Auf der Konferenz TechEd 2026 in Berlin hat SAP den strategischen Übergang von assistierender Software zu autonomen Agenten angekündigt. Mit der Lösung Joule Work sollen mehrstufige Aufgaben in den Systemen des Walldorfer Softwarekonzerns künftig eigenständig geplant und ausgeführt werden. Der Rollout der neuen Funktionen erfolgt schrittweise.
Berichte über den Einsatz von 1.000 Agenten kursierten zuletzt online, wurden von SAP jedoch nicht bestätigt. Diesen unbestätigten Angaben zufolge sollten sich die 1.000 Agenten auf Microsoft, Google und Amazon aufteilen.
In der offiziellen Keynote am 27. Oktober 2026 nannte SAP abweichende Zahlen: Demnach stehen derzeit über 200 sogenannte Joule Agents bereit, wobei das Unternehmen bis zum Jahresende mehr als 400 Einheiten anstrebt. Eine KI-generierte Kurzmeldung sprach zudem von 40 Assistenten und 300 Agenten.
SAP verweist auf 34.000 Kunden, die allgemeine KI-Funktionen nutzen – nicht zwingend spezifische Agenten. Für gelegentlich kolportierte Effizienzgewinne von 40–60 % weniger manueller Dateneingabe oder einem um 25 % schnelleren Monatsabschluss liegen bislang keine belegten Kundenergebnisse vor.
Offene Standards und Integration von Drittanbietern
Parallel zum Ausbau von Joule Work erweitert SAP die Entwicklungsplattform Joule Studio sowie SAP Business AI. Die Agenten erhalten dabei Zugriff auf mehr Unternehmenskontext und das neueste konzerneigene Foundation-Modell für Tabellendaten. Joule Studio bietet No-Code- und Low-Code-Werkzeuge mit Zugriff auf über 70 KI-Modelle. Über ein Vorabzugangsprogramm können Anwender Workflows auf Basis von n8n erstellen.
Für den Datenaustausch setzt Joule Work auf die offenen Protokolle A2A und MCP. Das Agent-Gateway ist allgemein verfügbar, und im SAP AI Agent Hub lassen sich auch Agenten von externen Technologieanbietern wie Microsoft, Google, AWS und ServiceNow zentral verwalten. Die Ausführung eigener Agenten auf der Laufzeitumgebung von Joule Studio bleibt für ausgewählte Kunden bis Dezember 2026 kostenlos.
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Ein erweitertes SAP Enterprise AI Gateway im Premium-Segment ist für das erste Quartal 2027 geplant; konkrete Preise hierfür wurden bislang nicht mitgeteilt. Kundendaten verbleiben nach Unternehmensangaben vollständig im Besitz der Auftraggeber und werden von SAP nicht für das Modelltraining verwendet.
Governance und Sicherheitsarchitektur in den Geschäftsprozessen
Mit der Einführung autonomer Einheiten rückt die Absicherung in den Mittelpunkt. In einem Whitepaper zur Absicherung der Plattform betont SAP, dass Sicherheitskontrollen für KI-Agenten direkt innerhalb des Geschäftsprozesses greifen müssen.
Reine Prüfungen auf Modellebene reichten nicht aus, da sie die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien bei Transaktionen nicht verlässlich beurteilen könnten. Gabriele Fiata von SAP unterstrich in diesem Kontext, dass das Modell zwar Vorschläge unterbreiten könne, die letztendliche Entscheidung jedoch bei der Anwendungslogik liege.
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Im laufenden Betrieb fungieren Agenten als benannte Identitäten mit regulären Nutzerrechten. Dies birgt Risiken, da Agenten übermäßige Zugriffsrechte bestehender Rollen erben können. Zu den adressierten Gefahrenszenarien zählen kompromittierte Agenten mit weitreichendem API-Zugriff, tausende autorisierte Aktionen innerhalb weniger Minuten sowie versteckte Befehle in Rechnungsnotizen.
Um Fehlverhalten abzufangen, greifen bestehende Buchungsregeln, Genehmigungshierarchien und Funktionstrennungen in den Anwendungen. Zudem zeichnen Prüfpfade alle Änderungen auf, während ein spezialisierter Assistent bei der Einhaltung des EU AI Act unterstützen soll.

