Schaeffler setzt mit Humanoid-Partnerschaft auf Roboter-Revolution

Schaeffler wird Schlüsselzulieferer für humanoide Roboter und plant den Einsatz Hunderter Systeme in eigenen Werken bis 2030. Die Partnerschaft zielt auf die industrielle Serienfertigung von Gelenkaktuatoren.

Der deutsche Antriebsspezialist Schaeffler geht eine umfassende Allianz mit dem britischen Roboterbauer Humanoid ein. Ziel ist die Massenfertigung von Roboter-Komponenten und der Einsatz Hunderter humanoider Roboter in den eigenen Werken bis 2030.

Herzogenaurach/London – Die Grenzen zwischen klassischem Maschinenbau und Hightech-Robotik verschwimmen weiter. Der deutsche Antriebs- und Lagerexperte Schaeffler und das britische Robotik-Start-up Humanoid haben eine umfassende strategische Partnerschaft verkündet. Kern der Vereinbarung: Schaeffler wird zum Schlüsselzulieferer für spezielle Aktuatoren – die „Muskeln“ der Roboter – und plant gleichzeitig, bis 2030 Hunderte der humanoiden Systeme in seinen globalen Fabriken einzusetzen. Diese Doppelstrategie soll den Konzern zum zentralen Player im boomenden Markt für menschenähnliche Roboter machen.

Vom Autozulieferer zum Roboter-Muskel-Lieferant

Im Zentrum des Deals steht eine Liefer- und Entwicklungsvereinbarung. Schaeffler bringt seine jahrzehntelange Expertise in der industriellen Serienfertigung ein, um gemeinsam mit Humanoid die nächste Generation von Gelenkaktuatoren zu entwickeln. Diese Bauteile sind entscheidend für Kraft, Präzision und Energieeffizienz von Robotern.

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Konkret sollen die Komponenten für Humanoids „HMND 01“-Mobile Manipulatoren und künftige zweibeinige Modelle maßgeschneidert werden. Die Partnerschaft zielt darauf ab, einen der größten Engpässe der Branche zu beseitigen: die zuverlässige Massenproduktion hochleistungsfähiger Roboter-Gelenke. Für Schaeffler ist es die logische Weiterentwicklung des Kerngeschäfts – vom Automobil- in den Wachstumsmarkt der physischen KI.

Praxistest: Hunderte Roboter für Schaefflers Werke

Die zweite Säule der Allianz ist ein umfangreicher Einsatzvertrag. Bis 2030 sollen mehrere hundert Humanoid-Roboter in das globale Produktionsnetzwerk von Schaeffler integriert werden. Den Anfang macht eine Beta-Phase in den Jahren 2026 und 2027.

In dieser Erprobungsphase stehen technische Integration, Sicherheitsprotokolle und Leistungsfähigkeit im echten Fabrikalltag auf dem Prüfstand. Die Roboter verlassen die Forschungslabore und müssen in komplexen, unstrukturierten Umgebungen bestehen. Ein zentrales Ziel ist die Datensammlung, um die KI-Modelle der Roboter mit realen Einsatzszenarien zu trainieren. Nur so können sie zuverlässige Partner für menschliche Mitarbeiter in der Hochvolumenfertigung werden.

Strategischer Schachzug in einer dynamischen Branche

Die Humanoid-Partnerschaft ist kein Einzelprojekt, sondern Teil einer gezielten Robotik-Offensive des DAX-Konzerns. Schaeffler baut systematisch ein diversifiziertes Portfolio an Robotik-Partnern auf. Erst Ende 2024 beteiligte sich das Unternehmen an Agility Robotics, im November 2025 folgte eine enge Komponenten-Partnerschaft mit Neura Robotics.

Diese Taktik hat Methode: Schaeffler setzt nicht auf einen einzelnen Roboter-Hersteller, sondern positioniert sich als Standardzulieferer für die gesamte Branche. Gleichzeitig nutzt der Konzern die Roboter als früher Großkunde selbst. Diese Doppelrolle schafft einen einzigartigen Kreislauf: Die Erfahrungen und Daten aus dem eigenen Einsatz fließen direkt in die Verbesserung der Komponenten ein, die dann an alle Roboterbauer verkauft werden. Ein Wettbewerbsvorteil, den reine Zulieferer kaum kopieren können.

Robot-as-a-Service als Modell der Zukunft

Die Partnerschaft skizziert auch den künftigen Weg zur kommerziellen Verbreitung. Nach der Validierungsphase plant Humanoid den Übergang zum Robot-as-a-Service (RaaS)-Modell. Kunden könnten dann Roboter-Flotten ohne hohe Anfangsinvestitionen mieten und stattdessen für die geleisteten Dienste bezahlen.

Dieses Modell soll die Einstiegshürde für andere Hersteller senken, die komplexe Aufgaben automatisieren wollen. Schaeffler fungiert mit seiner frühen Adoption als lebendes Versuchslabor und möglicher Blaupause für die gesamte Industrie.

Die Branche blickt nun gespannt auf die Beta-Projekte in diesem Jahr. Kann der „HMND 01“ den harten Anforderungen der automobilen Serienfertigung standhalten? Gelingt dies, könnte die Allianz zwischen dem deutschen Industriegiganten und dem agilen Start-up zum Vorbild für die Zukunft der Zusammenarbeit in der Automatisierung werden.

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