Der europäische Bildungsverlag Sanoma Learning hat einen neuen KI-gestützten Lehrkräfteassistenten namens Sanna eingeführt. Das digitale Werkzeug wurde konzipiert, um Lehrkräfte im Schulalltag gezielt bei der Unterrichtsplanung, der Erstellung von Unterrichtsmaterialien, der Formulierung von Feedback sowie bei differenzierten Lernaktivitäten zu entlasten. Zum Start stellt das Unternehmen Schulen und Lehrkräften in mehreren europäischen Staaten eine kostenlose 30-Tage-Testphase zur Verfügung.
Testphase und Verfügbarkeit in sieben europäischen Ländern
Das neue Angebot richtet sich zunächst an Lehrkräfte in den Niederlanden, Spanien, Italien, Polen, Belgien, Finnland und Schweden. In diesen Märkten kann die Anwendung einen Monat lang unentgeltlich erprobt werden.
Ein zentrales Merkmal der technischen Architektur betrifft den Datenschutz: Die gesamte Datenverarbeitung von Sanna erfolgt auf Servern innerhalb Europas, um den regulatorischen Vorgaben und den spezifischen Anforderungen des europäischen Schulwesens an den Schutz von Daten zu entsprechen.
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Vor der Markteinführung durchlief das System einen zweimonatigen Pilotbetrieb im Jahr 2026. Nach Angaben von Sanoma Learning wurde der Assistent in enger Zusammenarbeit mit der Schulpraxis entwickelt: Mehr als 1.500 Lehrkräfte aus verschiedenen europäischen Ländern waren an der Konzeption und Weiterentwicklung des Werkzeugs beteiligt, um die Abläufe an den tatsächlichen Bedarf im Unterricht anzupassen.
Umfrage zeigt Nachfrage nach spezialisierter Bildungs-KI
Der Veröffentlichung gingen umfangreiche Erhebungen unter Lehrkräften voraus. In Sanomas European Teacher Survey 2026, an der mehr als 20.000 Lehrkräfte teilnahmen, sprachen sich je nach Land zwischen 75 und 93 Prozent der Befragten dafür aus, dass künstliche Intelligenz für Schulen speziell für den Bildungsbereich entwickelt werden sollte.
Standardmodelle und allgemeine KI-Chatbots stoßen in der Unterrichtspraxis häufig an pädagogische oder administrative Grenzen, weshalb der Wunsch nach maßgeschneiderten Fachanwendungen im Lehrkörper überwiegt.
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Mit Sanna zielt das Bildungshaus darauf ab, wiederkehrende Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Neben der Strukturierung von Unterrichtseinheiten und der Aufbereitung didaktischer Inhalte liegt ein Schwerpunkt auf der Differenzierung, mit der Lernmaterialien an unterschiedliche Leistungsniveaus innerhalb einer Schulklasse angepasst werden können.
Wachsender Markt für dedizierte Bildungsassistenten
Die Einführung von Sanna reiht sich in eine branchenweite Entwicklung ein, bei der Bildungsanbieter und Softwareentwickler verstärkt auf spezialisierte Assistenzsysteme setzen. Lehrkräfte stehen in vielen europäischen Ländern vor wachsenden administrativen Anforderungen und heterogenen Klassen.
KI-Systeme, die unmittelbar in vertraute Arbeitsumgebungen integriert sind und europäische Datenschutzstandards wahren, sollen Lehrkräften Zeit für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler verschaffen. Der Verlauf der Testphase in den sieben Startländern wird zeigen, in welchem Umfang die automatisierte Unterrichtsvorbereitung im Schulalltag Fuß fassen kann.

