SAP Release 2608: Lieferketten-Steuerung durch tiefere Prozessintegration

SAP erweitert sein Cloud-ERP um tiefere SCM-Integration, eine neue Lager-App und detaillierte Seriennummern-Traces für mehr Transparenz.

Der Softwarekonzern SAP hat am Mittwoch sein neuestes Update für das Cloud-basierte ERP-System vorgestellt. Das Release 2608 legt einen deutlichen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung des Supply Chain Managements (SCM) und die Modernisierung der Lagerlogistik.

Durch eine engere Verzahnung verschiedener Prozessmodule und eine überarbeitete Benutzeroberfläche sollen Unternehmen ihre Lieferketten effizienter steuern und die Transparenz in der Materialwirtschaft erhöhen können.

Optimierung der Lieferkette durch tiefere Prozessintegration

Ein zentraler Bestandteil der Aktualisierungen im Release 2608 ist die technologische Verknüpfung der Lohnbearbeitung mit dem Transportation Management (TM). Diese Integration zielt darauf ab, die Koordination zwischen externen Fertigungsschritten und der physischen Transportlogistik zu verbessern.

In der Praxis bedeutet dies, dass Logistikverantwortliche die Warenbewegungen, die im Rahmen von Unteraufträgen anfallen, nun unmittelbarer in die Transportplanung einbeziehen können.

Ergänzend dazu wurden die Funktionalitäten für Lieferabrufe weiter integriert. Diese Maßnahme soll den Informationsfluss zwischen Abnehmern und Zulieferern stabilisieren und sicherstellen, dass Bedarfsänderungen schneller im System verarbeitet werden. Durch die tiefere Einbettung dieser Prozesse in den Standard-Workflow des Cloud ERP wird eine Reduzierung von manuellen Abstimmungsaufwänden angestrebt.

Modernisierung der Lagerlogistik und neue Anwendungsumgebung

In der operativen Lagerverwaltung setzt SAP mit dem aktuellen Update auf eine Konsolidierung der Software-Werkzeuge. Die neu eingeführte Anwendung mit dem Namen „Anlieferungen verwalten – Lager“ ersetzt mehrere bisherige Apps. Ziel dieser Umstellung ist es, die Komplexität im Wareneingangsprozess zu verringern und den Lagermitarbeitern eine zentrale, vereinheitlichte Oberfläche für die Steuerung von Inbound-Prozessen zur Verfügung zu stellen.

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Zusätzlich zur neuen Anwendungsstruktur wurde die Handhabung von Ladungsträgern optimiert. Im Bereich der Handling Units (HU) bietet das System nun erweiterte Filtermöglichkeiten.

Nutzer können die Bestände und Bewegungen von Handling Units nun gezielt nach Werken oder spezifischen Lagerorten filtern. Diese granulare Ansicht soll vor allem in großen Logistikzentren mit komplexen Strukturen die Übersichtlichkeit verbessern und Suchzeiten verkürzen.

Transparenz in der Fertigung durch erweitertes Seriennummern-Tracking

Ein weiterer Fokus des Releases liegt auf der Verbesserung der Datenqualität und der Rückverfolgbarkeit von Produkten. SAP führt mit der Version 2608 einen erweiterten Seriennummernverlauf ein, der über die reine Historie der Warenbewegungen hinausgeht. Ab sofort können auch spezifische Defektdetails direkt im Verlauf einer Seriennummer hinterlegt und eingesehen werden.

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Dieser tiefere Einblick in den Lebenszyklus einzelner Komponenten unterstützt Unternehmen dabei, Qualitätsmängel präziser zu analysieren. Wenn ein Bauteil über mehrere Stationen der Wertschöpfungskette hinweg verfolgt wird, bleiben Informationen zu festgestellten Fehlern dauerhaft mit der individuellen Kennung verknüpft.

Diese Funktionalität ist insbesondere für Branchen mit hohen Anforderungen an die Produktsicherheit und Dokumentationspflicht von Bedeutung, da sie die Ursachenanalyse bei Reklamationen oder technischen Störungen beschleunigt.

Mit dem Release 2608 setzt der Konzern den Weg fort, funktionale Lücken zwischen Logistik, Produktion und Transport zu schließen und die Benutzererfahrung durch modernisierte Applikationen zu verbessern. Die Neuerungen stehen den Anwendern der Cloud-Variante ab sofort zur Verfügung.