Samsung und Google haben zeitgleich umfangreiche Software-Updates für Millionen Android-Geräte freigegeben – mit Fokus auf KI-Funktionen und Sicherheit.
Der südkoreanische Elektronikkonzern begann am 6. Mai 2026 in seiner Heimat mit der Auslieferung von One UI 8.5, während Google parallel das Mai-Sicherheitsupdate für seine Pixel-Reihe sowie die zweite Beta von Android 17 QPR1 veröffentlichte. Die Updates kommen nicht allein: Auch Chip-Hersteller Qualcomm kündigte neue Prozessoren für die Mittelklasse an.
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Samsung bringt Galaxy KI auf ältere Flaggschiffe
One UI 8.5, das auf Android 16 basiert, ist ein deutlicher Schritt nach vorn für Samsungs KI-Strategie. Nach dem Debüt auf der Galaxy-S26-Serie im Frühjahr erreicht die Software nun ältere Top-Modelle: die Galaxy S25- und S24-Serie, aktuelle Foldables sowie Tablets. Ein weltweiter Rollout soll am 11. Mai beginnen.
Im Zentrum steht die „Galaxy AI“-Suite. Neu sind Now Nudge – kontextbezogene KI-Vorschläge basierend auf dem Nutzerverhalten – und Photo Assist für generative Bildbearbeitung. Der Sprachassistent Bixby wurde grundlegend überarbeitet und versteht nun natürliche Sprache sowie mehrstufige Befehle. Für Kreative gibt es das Creative Studio und den Audio Eraser zur direkten Bearbeitung auf dem Gerät.
Auch Sicherheit und Konnektivität wurden verbessert: Die Quick-Share-Funktion schlägt jetzt KI-gestützt Kontakte vor und erleichtert den Dateitransfer zu iPhones. Neue Schutzmechanismen wie Identity Check und Failed Authentication Lock sollen Diebstähle erschweren.
Ältere Modelle der A-, M- und F-Serie aus den letzten drei Generationen erhalten One UI 8.5 ebenfalls – allerdings mit eingeschränkten KI-Funktionen.
Google behebt hartnäckige Hardware-Fehler
Parallel zu Samsungs Update-Runde hat Google das Mai-Sicherheitsupdate (Build CP1A.260505.005) für Pixel-Geräte ab dem Pixel 7a sowie das Pixel-Tablet und die Pixel-10-Serie ausgerollt. Die Pixel-6- und Pixel-7-Reihen blieben außen vor.
Ein Schwerpunkt: die Behebung lästiger Hardware-Probleme. Das Update korrigiert einen Fehler, bei dem das drahtlose Laden zwischen 75 und 80 Prozent Akkukapazität verlangsamte oder stoppte. Zudem wurden Display- und Kamera-Probleme auf dem Pixel 10 und Pixel 10 Pro gefixt – darunter Einfrieren der Kamera beim Zoomen, Bildschirmflackern und ein Weißpunkt-Fehler.
Sicherheitstechnisch schließt das Update 46 Schwachstellen. Darunter eine kritische Lücke (CVE-2026-0073) im Android Debug Bridge Daemon (adbd), die Android 14 bis 16 betrifft und eine Remote-Code-Ausführung ermöglicht. Auch CVE-2025-27363, eine bereits für gezielte Angriffe genutzte Sicherheitslücke, wurde gestopft. Für Pixel-10-Nutzer gibt es eine Bootloader-Änderung, die ein Zurücksetzen auf ältere Android-16-Builds verhindert – um Sicherheitsfixes dauerhaft zu gewährleisten.
Bereits am 6. Mai veröffentlichte Google zudem Android 17 QPR1 Beta 2. Sie konzentriert sich auf Stabilität: Überlappungen auf dem Sperrbildschirm und Datenkorruptionsfehler im Dateisystem wurden behoben.
Qualcomm bringt High-End-Features in die Mittelklasse
Die Software-Offensive wird von neuer Hardware flankiert. Am 6. Mai stellte Qualcomm die Chipsätze Snapdragon 6 Gen 5 und Snapdragon 4 Gen 5 vor. Sie sollen Technologien aus dem Premium-Segment in günstigere Smartphones bringen.
Der Snapdragon 6 Gen 5 bietet eine Achtkern-Architektur mit bis zu 2,6 GHz Takt und erstmals Wi-Fi 7 in der 6er-Serie. Die GPU-Leistung steigt um 21 Prozent, Kamerasensoren mit bis zu 200 Megapixeln werden unterstützt. Der Snapdragon 4 Gen 5 legt bei der Grafikleistung sogar um 77 Prozent zu. Beide Chips verfügen über die „Snapdragon Smooth Motion UI“ zur Reduzierung von Verzögerungen. Hersteller wie Honor, Redmi, Oppo und Realme werden die Prozessoren voraussichtlich zuerst einsetzen.
Europas 5G-Infrastruktur hinkt hinterher
Während Hersteller und Chipentwickler das Tempo verschärfen, zeigt eine Studie des Mobilfunkverbands GSMA vom 6. Mai: Europa benötigt 475 Milliarden Euro, um den 5G-Ausbau bis 2035 abzuschließen und digital wieder Anschluss zu finden. Derzeit stehen nur 270 Milliarden Euro zur Verfügung – eine Lücke von 205 Milliarden Euro.
Besonders deutlich wird der Rückstand bei 5G Standalone (5G-SA): Während in Greater China 80 Prozent der Bevölkerung erreicht werden, sind es in Europa gerade einmal zwei Prozent. Die Umsätze der europäischen Betreiber sinken seit 2018 jährlich um durchschnittlich drei Prozent. Die GSMA fordert dringende Reformen – darunter leichtere Marktkonsolidierung und günstigere Spektrumspolitik.
Andernorts zeigt sich der Wandel rasant: Beim kenianischen Telekom-Riesen Safaricom übertrafen die Dateneinnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals die Sprachumsätze. Die Datenumsätze stiegen um 14,4 Prozent auf umgerechnet rund 646 Millionen Euro, während Sprache nur um 1,3 Prozent zulegte.
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Sicherheitstrends und neue Bedrohungen
Die Update-Welle unterstreicht einen doppelten Fokus für 2026: die Demokratisierung von KI-Funktionen und die Verschärfung der Sicherheit. Googles Binary Transparency für Android-Apps, gestartet am 1. Mai, schafft ein öffentliches, kryptografisches Register zur Überprüfung der App-Integrität.
Doch neue Gefahren bleiben nicht aus. Am 7. Mai nahm die Polizei in Toronto drei Personen fest – im ersten bekannten Fall eines „SMS-Blasters“ in Kanada. Seit November 2025 hatten sie mit einem mobilen Gerät Mobilfunkzellen gefälscht und 2G-Sicherheitslücken für Phishing-Nachrichten ausgenutzt. Ein Fall, der die Dringlichkeit der aktuellen Sicherheitsupdates von Google und Samsung unterstreicht.

