Schweiz-Verwaltung: Open-Source-Arbeitsplatz für 3000 Mitarbeitende bis 2027

Die Bundeskanzlei investiert 9 Millionen Franken in einen quelloffenen Arbeitsplatz, der bis Ende 2027 parallel zu Microsoft 365 ausgerollt werden soll.

In einer strategischen Weichenstellung für die digitale Infrastruktur der Schweiz hat die Bundeskanzlei ein Programm zur Einführung eines Open-Source-basierten Arbeitsplatzes gestartet.

Wie aus aktuellen Berichten Anfang September hervorgeht, soll die quelloffene Lösung bis zum Ende des Jahres 2027 rund 3000 Mitarbeitenden der Bundesverwaltung zur Verfügung stehen. Damit unternimmt die Behörde einen bedeutenden Schritt zur Förderung der digitalen Souveränität und zur Diversifizierung ihrer Softwarelandschaft.

Investitionsvolumen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für die Umsetzung der ersten Phase dieses Vorhabens hat die Bundeskanzlei ein Budget von 9 Mio. Franken veranschlagt. Diese Mittel dienen dazu, die technische Basis für den neuen digitalen Arbeitsplatz zu schaffen und die Integration in die bestehenden Verwaltungsabläufe zu gewährleisten.

Die Investition unterstreicht das Bestreben, langfristig unabhängiger von einzelnen Softwareherstellern zu agieren und die Kontrolle über die genutzten IT-Systeme zu erhöhen.

Branchenkenner werten diesen finanziellen Einsatz als Signal für eine nachhaltige IT-Strategie, bei der nicht nur Lizenzgebühren, sondern auch die langfristige Wartbarkeit und Sicherheit der Systeme im Vordergrund stehen. Der Einsatz von Open-Source-Software ermöglicht es der öffentlichen Hand zudem, Einblicke in den Quellcode zu nehmen und Anpassungen eigenständig oder durch spezialisierte Dienstleister vornehmen zu lassen.

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Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie

Dem nun gestarteten Programm ging eine umfangreiche Prüfungsphase voraus. Die Bundeskanzlei führte eine Machbarkeitsstudie durch, an der insgesamt 172 Testpersonen teilnahmen. In diesem kontrollierten Rahmen wurde untersucht, inwieweit eine Open-Source-Umgebung den komplexen Anforderungen des täglichen Dienstbetriebs in einer Bundesbehörde gerecht werden kann.

Die Erfahrungen dieser Testgruppe bildeten die Grundlage für die Entscheidung, das Projekt nun auf eine breitere Basis von 3000 Anwendern auszurollen. Dabei standen insbesondere die Benutzerfreundlichkeit, die Interoperabilität mit anderen Systemen und die Stabilität der Anwendungen im Fokus der Analyse.

Die Ergebnisse der Studie lieferten den Verantwortlichen die notwendigen Daten, um die Risiken eines großflächigen Rollouts zu bewerten und die technische Roadmap bis zum Jahr 2027 festzulegen.

Strategischer Parallelbetrieb mit Microsoft 365

Ein zentraler Aspekt der neuen IT-Strategie ist die Koexistenz verschiedener Softwarewelten. Die Bundeskanzlei plant, die Open-Source-Lösung parallel zur bestehenden Infrastruktur von Microsoft 365 zu betreiben. Dieser duale Ansatz soll sicherstellen, dass die Verwaltung jederzeit voll arbeitsfähig bleibt und der Austausch mit externen Partnern sowie anderen Departementen, die weiterhin auf proprietäre Lösungen setzen, reibungslos funktioniert.

Die parallele Nutzung beider Systeme ermöglicht es den Mitarbeitenden zudem, sich schrittweise mit der neuen Softwareumgebung vertraut zu machen. Für die IT-Abteilungen der Bundesverwaltung bedeutet dieser Hybrid-Betrieb zwar einen erhöhten Aufwand bei der Wartung und Synchronisation der Daten, bietet jedoch gleichzeitig eine Rückfallebene und verhindert einen abrupten Technologiewechsel.

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Mit dem Ziel, bis Ende 2027 eine signifikante Anzahl an Arbeitsplätzen auf Open-Source-Basis zu betreiben, positioniert sich die Schweizer Bundeskanzlei als Vorreiter für moderne Verwaltungs-IT. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich die Lösung im skalierten Betrieb bewährt und ob weitere Verwaltungseinheiten diesem Beispiel folgen werden.