Der Softwarekonzern hat ein internes Entwicklungsprojekt gestoppt, das in Konkurrenz zum eigenen Partnerunternehmen n8n stand. Der Vorstand griff ein, nachdem er von den Überschneidungen erfahren hatte.
Interne Entwicklung mit unerwartetem Ziel
Was als interne Innovation begann, entpuppte sich als heikles Unterfangen: Ein SAP-Team hatte heimlich ein Workflow-Automatisierungstool entwickelt, das dem Kernprodukt von n8n gefährlich nahekam. Dabei hatte der Konzern die Zusammenarbeit mit dem Spezialisten öffentlich stets gefeiert. Erst als der Vorstand von dem Projekt erfuhr, stoppte er die Entwicklung umgehend.
SAP-Manager Steinhäuser stellte am heutigen Donnerstag klar: „Wir hätten dieses Produkt niemals kommerzialisiert.“ Die Entscheidung fiel offenbar schnell und ohne Zögern.
Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der das interne Team sein Werkzeug gebaut hatte. Möglich machte das der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Branchenbeobachter sehen darin einen Beleg dafür, dass KI die Entwicklungszyklen bei SAP massiv verkürzt: Statt mehrerer Monate benötigen Teams inzwischen oft nur noch wenige Wochen für funktionsfähige Produkte.
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Milliardenschweres Engagement bei n8n
Der interne Zwischenfall steht in einem bemerkenswerten Kontrast zu SAPs finanziellem Bekenntnis zu n8n. Der Konzern investierte 60 Millionen Euro in das Startup und hält damit knapp 1,3 Prozent der Anteile. Das Unternehmen wird derzeit mit 5,2 Milliarden US-Dollar bewertet.
Der Automatisierungsspezialist bereitet sich derweil auf seine erste große Konferenz vor: „In The Loop 2026″ findet am 13. und 14. Oktober in Berlin statt. Doch das Wachstum hat auch Schattenseiten. Eine Studie von GitGuardian vom gestrigen Mittwoch deckte auf, dass in öffentlichen Repositories 4.576 exponierte n8n-API-Tokens liegen. Angreifer könnten darüber unbefugten Zugriff auf automatisierte Workflows erhalten.
KI-Zentrum in Indien treibt Innovation
Während SAP interne Überschneidungen bereinigt, treibt der Konzern sein KI-Ökosystem weiter voran. Am vergangenen Dienstag startete das Unternehmen den AI Agent Hub – eine Plattform zur Steuerung autonomer KI-Agenten in Unternehmen.
Ein Großteil dieser Innovationen entsteht in Indien. Die Niederlassung SAP Labs India beschäftigt inzwischen 18.000 Mitarbeiter und stellt 40 Prozent der weltweiten F&E-Belegschaft. Die Einheit verantwortet 80 Prozent der KI-Agenten des Konzerns und hält 25 Prozent seiner Patente.
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Auch Drittanbieter beleben das SAP-Ökosystem: SNP und Palantir kündigten eine Zusammenarbeit für KI-gestützte SAP-Transformationen an. Panaya brachte ein Werkzeug zur agentenbasierten Code-Korrektur auf den Markt, das den Pflegeaufwand für individuellen SAP-Code um bis zu 80 Prozent reduzieren soll.
Aktie zeigt sich volatil
Die SAP-Aktie reagierte schwankend auf die Entwicklungen. Am vergangenen Montag legte das Papier um 4,91 Prozent auf 165,42 Euro zu. Am Dienstag folgte ein weiteres Plus von 1,66 Prozent auf 167,38 Euro. Analysten sehen weiterhin Kursziel von 201,55 Euro – ein Potenzial von rund 22 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

