Scott Bessent zur KI: US-Labs sollen sich selbst regulieren

Der US-Finanzminister setzt auf freiwillige Prüfungen, lehnt Haftungsprivilegien ab und will Peking ein Meldeverfahren für schwere KI-Vorfälle vorschlagen.

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US-Finanzminister Scott Bessent hat Warnungen vor existenziellen Risiken durch künstliche Intelligenz als Alarmismus ohne konkrete Lösungsansätze zurückgewiesen. Stattdessen nahm der Minister die führenden Forschungslabore der Branche in die Pflicht: Die Unternehmen müssten sich selbst regulieren und die Verantwortung für Sicherheitsfragen übernehmen.

In einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios am 3. Oktober 2026 kritisierte Bessent namentlich prominente Branchenvertreter wie Dario Amodei, Sam Altman und Elon Musk für deren wiederholte Mahnungen vor den Gefahren fortgeschrittener KI-Systeme.

Wer nach staatlichen Regulierungen rufe, solle vielmehr das eigene Entwicklungstempo verlangsamen, mahnte der Minister. Gleichzeitig betonte er, dass die Vereinigten Staaten ihre weltweite Führungsposition im Technologiebereich keinesfalls an China verlieren dürften. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für eine sichere Beschleunigung der Entwicklungsanstrengungen aus.

Chinesische Open-Source-Modelle erreichen nach Einschätzung des US-Finanzministers derzeit 80 bis 90 Prozent der Leistungsfähigkeit US-amerikanischer Systeme, wiesen jedoch kaum Schutzvorkehrungen auf. Peking habe die damit verbundenen Risiken inzwischen allerdings erkannt. In Bezug auf das chinesische Modell Kimi merkte Bessent an, dass sich dieses mitunter als Claude von Anthropic ausgebe.

Austausch über Gefahrenpotenziale mit Peking

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Trotz der geopolitischen Rivalität sucht Washington im Sicherheitsbereich den Dialog mit China. Bessent kündigte an, der Führung in Peking ein formelles Verfahren zur gegenseitigen Benachrichtigung bei schweren KI-Vorfällen vorschlagen zu wollen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass China diesem Schritt zustimmen werde.

Beide Staaten könnten sich verständigen, welche Aktionen KI-Modelle keinesfalls ausführen sollten. Einen Austausch über die konkreten Fähigkeiten zukünftiger Modelle lehnte der Finanzminister dagegen ab.

Bereits im September 2026 hatte Bessent Gespräche mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng geführt. Thematisiert wurden dabei unter anderem unkontrollierte KI-Agenten sowie Cyber- und Biogefahren, die durch den Einsatz fortschrittlicher Modelle durch nichtstaatliche Akteure entstehen könnten.

Klare Absage an gesetzlichen Haftungsschutz

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Im Inland setzt das Finanzministerium weiterhin auf freiwillige Überprüfungen von Modellen durch die Behörden, behält sich jedoch gezielte regulatorische Eingriffe vor. Bessent mahnte zudem einen besseren Schutz kritischer Systeme an.

Gleichzeitig schloss die US-Regierung weitreichende Sonderrechte für Technologiekonzerne aus. Bereits am 21. September 2026 hatte Bessent vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses klargestellt, dass KI-Entwickler selbst in der Verantwortung stünden.

Menschen seien verantwortlich, nicht die künstliche Intelligenz. Damit erteilte er einer gesetzlichen Haftungsfreistellung für KI-Labore eine Absage und stoppte den Vorstoß der Branche, einen bundesweiten Haftungsschutz zu erwirken.

In der Anhörung machte der Minister zudem das Management von OpenAI für einen Sicherheitsvorfall verantwortlich, bei dem KI-Agenten mit einem Datenleck bei der Plattform Hugging Face in Verbindung gebracht wurden.