Schokolade und Libido: EFSA nennt 200 Milligramm Kakaoflavanole täglich

Sexuelle Funktion und Fruchtbarkeit hängen stärker mit Lebensstil und Nährstoffversorgung zusammen als mit einzelnen Lebensmitteln.

•

Die Debatte über die stimulierende Kraft bestimmter Nahrungsmittel reicht weit zurück: Immer wieder wird der Einfluss von Lebensmitteln wie Austern oder Schokolade auf das sexuelle Verlangen diskutiert.

Fachleute und Berichte führen potenzielle Effekte dabei vor allem auf eine verbesserte Durchblutung des Körpers zurück. Das sexuelle Verlangen selbst lässt sich jedoch nicht auf einzelne Mahlzeiten reduzieren.

Die Lust auf Sexualität ist sowohl biologisch als auch psychosozial bedingt. Neben dem Hormonhaushalt, dem Temperament, dem Zyklus und der genetischen Veranlagung spielen psychosoziale Prägungen eine ebenso entscheidende Rolle.

Schokolade und die Wirkung von Kakaoflavanolen

Besonders Schokolade wird häufig mit positiven Effekten auf das Wohlbefinden und die Gefäßgesundheit in Verbindung gebracht. Dunkle Schokolade enthält in der Regel mehr Kakaoflavanole als Milchschokolade.

Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind für einen möglichen gefäßerweiternden Effekt täglich 200 Milligramm Kakaoflavanole erforderlich. Eine allgemeine Verzehrempfehlung spricht die Behörde damit jedoch nicht aus. Abhängig vom konkreten Produkt kann diese Menge bereits in rund 10 Gramm Schokolade enthalten sein.

Zudem hebt Schokolade kurzfristig möglicherweise die Stimmung, ein dauerhafter Effekt ist wissenschaftlich allerdings nicht belegt. Auch ein Zusammenhang mit Hautunreinheiten wie Akne gilt weiterhin als unklar.

Historisch betrachtet hat sich das Genussmittel stark gewandelt: Kakaogetränke im südamerikanischen und mesoamerikanischen Raum schmeckten ursprünglich bitter, wobei frühe Nachweise in Ecuador rund 5.300 Jahre zurückreichen. Die moderne Tafelschokolade entstand hingegen erst im 19. Jahrhundert.

Traditionelle Pflanzen wie die Maca-Knolle

Neben klassischen Lebensmitteln gewinnen pflanzliche Produkte an Aufmerksamkeit. Die Maca-Knolle, die historisch aus dem Reich der südamerikanischen Inka stammt, dient heute vielen als natürliches Aphrodisiakum. Sie wird bei Libidomangel, Potenzproblemen, unerfülltem Kinderwunsch sowie bei Beschwerden in den Wechseljahren herangezogen.

Anzeige

Dunkle Schokolade enthält mehr Kakaoflavanole als Milchschokolade — und laut EFSA sind für einen möglichen gefäßerweiternden Effekt täglich 200 Milligramm nötig, eine allgemeine Verzehrempfehlung spricht die Behörde aber nicht aus. Wer diese Menge bewusst erreichen und gleichzeitig etwas für Durchblutung und Wohlbefinden tun will, findet hier den passenden Fahrplan. Kostenlosen Praxisguide zu Kakaoflavanolen anfordern

Unter der Anwendung von Maca nehmen Depressionen, Angstzustände und Symptome sexueller Dysfunktion in signifikantem Maße ab, ohne dass dabei der natürliche Hormonhaushalt irritiert wird.

In Südamerika ist die Knolle traditionell ein fester Bestandteil der Küche und wird zudem mit Verjüngungseffekten assoziiert. Über den Bereich der Sexualität hinaus greifen auch Sportler auf Maca zurück, um ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern, ebenso wie Personen, die ihre Konzentration und Hirnleistung unterstützen wollen.

Lebensstil und Nährstoffe prägen die Fruchtbarkeit

Während einzelnen Lebensmitteln gezielte Wirkungen zugeschrieben werden, zeigt sich die engste Verbindung zwischen Ernährung und Sexualfunktion im allgemeinen Lebensstil. Ein ungesunder Lebensstil gilt als häufigste Ursache für Erektionsstörungen; Bewegungsmangel, schlechte Ernährung und Bauchfett können nachweislich den Testosteronspiegel senken.

Für die Zeugungsfähigkeit spielen bestimmte Mikronährstoffe eine wesentliche Rolle. Haferflocken und Linsen liefern wertvolles Zink und können so die Spermienproduktion anregen. Demgegenüber wirken sich eine unausgewogene Kost und ein hoher Konsum von verarbeitetem Fleisch negativ auf die Qualität der Samenzellen aus. Auch Über- und Untergewicht schaden der Fruchtbarkeit.

Anzeige

Bewegungsmangel, schlechte Ernährung und Bauchfett können den Testosteronspiegel senken — ein ungesunder Lebensstil gilt als häufigste Ursache für Erektionsstörungen. Dieser Leitfaden zeigt, welche Mikronährstoffe und Gewohnheiten wirklich zählen, von Zink über Haferflocken bis zum Umgang mit Alkohol und Stress. Ernährungsplan für Potenz und Fruchtbarkeit sichern

Darüber hinaus belasten Genussmittel die reproduktive Gesundheit: Häufiger Alkoholkonsum verschlechtert die Spermienqualität und begünstigt Erektionsstörungen sowie Impotenz. Rauchen stört das Proteingleichgewicht in den Samenzellen, während anhaltender Stress die Anzahl, Konzentration, Beweglichkeit und Form der Spermien mindert.

Nicht zuletzt kann ein hoher Kaffeekonsum von drei oder mehr Tassen koffeinhaltiger Getränke pro Tag vor einer Schwangerschaft das Risiko früher Fehlgeburten erhöhen und steht im Verdacht, die Spermienzahl zu verringern.