Versteckte Abhängigkeiten und unzureichende Planung lassen Budgets explodieren.
Milliardenprojekt Asda zeigt die Risiken
Ein besonders drastisches Beispiel liefert der britische Einzelhandelsriese Asda. Die Trennung von der früheren Muttergesellschaft Walmart verschlang bis Dezember 2025 insgesamt 1,22 Milliarden Pfund – fast 1,4 Milliarden Euro. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit 800 Millionen Pfund kalkuliert.
Das als „Project Future“ bekannte Vorhaben umfasste die komplette Ablösung der Walmart-Infrastruktur. Im Januar 2024 gelang zwar die Migration auf SAP S/4HANA, die Umstellung aller Filialen zog sich bis Ende 2025 hin. Doch die Probleme waren enorm: unzureichende Tests, schlechte Integration und fehlende Kapazitätsplanung führten zu einem halbjährigen Verzug bei den Sanierungsbemühungen.
Versteckte Abhängigkeiten als Zeitbombe
Marktforscher von Forrester vergleichen die Situation mit dem Entfernen einer tragenden Wand in einem Gebäude. Bei Abspaltungen entstehen regelmäßig versteckte Abhängigkeiten – gemeinsame Systeme, konzernweite Verträge mit Mengenrabatten und Zusagen von Deal-Teams, die ohne IT-Expertise getroffen wurden.
Die Kosten steigen laut Forrester vor allem deshalb, weil das abgespaltene Unternehmen die Größenvorteile verliert. Immer häufiger müssen Übergangsdienstleistungsvereinbarungen (TSA) verlängert werden, weil die technische Trennung innerhalb der ursprünglichen Fristen scheitert. Die Analysten fordern: Der Chief Information Officer muss frühzeitig in den Deal-Prozess eingebunden werden, noch bevor der Verkauf endgültig ist.
KI-Unterstützung für SAP-Migrationen
Wer die Budgetexplosion bei IT-Abspaltungen vermeiden will, findet in diesem Report die wichtigsten Strategie-Hebel – von KI-gestützter Testdaten-Automatisierung bis zur Checkliste für reibungslose SAP-Trennungen. Jetzt kostenlosen KI-Carve-out-Report anfordern
Die Industrie reagiert auf die wachsende Komplexität. Am 9. Juli 2026 gaben SNP SE und Palantir auf der Transformation World in Heidelberg eine strategische Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Beschleunigung sicherer SAP-Transformationen mit Künstlicher Intelligenz.
Ihre erste gemeinsame Lösung, Test Data Proposal, automatisiert die Identifizierung benötigter Testdaten für SAP-Migrationen. SNP, das über 15.000 SAP-Projekte betreut hat, will damit den manuellen Aufwand bei diesen risikoreichen Migrationen drastisch reduzieren. Der Fokus liegt auf großen Umstellungen auf SAP Cloud ERP – eine häufige Anforderung abgespaltener Unternehmen.
BASF-Abspaltung und weitere Deals
Auch die Industrie bleibt in Bewegung. Am 1. Juli 2026 startete Surventis als eigenständiges Unternehmen – hervorgegangen aus der BASF-Sparte Coatings. Mit Carlyle und der Qatar Investment Authority als Mehrheitseigentümern beschäftigt Surventis rund 10.700 Mitarbeiter und erwirtschaftet etwa 3,9 Milliarden Euro Jahresumsatz. BASF hält noch 40 Prozent, der Unternehmenswert lag bei 7,7 Milliarden Euro.
Im Transporttechnologie-Sektor übernahm Valstone am 7. Juli 2026 Nascent Technology. Es ist bereits die vierte Akquisition des Unternehmens in diesem Bereich. Zuvor hatte Valstone unter anderem PS Technology von Union Pacific und GeoMetrix Rail Logistics von Amsted Rail abgespalten.
Versteckte Systemabhängigkeiten sind eine Zeitbombe – wie der Asda-Fall mit 1,22 Mrd. Pfund zeigt. Dieser Report liefert einen 3-Schritte-Fahrplan zur schnellen IT-Entflechtung, inspiriert vom Estland-Beispiel. SAP-Carve-out-Fahrplan jetzt sichern
Schnelle Trennung ist möglich
Dass es auch anders geht, beweist ein estnischer Elektronikhersteller. Mit Unterstützung von Fujitsu gelang die Trennung vom Mutterkonzern innerhalb einer Woche – und das ohne Ausfallzeiten. Das Unternehmen migrierte sein SAP-System auf eine unabhängige Infrastruktur und plant nun den nächsten Schritt in die SAP Public Cloud. Ein Beleg dafür, dass mit der richtigen Planung auch komplexe IT-Trennungen reibungslos gelingen können.

