Mit zwei milliardenschweren Übernahmen und einer strategischen Neuausrichtung will das Unternehmen die Vorherrschaft im Markt für künstliche Intelligenz in Unternehmen sichern. Die Branche erlebt einen beispiellosen Investitionsboom.
Während Software-Riesen wie SAP Milliarden in die KI-Zukunft investieren, fragen sich viele Anleger, welche Aktien die größten Gewinner dieser technologischen Revolution sein werden. Dieser kostenlose Report stellt Ihnen die 10 Big-Data-Unternehmen mit dem größten Potenzial vor, damit Sie gezielt vom KI-Megatrend profitieren können. Top 10 KI-Aktien jetzt gratis entdecken
Zwei Übernahmen, ein Ziel: Die Daten-Revolution
SAP hat gleich zwei Technologieunternehmen gekauft, um seine KI-Fähigkeiten entscheidend zu stärken. Die Übernahme von Dremio, einer Plattform für Datenmanagement und sogenannte „Agentic Lakehouses“, soll die SAP Business Data Cloud fit für die Zukunft machen. Das Unternehmen hatte zuvor über 300 Millionen Euro an Investorengeldern eingesammelt.
Noch bedeutender ist der Deal mit Prior Labs. Der Spezialist für tabellarische KI-Modelle erhält von SAP Investitionen von über 1,17 Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren. Prior Labs bleibt zwar eigenständig, seine Technologie – die bis zu 100.000 Datenzeilen verarbeiten kann – wird zum Herzstück der SAP-KI-Strategie. Das Modell TabPFN wurde bereits mehr als drei Millionen Mal heruntergeladen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Nächste Woche startet die Sapphire-Konferenz in Orlando. Dort wird SAP voraussichtlich ankündigen, KI-Tools auch für Kunden des alten ECC-Systems bereitzustellen. Ein wichtiger Schritt, denn viele Unternehmen hängen noch an ihren lokalen Installationen.
Die Botschaft aus Walldorf ist klar: Nur ein „sauberer Kern“ und robuste Datenintegrität ermöglichen erfolgreiche KI. Das sehen auch Investoren so. Nova Intelligence, gegründet von ehemaligen Google-DeepMind- und Meta-Forschern, sammelte 31,5 Millionen Euro ein – speziell für KI-gesteuerte Migrationen der 77 Prozent aller globalen Transaktionen, die über SAP-Systeme laufen.
Autonome Agenten erobern die Unternehmen
Der Trend geht weg vom Chatbot hin zum autonomen Assistenten. Microsoft machte am 1. Mai sein Tool Agent 365 allgemein verfügbar, gefolgt von Copilot Cowork am 5. Mai. Diese KI-Agenten können nicht nur reden, sondern direkt handeln – auf verschiedenen Geräten und in Drittanbieter-Plattformen wie Miro oder Monday.com.
Die Zahlen sind beeindruckend: Über 20 Millionen zahlende Enterprise-Copilot-Nutzer zählt Microsoft inzwischen – ein Drittel mehr als noch im Januar. Der KI-bezogene Jahresumsatz (ARR) erreichte 37 Milliarden Euro, ein Plus von 123 Prozent. Microsoft verdoppelt seine KI-Infrastruktur innerhalb von zwei Jahren.
Auch im Startup-Bereich dreht sich das Karussell rasant. Sierra, die firma von Ex-Salesforce-Chef Bret Taylor, sammelte 950 Millionen Euro ein. Bewertung: über 15 Milliarden. 40 Prozent der Fortune-50-Unternehmen sind bereits Kunden. Der ARR wuchs von 100 Millionen Euro im November 2025 auf 150 Millionen Euro im Februar 2026. Bei Uber wird bereits jeder zehnte Code autonom von KI generiert.
Institutionelles Geld heizt den Boom an
Der April 2026 war ein Rekordmonat für Startup-Finanzierungen: 56 Milliarden Euro weltweit, eine Verdopplung zum Vorjahr. Zwei Drittel davon flossen in KI-Firmen.
Die großen KI-Labore gehen nun Joint Ventures mit Wall-Street-Giganten ein. Anthropic startete ein 1,5-Milliarden-Euro-Projekt mit Blackstone, Goldman Sachs und Hellman & Friedman. OpenAI legte mit „The Deployment Company“ nach – einem 10-Milliarden-Euro-Vehikel mit Bain Capital, TPG und Brookfield. Ziel: KI in über 2.000 Portfoliounternehmen integrieren.
Die Nachfrage ist enorm. Anthropics ARR überschritt im März 30 Milliarden Euro. Beide Unternehmen – OpenAI und Anthropic – denken offenbar über Börsengänge später in diesem Jahr nach. Selbst Amazon setzt voll auf die Technologie und hat sowohl Claude Code von Anthropic als auch OpenAIs Codex für die gesamte Belegschaft ausgerollt.
Mythos: Der Weckruf für die Regulierer
Ein KI-Modell namens „Mythos“ von Anthropic hat die Debatte um Sicherheit neu entfacht. Es entdeckte Tausende Schwachstellen in Betriebssystemen und Browsern – und löste damit einen politischen Kurswechsel aus.
Die Trump-Administration erwägt eine Executive Order, die eine staatliche Prüfung von KI-Modellen vor ihrer Veröffentlichung vorschreiben würde. Eine Arbeitsgruppe aus Industrie und Regierung soll das umsetzen. Hintergrund: die Sorge vor KI-gestützten Cyberangriffen.
Auch die EU wird aktiv. Die Kommission bestätigte technische Gespräche mit Anthropic, um die Auswirkungen von „Mythos“ auf den Finanzsektor zu testen. Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis erklärte, man prüfe, ob das Modell Schwachstellen in europäischen Banken aufdecken könnte.
In den USA verschärfen zudem Bundesstaaten die Regeln. Colorado überarbeitet sein KI-Gesetz von 2024. Im Senat passierte der „GUARD Act“ einstimmig den Justizausschuss – ein Verbot von KI-Begleitern für Minderjährige mit Strafen von bis zu 100.000 Euro pro Verstoß.
Die zunehmende Regulierung und neue Gesetze wie der EU AI Act stellen Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen bei der KI-Anwendung. Dieser kostenlose Praxis-Leitfaden hilft Verantwortlichen, die neuen Pflichten und Risikoklassen rechtzeitig zu verstehen und rechtssicher umzusetzen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
Ausblick: Wettlauf zwischen Tempo und Sicherheit
Die zweite Jahreshälfte 2026 wird zum Spannungsfeld zwischen rasanter KI-Einführung und staatlichen Sicherheitsauflagen. Die geplante US-Executive Order und die EU-KI-Verordnung, die seit August 2025 in Kraft ist, zwingen Entwickler zu mehr Transparenz.
Für Unternehmen geht es um KI-Reife. Der Microsoft Work Trend Index vom 5. Mai zeigt: 65 Prozent der Arbeitnehmer fürchten, ohne KI-Kenntnisse abgehängt zu werden. Aber nur 26 Prozent sehen eine klare Strategie ihrer Führung. Der Erfolg wird davon abhängen, ob Firmen die „sauberen Daten“ von SAP mit den autonomen Fähigkeiten der neuen KI-Agenten zusammenbringen.

