Samsungs Galaxy Upcycling: Vom Versprechen zur Geister-Seite

Samsungs einst ambitioniertes Upcycling-Programm für alte Smartphones wurde nach Jahren der Stagnation eingestellt. Es blieb eine kaum genutzte Beta-Funktion und symbolisiert verpasste Chancen für Kreislaufwirtschaft.

Samsungs einst gefeiertes Galaxy Upcycling-Programm ist gescheitert. Was als revolutionäres Nachhaltigkeitsprojekt startete, endete als kaum genutzte Beta-Funktion – und wurde stillschweigend aufgegeben.

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Vom Leuchtturmprojekt zur Funkstille

2017 kündigte Samsung vollmundig an, alte Galaxy-Smartphones zu IoT-Geräten upcyceln zu wollen. Gemeinsam mit iFixit plante der Konzern eine offene Plattform. Entwickler sollten die Hardware in Babyfone, Sensoren oder sogar Mining-Rigs verwandeln können.

Doch nach der großen Ankündigung folgten vier Jahre Schweigen. Das Projekt schien eingefroren. Erst 2021 präsentierte Samsung auf der CES eine abgespeckte Neuauflage namens „Galaxy Upcycling at Home“. Die ursprüngliche Vision war dahin.

Eine Idee in Ketten

Die neue Version war ein Schatten des Originals. Statt einer offenen Plattform bot sie nur zwei Funktionen in der SmartThings-App: einen Geräusch- und einen Lichtsensor. Das Programm war zudem stark limitiert – es unterstützte nur relativ neue Modelle ab Baujahr 2018 und war nur in wenigen Ländern verfügbar.

Kritiker monierten: Solche Geräte seien oft noch als vollwertige Smartphones nutzbar. Ähnliche Funktionen boten zudem schon lange Apps von Drittanbietern. Seit dem Beta-Start wurde das Programm nicht mehr aktualisiert oder erweitert.

Ausgezeichnet und vergessen

Die Ironie: Für die stark reduzierte Initiative erhielt Samsung 2021 sogar den „Circular Transition Award“ von Reuters. Die Jury lobte die „einfache Idee“. Heute wirkt die Auszeichnung wie eine Prämie für kosmetische Nachhaltigkeit.

Das Scheitern von Galaxy Upcycling ist kein Einzelfall. Es passt in ein Muster bei Samsung. Die Recycling-Quoten des Konzerns blieben lange gering. Eine Reparatur-Partnerschaft mit iFixit scheiterte 2024 an überhöhten Ersatzteilpreisen und reparaturfeindlichem Design.

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Die verpasste Chance

Das Projekt zeigt ein Grundproblem der Tech-Branche: Echte Kreislaufwirtschaft erfordert offene, langlebige Systeme. Samsung aber behielt die Kontrolle und bot eine Lösung nur im eigenen Ökosystem an. So wurde aus einer innovativen Idee eine unattraktive Nischenfunktion.

Dabei hätte die ursprüngliche Vision Millionen Geräten ein längeres Leben geben können. Sie hätte Elektroschrott signifikant reduzieren können. Stattdessen verpuffte das Potenzial.

Was bleibt?

Samsung bewirbt „Upcycling at Home“ nicht mehr. Pläne für eine Wiederbelebung gibt es nicht. Der Konzern setzt nun auf klassischere Wege wie Recycling und Inzahlungnahme.

Doch lösen diese Ansätze das Kernproblem? Die kurze Nutzungsdauer und mangelnde Reparierbarkeit von Smartphones bleiben. Die Branche steht vor der Aufgabe, über Marketing-Versprechen hinaus echte Kreislaufmodelle zu entwickeln. Bis dahin bleibt Galaxy Upcycling ein Symbol für gebrochene Versprechen.