Hintergrundbilder und eine verbesserte Quick-Share-Funktion für bessere Kompatibilität mit Apple-Geräten. Zudem enthält das Update das Sicherheitsupdate vom April 2026, das 47 dokumentierte Schwachstellen schließt.
Apple meldet Rekordumsatz – Cook warnt vor Preiserhöhungen
Während Samsung auf die Software-Schiene setzt, lieferte Apple beeindruckende Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von umgerechnet rund 98 Milliarden Euro – ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die iPhone-17-Reihe erwies sich als erfolgreichster Launch der Unternehmensgeschichte und trug rund 50 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei. Besonders stark fiel das Wachstum in China aus: 28 Prozent Zuwachs.
Doch CEO Tim Cook schlug gleichzeitig warnende Töne an. Steigende Speicherkosten und veränderte Handelszölle könnten ab Juni 2026 zu höheren Endkundenpreisen führen. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple einen historischen Führungswechsel vorbereitet: Cook wird planmäßig am 1. September 2026 als CEO zurücktreten. Sein Nachfolger wird John Ternus.
Zur WWDC am 8. Juni 2026 wird Apple voraussichtlich iOS 27 vorstellen. Erste Berichte deuten auf eine starke Fokussierung auf Apple Intelligence hin: eine Siri-gesteuerte Kamerafunktion soll Nährwertetiketten scannen, Kontakte identifizieren und mit ChatGPT für visuelle Suchanfragen zusammenarbeiten können. Zudem arbeitet das Unternehmen angeblich an einem faltbaren iPhone Ultra für Ende 2026. Die Vision-Pro-Reihe wurde dagegen nach schwacher Marktperformance Ende 2025 eingestellt.
Mit den ständig neuen Funktionen und Begriffen der Apple-Welt Schritt zu halten, fällt vielen Nutzern schwer. Das kostenlose PDF-Lexikon erklärt Ihnen die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe in einfachen Worten und hilft Ihnen, Apple-Fachschinesisch endlich zu verstehen. Gratis iPhone-Lexikon jetzt sichern
Infrastruktur und Ökosystem im Wandel
Auch jenseits der Smartphone-Hersteller tut sich einiges. Am 2. Mai 2026 führte die indische Regierung einen landesweiten Test ihres Cell-Broadcast-Alarmsystems durch. Das als SACHET bekannte System sendete Echtzeit-Warnungen an Millionen von Mobilfunknutzern in 28 Bundesstaaten – und funktioniert selbst auf stummgeschalteten Geräten oder ohne SIM-Karte.
In den USA investieren die großen Netzbetreiber massiv in die Infrastruktur. AT&T nahm kürzlich rund 5,3 Milliarden Euro durch Anleihen auf, die für den 5G- und Glasfaserausbau sowie den Erwerb von Spektrum von EchoStar vorgesehen sind. Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat zudem 17 Unternehmen – darunter SpaceX, Verizon und T-Mobile – für die AWS-3-Spektrum-Auktion ab dem 2. Juni 2026 zugelassen.
Auch im App-Ökosystem gibt es Bewegung. WhatsApp bestätigte am 3. Mai, dass es seine Avatar-Funktion auf Android und iOS einstellt – die Nutzerzahlen waren zu gering. Stattdessen investiert der Messenger in ein eigenes Liquid-Glass-Redesign mit schwebender Chat-Eingabezeile. Gleichzeitig setzt WhatsApp ein Ultimatum: Ab dem 8. September 2026 werden Geräte mit Android-Versionen älter als 6.0 nicht mehr unterstützt.
Analyse: KI und Liquid Glass als dominante Trends
Die zeitgleichen Entwicklungen bei Samsung, WhatsApp und Apple deuten auf zwei dominante Trends im Jahr 2026 hin: die Normalisierung generativer KI und die Abkehr vom flachen Design der vergangenen Jahre. Samsungs Integration von Perplexity in Bixby und Apples geplante Siri-Visual-Intelligence-Tools zeigen: KI ist kein Extra-Feature mehr, sondern fundamentale Basis der Benutzeroberfläche.
Die Designwende hin zu Transparenz und Tiefe – bei Samsung ebenso wie bei WhatsApp – markiert das Ende des „Flat Design“. Diese Ästhetik soll auf den hochhellen OLED-Displays der Flaggschiff-Klasse ein immersiveres Erlebnis schaffen. Der Fortschritt hat jedoch seinen Preis: Die steigende Komplexität der Systeme und die benötigte Hardware treiben die Materialkosten in die Höhe – ein trend, den Tim Cook mit seinen Preiserhöhungswarnungen bereits adressiert.
Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026
Die zweite Jahreshälfte 2026 verspricht strukturelle Veränderungen. Nach der stabilen Auslieferung von One UI 8.5 richtet sich der Blick auf Apples WWDC im Juni, wo die nächste Generation mobiler KI definiert wird. Der Führungswechsel bei Apple im September dürfte der am meisten beachtete Executive-Wechsel des Jahres werden.
Auf regulatorischer Seite wird die AWS-3-Auktion im Juni die US-5G-Landschaft für Jahre prägen. Nischenanbieter wie Radiant Mobile – ein christlich orientierter MVNO, der am 5. Mai startet – zeigen, dass der Markt zunehmend fragmentiert. Und wenn WhatsApp im September die Unterstützung für ältere Hardware einstellt, dürfte ein erheblicher Teil der globalen Nutzerbasis zu Hardware-Upgrades gezwungen sein – ein weiterer Schub für die ohnehin starken Verkaufszahlen der Marktführer.

