Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz treiben die Digitalisierung von Schulen und Kitas voran – mit KI-Assistenten und einer neuen App für Eltern.
KI-Assistenten entlasten Schulleitungen
In Düsseldorf stellte Schulministerin Dorothee Feller am 16. Juni 2026 vier neue KI-basierte Assistenten vor. Sie sollen Lehrkräfte bei täglichen Verwaltungsaufgaben unterstützen. Die Tools, Teil des Systems AIS.chat, helfen bei schulrechtlichen Anfragen, beim Verfassen von Elternbriefen – inklusive Übersetzungen in mehrere Sprachen und in einfacher Sprache – sowie bei der Organisation von Klassenfahrten und Öffentlichkeitsarbeit.
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Die Assistenten nutzen etablierte KI-Quellen wie ChatGPT und Llama in einem geschlossenen System, um die Datensicherheit zu gewährleisten. Vor der Nutzung müssen Lehrkräfte einen einstündigen Online-Einführungskurs absolvieren. Hintergrund der Initiative ist eine Studie der Wübben-Stiftung, wonach Schulleitungen derzeit mehr als 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben verbringen. Parallel zum KI-Rollout kündigte das Ministerium an, die Zahl der Pflichtmeldungen zu reduzieren – etwa bei Personalumfragen von drei auf zwei Mal pro Jahr.
Digitale Integration in der Kita-Verwaltung
Auch die Stadt Mainz setzt auf Effizienz: Für ihre 62 städtischen Kitas wird nach einer Pilotphase nun flächendeckend eine „KiTa-App“ eingeführt. Im Juni 2026 werden die Einrichtungen in Lerchenberg und Neustadt angebunden, im Juli folgt Oberstadt, im August Gonsenheim.
Die App ermöglicht es rund 4.800 Familien, Krankmeldungen ihrer Kinder digital zu übermitteln – ersetzt werden damit die bisherigen Telefonate oder handschriftlichen Einträge. Für die Verwaltung liefert das System anonymisierte Anwesenheitsdaten, die für die strategische Personalplanung genutzt werden. Oberbürgermeister Nino Haase und der Stadtelternbeirat begrüßen den digitalen Wandel und heben den verbesserten Informationsfluss zwischen Verwaltung und Familien hervor.
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Demografischer Wandel trifft Kitas
Während einige Regionen auf Digitalisierung setzen, kämpfen andere mit schrumpfenden Kinderzahlen. In Thüringen musste der Kindergarten „Am Märchenwald“ in Wallbach nach 96 Jahren schließen – es fehlten die Anmeldungen. Landesweit sank die Zahl der Kita-Kinder von 94.700 im Jahr 2019 auf 81.500 im Jahr 2025. Allein zwischen März 2025 und März 2026 mussten 19 Kindergärten im Freistaat schließen.
Um die verbleibenden kleinen Einrichtungen mit bis zu 50 Plätzen zu stützen, erwägt der Thüringer Landtag einen zusätzlichen Zuschuss von fünf Millionen Euro jährlich für 2026 und 2027.
Andernorts wird dagegen kräftig investiert: In Schwerin wurde am 16. Juni 2026 der Grundstein für den „Future Kids“-Hort gelegt. Das Projekt kostet rund 9,5 Millionen Euro, bietet 308 Plätze und soll Ende 2027 fertiggestellt sein.
Fortbildung für digitale und pädagogische Führung
Neben neuer Software setzen Bildungseinrichtungen zunehmend auf spezielle Schulungen. Anbieter wie die Confex Training GmbH haben ihr Portfolio Mitte Juni 2026 um KI-Seminare für das Büromanagement erweitert – mit Fokus auf ChatGPT und Claude für Berichtswesen und Controlling.
In Büdingen steht dagegen die pädagogische Führungsqualität im Fokus. Nach einem kürzlichen Ausbildungskurs sollen am 24. Juli 2026 elf Fachkräfte ihre Zertifizierung als Marte-Meo-Praktiker erhalten. Damit steigt die Zahl der geschulten Mitarbeiter in den acht städtischen Kitas auf über 30. Weitere Fortbildungen für Berater sind bereits geplant.

